Monat: September 2006

  • GC06 VI – Spore

    Verspätet, aber heute will ich euch endlich von Spore auf der GC erzählen. Von dem Spiel, das mich am meisten beeindruckt hat.

    Am Samstag hab ich etwa eineinhalb Stunden auf die Vorstellung von Spore durch Will Wright auf der EA-Bühne gewartet. Bis es soweit war hab ich Loco Roco gespielt.

    Will Wright hat alle Level bis auf den ersten vorgestellt, wobei der letzte ein Endloslevel ist, wo es aber trotzdem immer wieder neue Sachen zu entdecken gibt und man das gesamte Weltall mit den eigenen Kreaturen bevölkern kann.

    Die ersten paar Level sind eigentlich sogar verschieden Genres, wo man seine Kreatur direkt steuern kann. Ein einem muss man zum Beispiel Nahrung finden, sich paaren und die Eier vor Feinden schützen.

    Das aus meiner Sicht wichtigste Level ist jedoch das letzte, bis man zu diesem kommt sollen nur vier Stunden Spielzeit vergehen, man kann jedoch in jedem Level so lange bleiben wie man will. Bis zum letzten Level hat man eine eigene Kreatur erschaffen und sie immer weiterentwickelt, vom Einzeller bis zu einer Zivilisation.

    Bei der Zivilisationsstufe kann man dann Raumschiffe bauen und mit einem Transportstrahl, der sich auch zum Black & White ähnlichem Figuren herumwerfen eignet, Kreaturen von der eigenen Zivilisation oder sonstige Lebewesen des Heimatplaneten in das Raumschiff laden und dann zu einem anderem Planeten fliegen. An dieser Stelle sieht man dann wie unendlich groß das Spiel eigentlich ist. Man kann herauszoomen bis man mehrer Sternensysteme sieht, und weiter bis man einen Sternennebel (wie die Milchstraße) sieht und dann noch weiter, so dass man mehrere Sternenebel sieht. Es sind auch auf manchen Planeten Überraschungen versteckt.

    Wenn man nun auf einen anderen Planeten gereist ist und dort möglicherweise auf eine andere Kultur stößt, hat man mehrere Optionen. Man kann freundschaftliche Kontakte knüpfen oder einen Krieg beginnen.

    Beginnt man einen Krieg, kann es sein, dass jene Kultur Raumschiffe zu unserem Heimatplaneten schickt und, wenn er keine guten Verteidigungsanlagen hat, vernichtet.

    Sind wir jedoch siegreich und wir haben die andere Kultur ausgelöscht, können wir unsere Spuren vernichten indem wir andere Planeten auf den angegriffenen hinaufziehen, auf die gleiche Weise bekommt man auch Wasser auf einen Wüstenplaneten.

    Man kann andere Planeten auch besiedeln und sie durch terraforming bewohnbar machen.

    Der Clou bei dem Spiel ist, dass jeder Planet, jede Kreatur und jedes Fahrzeug anders ist. Dies funktioniert indem der Computer fast nichts selbst generiert, sondern alles von den Leuten, die das Spiel spielen erschaffen wird.

    Man kann alle Kreaturen, Fahrzeuge, Gebäude, Planeten selbst in einem ausgeklügelten Editor selbst designen und diese werden dann sobald man online geht auf einen Server hochgeladen und Objekte von anderen Spielern heruntergeladen. Es ist jedoch glücklicher und traurigerweise nicht so, dass man live sieht was die anderen Spieler machen. Traurigerweise, weil ich es interessant finde anderen über die Schulter zu schauen und man dann direkte Interaktionen mit ihnen machen könnte. Glücklicherweise, weil man sonst sehr viel Zeit mit der Verteidigung der eigenen Planeten beschäftigt wäre und man meist unter Stress stehen würde und daher nicht die ganze Vielfalt des Spiels entdecken könnte.

    Es wird möglich sein andere Spieler zu einer Favoritenliste hinzuzufügen und so immer die neusten Kreationen des jeweiligen Spielers zu bekommen.

    Wenn man so mit dem Raumschiff durch das Weltall fliegt kann man Planeten und die Fauna und Flora derselben mit einem speziellen Strahl scannen. Die dadurch gesammelten Daten kommen in die persönliche Sporepedia, welche als Kartensystem aufgebaut ist.

    Jedes gescannte Sonnensystem bekommt dann eine Karte, auf der die wichtigsten Daten, wie etwa die Planetenanzahl, vermerkt sind. Von dieser Karte kommt man dann zu den Karten der Planeten des ausgewählten Sonnensystems und von denen geht es weiter zu den Karten, der dort ansässigen Kreaturen. Das Kartenlayout ist an jenes, diverser Tradingcardgames, angelehnt.

    Wenn man nicht alles selbst kreieren und designen möchte, kann einfach fertige Kreaturen, Häuser, Schiffe,… von anderen Spielern verwenden. Dadurch entgeht einem aber sehr viel.

    Spore ist genial.

    Obwohl er kein konkretes Ziel hat, kann man es stundenlang spielen, sowie seinem Entdeckerdrang und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

    Zu Recht wurde es zum Best (of GC) PC-Game gewählt.

    Für mich wird es der Grund für einen neuen PC sein.

  • Buch vs. Videospiel

    Für einen Moment war ich in der Hölle. Es war schrecklich, meine Hoffnungen sind zusammengebrochen. Ich konnt es nicht fassen, war innerlich zerstört.
    Ich sehe das Bild immer wieder vor mir.

    Mit Happy-Ends bin ich aufgewachsen. Es macht mir fast nie etwas aus in Spielen zu töten. Ich bin es gewöhnt, dass am Ende das Gute siegt. Auch wenn „das Gute“ manchmal böse ist.

    Ein paar Zeilen haben mich aus dem Konzept gebracht, haben mich niedergeschlagen, haben mir keine Ruhe mehr gelassen und an Schlaf war in jener Nacht gar nicht zu denken.

    Bücher können so viel schlimmer, asl Videospiele sein.

    In über tausend Seiten habe ich Gefühle für die handelnden Personen entwickelt, Höhen und Tiefen gingen vorüber, ich dachte, dass ich sie kannte. Einmal quer durch das Europa des 16. Jahrhunderts. Bergbau und Geschützguss. Erfolg und Gefahr. Unsicherheit.

    Am Ende kam der Tod. Ich habe ihn miterlebt.

    Er war brutal.

    Ich war müde, nicht mehr bei vollem Bewusstsein.

    Es war nicht der Tod selbst, der mich bewegt und den Schlaf geraubt hat, sondern die Umstände.

    Es war als würde mir ein guter Freund plötzlich ein Messer in den Bauch rammen.

    Nur langsam komm ich wieder hoch.

  • Nachtrag: 360 ist kaputt. hihi.

    Wie berichtet ist die Xbox 360 eines Freundes kaputt gegangen.

    Ich habe mich darüber gefreut, ja ich bin böse, aber ich freue mich auch drüber, dass er bereits nach drei Tagen eine neue bekommen hat.

    Und die Leute die über Google (xbox 360 kaputt) zu mir gekommen sind, brauchen sich daher auch keine Sorgen machen. Solange ihr brav wart und keine Modifikationen durchgeführt habt könnt ihr die Box einfach einschicken und innerhalb von ein paar Tagen habt ihr eine neue. Garantiezeitraum darf halt noch nicht überschritten worden sein, aber in Österreich und Deutschland dauert der Gewährleistungszeitraum zwei Jahre und den dürfte derzeit wohl noch niemand überschritten haben.

  • GC06 V – Die Siedler II: Die nächste Generation

    Back to the roots.

    Die Siedler II war neben Age of Empires II das erste Spiel, das mir die eine oder andere Nacht gestohlen hat. Es wurde aufgebaut bis der Computer es nicht mehr schaffte, ins stocken kam, die Framerate auf ein Bild pro zehn Sekunden sank. Dann war der Zeitpunkt zum schlafen gehen da oder doch gleich frühstücken?

    Nun sind sie zurück. Sie wuseln wieder herum. Sind putziger denn je. Und zum spielen lass ich sie immer noch am liebsten bei dreifacher Geschwindigkeit herumlaufen.

    Gut zwei Stunden meiner wertvollen GC-Zeit sind vergangen, wie ich mein kleines Imperium schuf.
    Begonnen mit einem mickrigen Hauptgebäude stand schon bald die erste Festung, nicht für militärische Zwecke, sondern zur friedlichen Gebietserweiterung.

    Innerhalb kürzester Zeit war ich in der Spielwelt versunken, die Steuerung ist einfach und weiß auch ohne Anleitung schnell was man machen muss.

    Am besten gefiel mir, dass ich mich nicht um Kleinigkeiten kümmern musste. Gut war auch, dass ich mich nur um die Gebäude und nicht um irgendwelche Heere wie etwa bei AOE:II kümmern musste, wo ich immer parallel meine Heere befehligen muss und gleichzeitig auch noch die Heimatstadt weiter ausbauen hätte sollen, die jedoch meist, sobald genug Truppen da waren verwahrloste.

    Bei DSII:DNG (ich mag selbst erfundene Abkürzungen) kann ich mich voll und ganz auf den Siedlungsausbau konzentrieren. Durch die Prozentangaben über den Gebäuden, welche die Produktivität angeben, hab ich immer den Überblick und sehe schnell was gut, was nicht so gut funktioniert und kann schnell darauf reagieren. Holzfällerhütten werden meist einfach abgerissen, wenn keine Bäume mehr in der Nähe sind, da sie mir meist nur zur Landschaftsgestaltung dienen. Bei DSII:DNG ist es fein, dass man dann auch wieder einen Teil der Rohstoffe zurückbekommt. So kann man bei Rohstoffknappheit auch einmal ein paar Gebäude opfern.

    Bei DSII:DNG muss ich nur bestimmen was wo stehen soll und fertig. Die Bauarbeiter kommen von alleine und müssen nicht zuerst irgendwo ausgebildet werden oder sonst was. Baumaterialien werden, wenn vorhanden, gebracht. Produkte werden dorthin geschafft, wo sie gebracht werden, ohne dass ich jemanden anweisen muss, dass er jenes von da holt und dort hinbringt, wo er danach untätig stehen bleibt. Bei DSII:DNG funktioniert das einfach selbständig und erspart dadurch unnötige Klicks und Zeit, in der man amüsantere Dinge machen kann.

    Natürlich ist es nicht ganz so simpel, wie es jetzt vielleicht klingt. Es gibt genug Sachen, auf die man achten muss.

    Werden genug Rohstoffe produziert? Sind die Transportwege so optimal? Wo könnte ich sie verbessern? Wo ist noch ungenützter Platz? Welches Gebäude ist schlecht ausgelastet? Warum? Wo ist der Feind? Sind meine Außengrenzen ausreichend gesichert? Wo haben die Bauernhöfe genug Platz und sind trotzdem in der nähe der Mühlen, die wiederum neben den Bäckereien steht? Welche Gebäude sind unnütz und können durch andere ersetzt werden? Wo muss wieder ein Lagerhaus gebaut werden? Wo kann ich neues Gebiet dazubekommen? und so weiter.

    Wie ihr seht gibt es genug Fragen, die noch übrig bleiben, aber man muss meist neue Überlegungen anstellen und kann nicht einfach immer wieder das gleiche machen, wie bei manchen anderen Spielen, wo man nur die nötigsten Gebäude baut und dann mein einem Heer loszieht, den Feind besiegt und fertig.

    Dann gibt es noch die Spiele, die ab einer gewissen Stadtgröße nur noch anstrengend sind, weil die ganze Zeit ein Feuer ausbricht, Felder abgeerntet sind, Fischer keine Fische mehr finden und ähnliche Dinge, die den Spielfluss bremsen.

    Wohingegen bei DSII:DNG die Bevölkerung viel selbständiger agiert und man so mehr Zeit für interessantere, neue Dinge hat.

    Das Spiel ist eigentlich einfach, aber es macht trotzdem viel Spaß und verschlingt Unmengen an Zeit. Wenn man dann einmal genug vom expandieren hat, kann man die Geschwindigkeit wieder auf normal stellen, ganz ranzoomen und das geschäftige Treiben genießen.