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Blogwichteln

5 Kommentare

Ich habe nun die ehrenhafte Aufgabe, einen Betrag im Rahmen des Blogwichteln -mein erstes-
für diesen Blog zu schreiben. Da ich sehe, dass du poesie magst, aus Bequemlichkeit und Zeitgründen
werde ich deshalb einfach eine Kurzgeschichte veröffentlichen, die ich vor ca. 10 Jahren schon geschrieben habe
und deren Ende bisher niemand kapiert hat. Sie hat keinen Titel.

„Und plötzlich stand vor mir auf der Strasse ein kleines Kind unbestimmten Geschlechts von etwa vier oder fünf Jahren.
Hing der schmutzige Leinenkittel an seinem mageren, zarten Körper – oder war es umgekehrt?
Die Haut war weiß, fast durchsichtig, aber zart und rein wie chinesische Seide, nur die Füße waren mit eingetrocknetem Schlamm und Algen bedeckt.
Mit beiden Armen krampfhaft fest umklammert hielt es einen alten, kaputten, ehemals rosafarbenen Plüschbären, der eines seiner Glasaugen verloren hatte. Das andere baumelte nur noch an einem Faden.
An vielen Stellen waren die Nähte aufgeplatzt und Strohhalme staken so hart und feindselig heraus, dass man Angst hatte, das Kind könnte sich daran verletzen.
Das Kind stand völlig ruhig da, ohne eine Miene zu verziehen, nur die Brust hob und senkte sich zittrig wie bei einem Verängstigten Tier.
Das kurze, blonde Haar stand strähnig und wirr von seinem Kopf ab. Die pechschwarzen, tränenerfüllten Augen nahmen fast die Hälfte des Gesichts ein und blickten mich Angsterfüllt an. Nase und Lippen waren nur hauchdünne Wölbungen.

„Wer bist du denn?“ flüsterte ich, und meine Stimme bebte vor Ergriffenheit. „Ich bin der Tod“ sagte es, und seine Stimme klang glockenhell wie die eines Engels.
Ich lachte freundlich. „Aber mein Schätzchen,, wer hat dir denn so einen Unsinn erzählt?“
Es blickte mich nur an und ich nahm es in meine Arme und hob es hoch.

… Es war nur ein Traum. Ich wachte auf, als hätte mich ein elektrischer Schlag getroffen.
Durch den Winkel meiner weit aufgerissenen Augen konnte ich rechts neben mir verschwommen einen Kasten wahrnehmen, eine schwarze Fläche mit einem grünen, waagrechten Strich in der Mitte.
Der hohe, langgezogene Pfeifton klang noch lange nach, als mir die Augen wieder zufielen.
An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern.“

Die Geschichte ist auch auf meiner Homepage zu finden, die ich hier nicht direkt verlinke, da
dort noch Baustelle ist, aber mit ein bisschen Nachdenken kommt man ganz leicht auf die URL
und kann sich das Desaster dort anschauen.

Ich hoffe, der Betrag hat dir gefallen und wünsche dir…sagen wir einfach schon mal
frohe Weihnachten oder Happy Jul. Oder so.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Entschuldigt bitte die Verspätung, ich bin gestern einfach nicht mehr zu einem Computer gekommen.

    Die Geschichte find ich toll, auch wenn ich das Ende noch nicht ganz verstanden habe *g*. Vielen Dank.

    Antworten

  2. Pingback: CongressRadio » Blogwichteln-Gastbeitrag: Advent 2.0

  3. Coole Geschichte!
    Stirbt er jetzt am Ende wirklich oder wie versteh ich das?
    Schwarzer Kasten mit grünem Strich, Pfeifton?
    Na klar, jetzt ergibt alles einen Sinn!

    Antworten

  4. Jahwoll, so isses – der elektrische Schlag ist wirklich eine von einem Defibrillator, der Kasten mit dem Grünen Strich diese Anzeige der Herztöne und der lange Pfeifton halt das Piepsen, was kommt, wenn keine mer da sind :)

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  5. Pingback: 2-Blog » Blogwichteln 07

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