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drei uhr neun

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Eine halbe Stunde hab ich auf den Bus gewartet. Bin ich in der Kälte gesessen.

Bevor ich einsteige, will ich noch schnell den Zehner aus meiner Geldtasche holen, welchen ich dort vorsorglich verstaut hatte.

Verwirrung. Er ist nicht da Verdammt ich habe ihn doch nicht ausgegeben.

Jedenfalls ist das der letzte Bus und ich will nicht drei Stunden auf dern nächsten warten. Mit dem könnte ich ja dann, dank Jahreskarte fahren.

Kurzer Blick auf die Uhr. Fünf Minuten hab ich noch. Schnell auf die andere Straßenseite, dort ist meine Bank.

Karte reinstecken, Code eingeben, Betrag auswählen. Verdammt, was soll das „Kein Service“? Vielleicht geht es in der Filiale. Fehlanzeige.

Schnell zum nächsten Bankomaten. Der ist zum Glück nur ein paar Meter entfernt. Funktioniert aber auch nicht.

Nervosität. Zwei Minute bleiben mir noch.

Im Bahnhof ist noch ein Bankomat. Ich husche durch die halb geöffnete Türe, sause die Rolltreppe hinunter. Das gibt’s doch nicht. Gerade jetzt muss da jemand Geld abheben. Es ist drei Uhr in der Früh. Verdammt.

Bei mir funktioniert der Bankomat natürlich nicht. Ich habe ganz sicher genug Geld am Konto.

Ich renne zum Bus. Komme gerade noch hinein, bevor er losfährt.

„Ich habe leider kein Geld mehr, könnte ich meinen Führerschein hinterlegen?"

Der Busfahrer deutet mir nur freundlich mit einer Handbewegung, dass ich so mitfahren soll.

Erleichterung.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Ehrlichkeit zahlt sich eben aus :) Mir ist sowas auch schon passiert. Sachen, die man ganz genau geplant haben und die so leicht erscheinen, werden plötzlich zum Alptraum. Für dich ist er ja gut ausgegangen :)

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  2. Da kommt dann eine Reihe von unglücklichen Situationen zusammen, Notfallpläne versagen einfach. Dieses Mal hatte ich ja das Glück, dass am Ende doch noch alles geklappt hat und es wäre auch nicht so schlimm gewesen.
    Musste letzten Sommer vier Stunden am Bahnhof in München verweilen, weil ich mich im Fahrplan verschaut hatte. Auch in der Nacht. Im Nachhinein aber auch nicht schlimm. Seit damals schau ich immer ganz genau wann der Bus, Zug fährt und bin oft sogar etwas übervorsichtig.
    Schlimm ist es wenn solche negativen Reaktionsketten bei wichtigeren Situationen eintreten.

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