Jahr: 2006

  • Neue Route

    Ich jogge durch den Ort, bleibe hier und da stehen, sehe mir die Häuser an. Manche sind schlicht, andere so bunt und verunstaltet, dass man weder Garten, Fenster oder Bewohner erkenne kann.
    Manchmal lausche ich, was die Menschen zu sagen haben, sauge ihre Erfahrung auf. Nur selten gebe ich ein Kommentar dazu ab. Oft bin ich in Gedanken ganz wo anders, manchmal höre ich genau hin, lasse das Gesagt wirken bevor ich mich wieder auf den weg mache.
    Ich erkunde neue Gegenden, werde viele aber nie weider aufsuchen, zu ähnlich sind sich die Menschen, die Landschaft.

    Gestern war ich im verbotenen Wald. Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich Fotos gemacht habe. Fotos nur für mich. Es sind Bilder, die man sich ansieht während man eine gute Tasse Tee trinkt. Man braucht keine Gesellschaft, sondern taucht in die Aufnahmen ein. Später werde ich sie verbrennen.

    Meine Jogging-Route habe ich ein bisschen verändert.

  • Buttons

    Wäre es nicht wunderbar, wenn jeder Mensch einige Buttons hätte, mit welchen man ihn beispielsweise zu seinen Freunden hinzufügen kann?

    Wenn er die Einladung annimmt kann man miteinander ein Gespräch führen, wenn nicht dann weiß man, dass man die Person gar nicht ansprechen braucht. Kostet viel Überwindung und bringt manchmal doch nichts.
    Wenn man sich beim Gespräch besser kennen lernt und sich gut versteht kann man ihn zu seinen Top-Friends hinzufügen. Das Leben wäre um vieles einfacher. Kommt man einmal mit jemanden nicht mehr so gut aus reicht ein Klick auf den Delete-Button, reicht das nicht gibt es noch den Ignore-Button. Da braucht es dann keine langen Begründung, man muss die Person auch nie wieder sehen und sie sieht einen auch nicht mehr.
    Man könnte seine Freunde in seinem Leben so positionieren, wie es einem passt, man wäre fast Gott. Sie werden nicht immer das machen was man will, aber es sieht zumindest so aus.
    Nie wieder diese Verlegenheit, wenn man jemanden gegenübersteht und nicht weiß was sagen. Einfach Copy&Paste. Denken wird unnötig.

    Nein, das wäre nicht wunderbar, nicht einmal gut.
    Gerade weil all diese Momente wegfallen würden. Es gäbe keine Verlegenheit, keine nonverbale Kommunikation, kein schüchterner Blicktausch, kein Knistern in der Luft. Man würde gelangweilt werden von dieser Welt. Weil es eine Welt ohne Spannung ist, eine Welt wo man nicht verlieren kann, wo man nicht hoffen muss. Alles würde seinen Reiz verlieren.
    Ich will es nicht leichter haben. Ich will mich selbst überwinden müssen. Ich will sie kennen lernen, langsam. Ich möchte die Zeit genießen, in der man sich näher kommt.

    Das Leben ist schön, wie es ist, auch wenn es oft sehr kompliziert ist. Das Internet ist in seiner Form toll und man kann dadurch viele Leute dadurch kennen lernen, dennoch ersetzt es nichts, wie man uns in manchen Fernsehberichten weiß machen will.

  • Richtungsänderung?

    Manche Beiträge werden im Nachhinein beschnitten, aber es ist wohl besser so.

    Bei der Meinung, dass man sich den Adventskalender in Emilys Welt anschauen sollte bleibe ich allerdings.(auf das Bild klicken):

    Wir müssen darauf vorbereitet sein Schmerz zu ertragen, denn sonst werden wir nie zu hoffen oder gar zu lieben wagen.

    (Harold S. Kushner)

  • Fight the machine

    Sechs Stunden habe ich gerungen, um am Ende doch nur die Notbremse zu ziehen, um nicht zu verlieren.

    Mein Freund bat mich vorbeizukommen und sich seinen Laptop anzusehen, weil er in letzter Zeit immer langsamer wurde. Da ich sowieso in die Stadt wollte, dachte ich mir, dass ich zuvor ja noch kurz bei ihm vorbeischauen könnte.

    Das größte Problem war der Bootvorgang, etwa sieben Minuten bis man etwas machen kann. Viren und Spywareprüfung sowie eine Derfragmentierung hatte er bereits durchgeführt. Mir fielen gleich ein paar unnötige Programme auf, die automatisch gestartet wurden. Nachdem ich die aussortiert hatte ließ sich jedoch keine erhebliche Verbesserung feststellen. Als nächstes lies ich die Registry überprüfen und etwaige Fehler beheben. Half auch nichts.
    Also wendeten wir uns dem zweiten Problem zu. Videos und Musik etwa von Youtube wurden falsch wiedergegeben, immer wieder gab es Aussetzer. Die Verbindungsgeschwindigkeit war nicht das Problem. Die Prozesserleistung hatte zeigte sehr starke Schwankungen, fast periodisch stieg sie auf 100% an und fiel wieder stark ab, bei voller Leistung kam es dann immer zu einem Steckenbleiben. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht und ich vermutete zuerst den Soundkartentreieber als Fehlerquelle. Der neue Treiber brachte jedoch keine Besserung. Als nächstes nahm ich mir die Grafikkarte vor. Komischerweise wurde mir nirgends angezeigt welches Modell verbaut wurde. Dafür fand ich das Aktualisierungstool des Notebookherstellers. Dies sagte mir dann, dass gar kein Grafikkartentreiber installiert sei, was mich dann doch etwas verwunderte. Auf dem Notebook waren Aufkleber von zwei verschiedenen Grafikkarten, bzw. von einem Grafikchip und einer Karte, also hab ich den Treiber für die Karte heruntergeladen. Dann wurde mir gesagt ich solle das System neustarten.
    Nach zehn Minuten fragte ich mich dann warum das so lange dauern würde, nach zwanzig hab ich ihn dann einfach abgewürgt und wieder eingeschalten. Als eine halbe Stunde vergangen war, fragte ich meinen Freund, ob denn wichtige Daten auf dem Laptop waren, weil ich dummerweise nicht daran gedacht hatte die Dateien zu sichern. Ich wollte die Festplatte schon ausbauen und an den PC anschließen, aber er meinte das wäre nicht nötig, weil nur ein paar Fotos oben waren.
    Deshalb ließ ich von Ghost die Werksauslieferungskonfiguration wieder herstellen. Zumindest wollte ich das. Die Festplatte wurde formatiert und Windows fing an zu laden, aber kam nicht weiter. Also wieder aus und einschalten. Warten. Funktioniert nicht.
    Also hab ich was banales ausprobiert. Ausschalten, wieder ein, im abgesicherten Modus starten. „Windows wurde nicht vollständig installiert“ [ironie]Nein wirklich?! Das wusste ich ja gar nicht [/ironie] Information wahrgenommen, aber warum kann man da OK klicken, naja, schlimmer kanns nicht mehr werden. *Klick* und siehe da, die Installation wurde fortgesetzt und Windows korrekt gestartet.
    Innerhalb von wenigen Minuten war das System so wie es sein sollte, die unnötigen Programme wieder entfernt, Antiviren und Firewallsoftware installiert sowie eine Internetverbindung hergestellt und die Treiber aktualisiert. Fertig.

    Ich lerne daraus, dass ich das nächste mal zu Beginn ein Datenbackup mache, auch wenn ich das Problem, als klein betrachte. Man weiß ja nie auf was für Ideen man so kommt. Wenn Windwos langsam ist einfach neu aufsetzen, ist wohl das beste spart Zeit und Nerven.

    In die Stadt bin ich dann nicht mehr gegangen.

  • Blogwichteln

    Ich habe nun die ehrenhafte Aufgabe, einen Betrag im Rahmen des Blogwichteln -mein erstes-
    für diesen Blog zu schreiben. Da ich sehe, dass du poesie magst, aus Bequemlichkeit und Zeitgründen
    werde ich deshalb einfach eine Kurzgeschichte veröffentlichen, die ich vor ca. 10 Jahren schon geschrieben habe
    und deren Ende bisher niemand kapiert hat. Sie hat keinen Titel.

    „Und plötzlich stand vor mir auf der Strasse ein kleines Kind unbestimmten Geschlechts von etwa vier oder fünf Jahren.
    Hing der schmutzige Leinenkittel an seinem mageren, zarten Körper – oder war es umgekehrt?
    Die Haut war weiß, fast durchsichtig, aber zart und rein wie chinesische Seide, nur die Füße waren mit eingetrocknetem Schlamm und Algen bedeckt.
    Mit beiden Armen krampfhaft fest umklammert hielt es einen alten, kaputten, ehemals rosafarbenen Plüschbären, der eines seiner Glasaugen verloren hatte. Das andere baumelte nur noch an einem Faden.
    An vielen Stellen waren die Nähte aufgeplatzt und Strohhalme staken so hart und feindselig heraus, dass man Angst hatte, das Kind könnte sich daran verletzen.
    Das Kind stand völlig ruhig da, ohne eine Miene zu verziehen, nur die Brust hob und senkte sich zittrig wie bei einem Verängstigten Tier.
    Das kurze, blonde Haar stand strähnig und wirr von seinem Kopf ab. Die pechschwarzen, tränenerfüllten Augen nahmen fast die Hälfte des Gesichts ein und blickten mich Angsterfüllt an. Nase und Lippen waren nur hauchdünne Wölbungen.

    „Wer bist du denn?“ flüsterte ich, und meine Stimme bebte vor Ergriffenheit. „Ich bin der Tod“ sagte es, und seine Stimme klang glockenhell wie die eines Engels.
    Ich lachte freundlich. „Aber mein Schätzchen,, wer hat dir denn so einen Unsinn erzählt?“
    Es blickte mich nur an und ich nahm es in meine Arme und hob es hoch.

    … Es war nur ein Traum. Ich wachte auf, als hätte mich ein elektrischer Schlag getroffen.
    Durch den Winkel meiner weit aufgerissenen Augen konnte ich rechts neben mir verschwommen einen Kasten wahrnehmen, eine schwarze Fläche mit einem grünen, waagrechten Strich in der Mitte.
    Der hohe, langgezogene Pfeifton klang noch lange nach, als mir die Augen wieder zufielen.
    An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern.“

    Die Geschichte ist auch auf meiner Homepage zu finden, die ich hier nicht direkt verlinke, da
    dort noch Baustelle ist, aber mit ein bisschen Nachdenken kommt man ganz leicht auf die URL
    und kann sich das Desaster dort anschauen.

    Ich hoffe, der Betrag hat dir gefallen und wünsche dir…sagen wir einfach schon mal
    frohe Weihnachten oder Happy Jul. Oder so.