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Notizen von einer Party

3 Kommentare

Gestern war ich auf einer Party. Ich habe nichts getrunken, da ich mit dem Auto dort war. Trotzdem können die Notizen eigenartig wirken. Sie sind weder geordnet, noch nachbearbeitet worden.


Es sind oft kleine Gesten die viel bewirken.

Der Gesundheitsapostel filmt sie und macht Fotos, um ihr danach zu zeigen, wie schlimm sie sich verhalten und ausgesehen hat. Dann geht er selbst weitersaufen.

Der Tisch und die Küche sind überfüllt mit leeren Flaschen. Bier, Vodka, Tequila. Der Nachbar will die Polizei rufen. Die Musik wird lauter gedreht. Es ist mir egal. Heute.

Die Gastgeberin ist betrunken. Musste sich übergeben. Die Musikanlage ist in den Händen von nur begrenzt zurechnungsfähigen Personen. Metal dröhnt durch den Raum. Der Nachbar, der sich schon einmal beschwert hat, traut sich vermutlich nicht mehr zu kommen.

Halb in Trance halb bei Bewusstsein stürze ich mich auf ihn. Schlag ihm ins Gesicht. Reiße seine Haare aus. Stoße ihm mit dem Knie in den Magen. Während er sich vor Schmerz auf dem Boden krümmt, trete ich auf ihn ein. Lasse nicht mehr ab. Wühle in seinen Eingeweiden.
Blutverschmiert verlasse ich das Haus.

Er hat das Messer herausgezogen. Sie hat keine Kontrolle mehr über ihn. Die Wunde bereitet ihm trotzdem große Qualen.

Es ist nicht richtig was sie machen, aber ich werde mich nicht einmischen. Später kann es als Freibrief gesehen werden.

Eine falsche Bewegung und er liegt am Boden. Niemand würde ihm zur Hilfe kommen, eher würden weitere auf ihn eintreten. Er hat sich über den Musikgeschmack der einen aufgeregt. Ihn wegen einem alten, Kommentar verarscht. Sich über deren Heimat lustig gemacht. Offenkundig zugegeben, dass ich dumm sei.
Meine Erziehung hat am Ende verhindert, dass ich auf seine Provokation eingegangen bin.

Manche Leute haben es nicht verdient.

Habe versucht beide Seiten zu verstehen, war kurz davor eine meiner Türen zu öffnen. Meine Gedanken preiszugeben. Wurde enttäuscht. Bin froh, die Tür mit einem lauten Knall wieder zugeschlagen zu haben.
Bin mir nicht sicher, ob es verstanden wurde.

Nach dem Kiffen kam der Alkohol. Sie wurde übermütig. Musste zeigen wie toll sie ist. Mehrmals fiel sie zu Boden. Lachte. Verlor auch den letzten Rest Respekt.
Als sie dann verlangte, dass wir gehen, hörte niemand auf sie.
Ihre Autorität hat sie im Alkohol ertränkt.

Normalerweise würde ich mich auch verantwortlich fühlen. Würde versuchen zu helfen, aber dieses Mal muss sie es alleine ausbaden. Zu Beginn hat sie sich noch darum gekümmert, aber dann musste sie mittrinken. Bis sie nicht mehr stehen konnte. Die Party glitt ihr aus der Hand.

Eine Änderung ist nicht nötig. Ich müsste nur mein Verhalten anpassen.

Natürlich sehne ich mich oft nach einer Schulter, wo ich mich anlehnen kann. Einem Gesicht mit dem ich lachen kann. Einer Hand, an der ich mich festhalten kann. Einer Hand, die ich halten kann. Einem Körper, den ich umarmen kann. Ohren, die mich verstehen. Lippen, die ich küssen kann. Augen, in denen ich versinke.
Ich werde aber sicher nicht mit dir darüber reden.

Diese Party hat vieles bewirkt. Manche Dinge werden dauerhafte Folgen nach sich ziehen.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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3 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Je öfter ich deinen Blog lese, desto wütender werde ich. Du schreibst nicht nur über deine Gefühle, sondern beurteilst auch andere Menschen.

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  2. Ich kann dir nur das sagen, was ich jeden anderen auch sagen würde. Wenn dich der Blog wütend macht, lies ihn nicht.

    Ja, ich schreibe nicht nur über meine Gefühle, aber ich schreibe auch keine Beurteilungen.

    Ich habe nur das geschrieben, was ich wahr genommen habe.

    Vielleicht habe ich so geschrieben, dass man sich schnell selbst ein Urteil bildet.

    Wenn es dich stört kann ich bestimmte Phrasen zensieren. Schick mir einfach eine Mail welche dich stören.

    Antworten

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