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Sechs Stunden Stille

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Zeit für mich.

Ich habe alle Pflichten beiseite gelegt. Kein Radio, kein Fernseher, kein Computer, der mich ablenkt. Handy abgeschalten. Das Leben hat Pause.

Ich sitze in meinem Zimmer, blicke beim Fenster hinaus, auf die schneebedeckten Gipfel, die bräunlich-grünen Wiesen, die scharlachroten Dächer. Die Sonnenstrahlen wärmen mich. Wo steh ich? Was hab ich getan? Wohin geh ich?
Ich will Antworten auf Fragen, die ich nur selbst beantworten kann.
Langsam tauche ich in meine Welt hinab. Versuche Gedanken zu bündeln, zu benennen. Abgestorbene Überlegungen auszusortieren, Verknüpfungen zu finden, ein Gesamtbild zu schaffen.
Was ist mir wichtig? Wer ist mir wichtig?

Ich stehe auf, öffne das Fenster und lege mich auf den Boden. Ich strecke mich aus, schließe die Augen. Der Teppich ist weich und angenehm warm.
Ich erinnere mich an lang vergangenes. Einschneidende Momente, wichtige Ereignisse. Wann war ich traurig? Wann glücklich?
Emotionen steigen in mir hoch. Zu den meisten Erlebnissen habe ich sie abgespeichert. Jetzt rufe ich sie ab. Tränen steigen in meine Augen. Pures Glück durchströmt meinen Körper. Was werde ich erleben? Wen werde ich kennen lernen?

Die Sonne geht unter. Es wird kalt. Ich nehme eine Decke und setze mich auf das breite Geländer des Balkons. Die Beine lasse ich hinunterbaumeln. Es gibt noch so vieles zu erleben und ich bin für jeden Tag dankbar, auch wenn er schmerzhaft war.

Über mir glitzern die Sterne. Durch meine Lungen strömt die kühle Nachtluft voller Hoffnung.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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