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Sehen Sie, was ihr Kind sieht?!

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Als den Spot gerade im ORF gesehen habe, bin ich wütend geworden, hab kurz geflucht und mich an den Computer gesetzt.

Ich dachte mir, dass das nicht wahr sein kann, dass man Computerspieler in einem Spot als Neo-Nazis, Sexbessene, Dorgenabhängige und Pädophile darstellt.

Ein Auto fährt vor; Es klingelt an der Türe; Die liebe Mutter öffnet; Vier Neo-Nazis wollen zu Klaus; Doe Mutter schickt sie in sein Zimmer; ein paar Prostituierte kommen, gleiches Prozeder; Eine anscheinend drogenabhängige Person und ein Kerl mit einer Waffe, der Sexy auf seinen dicken Bauch tätowiert hat, folgt; Als nächstes wird die Tür aufgetreten, eine in einen futuristischen Kampfanzug gehüllte Figur springt herein, schisst ein bisschen herum, natürlich mit tollen Soundeffekten; Die Mutter hebt gerade eine kaputte Lampe auf, als ein älterer Herr eintritt und fragt „Guten Tag. Ist das die kleine Anna? Du hast aber einen lieben Hasen. Komm, ich zeig dir einen richtigen Hasen“ nimmt sie an der Hand und die gehen.

Was ist bei mir von der Werbung hängen geblieben?
Als erstes fällt mir wieder diese, nach meiner Meinung, Halo-ähnliche Figut ein. Kein Wunder, schliesslich dauert die Szenes fast ein Viertel von der Gesamtzeit und ist sound und bildtechnisch am beeindruckensten. Und der Mann, der Anna mitnimmt, schliesslich war es die letzte Szene. Die erste mit den Neonazis ist aber auch gut in meiner Erinnerung verankert. Vielleicht kommt es nur mir so vor, weil ich mich persönlich angegriffen fühle, aber der Spot hinterlässt den Eindruck, dass Videospiele pervers und voller sinnloser Gewalt sind.

Jugendschutz ist ein wichtiges Thema. Kinder müssen vor Sex und Gewaltdarstellungen und vor allem vor solchen perversen Arschlöchern geschütz werden. Deshalb braucht es Eltern, die das Internet gemeinsam mit ihren Kindern erforschen, mit ihnen darüber reden. Sie müssen sich auch für die Spiele interessieren, die ihre Kinder spielen. Geimeinsam mit ihnen einkaufen gehen, in dem Fachgeschäft für Videospiele in Innsbruck können sich auch Eltern toll beraten lassen. Die Leute wissen dort Bescheid was den Kindern gefällt und auch für sie geeigent ist. Trotzdem braucht es auch noch zusätzliches interesse der Eltern, weil nur die wirklich wissen, was sie ihrem Kind zutrauen können. Wenn der Vater mit seiner Tochter oder seinem Sohn einen Egoshooter spielt, auch wenn der laut USK noch nicht für sie geeignet ist, und sich mit ihm drüber unterhält.

Mein Vater hat das nie mit mir gemacht, aber wir haben uns oft und ausführlich über Krieg unterhalten. Ich habe mir dadurch eine Meinung bilden können. Wie ihr wisst habe ich heute und morgen Musterung, ich weiß aber jetzt schon, dass ich Zivildienst machen werde. Katastrophenhilfe, Grenzschutz und so weiter ist wichtig, aber ich kann keinen Dienst an der Waffe leisten. Auch wenn ich nur auf Pappmänchen schiessen würde, könnte ich das nicht.

Viedeospiele sind für mich etwas anderes, ich weiß ein bisschen drüber wie sie gemacht werden. Das ist so ähnlich, wie wenn man weiß, wie bestimmte Spezialeffekte in einem Film gemacht wurden, dass der Film nicht mehr so grausig ist. In einem Videospiel macht es mir nichts aus, wenn ich einem Gegner den Kopf runterschiesse, das Blut spritzt und er langsam zusammensackt. Allerdings muss ich da auch erwähnen, dass ich mir nie ein Spiel kaufen würde, nur weil man Leute äußerst grausam töten kann. Spiele wie Hitman, finde ich hingegen genial, weil das töten zwar das Energebniss ist, es aber um viel mehr geht.

Zurück zum Werbespot.

Er wurde von klicksafe.de in Auftrag gegeben. Das ist eine wirklich hervorragende Seite. Man erfährt viel über Jugendschutz, Spiele, das Internet und dergleichen.

Der Spot ist meiner Meinung nach jedoch ein kompletter Fehlgriff, weil ich mich als Spieler davon angegriffen fühle und ich befürchte, dass viele Leute ihn falsch verstehen werden. Es bleiben einfach die falschen Sachen hängen.

Ansehen kann man sich den Spot bei:

klicksafe.de

orf.at

PS.: Die deutsche und österreichische Fassung sind ein bisschen verschieden.
Update: Anscheinend baut die ganze Seite nur auf diesem Spot auf und wurde von der EU gefördert,

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Witzig ist sie ja schon… Ich nehm das nicht so ernst. Ich spiel was ich will, du spielst was du willst. Wenn irgendwelche Minderjährigen das von ihren Eltern aus welchen Gründen auch immer verboten kriegen, dann wirds schon stimmen so. Mit oder ohne den Clip. Wayne interessierts.
    Und zu dem Zivildienst von wegen Waffe abfeuern… du kennst ja die Geschichte von dem Typen, der auch aus moralischen Gründen den Dienst an der Waffe versagt hat, und als Zivildiener zum Alpenzoo gekommen ist, um Küken zu köpfen und sie den Adlern zu verfüttern.

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