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Zufall?

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„Was soll ich tun? Das ist nicht normal! Was geschieht mit mir? Wahrscheinlich bin ich doch verrückt!"
Mort unterbrach sich und sah zu dem Mann, der auf einem Liegstuhl zwischen seinem Daumen und Zeigefinger saß und eine winzige Zigarre rauchte.

„Glaubst du, ich bin verrückt?", fragte er den Zwerg.
Der warf ihm über den Rand seiner Sonnebrille einen Blick zu, der sagte: „Mann, du redest hier mit einem ein Zentimeter großen Kerl, der in deinem Daumen wohnt. Ein psychedelisches BSE-Rind, das an einer öffentlichen Schule in New York unterrichtet, müsste Drogen nehmen, um so verrückt zu werden."

Mort war nun nicht mehr in ausdruckslosen, seltsamen Haltungen in seinen Tagträumen gefangen, ebensowenig in solchen des Schocks. Ganz im Gegenteil war er aufgeregt, geradezu hyperaktiv, aber immer noch besorgt.

Wie hatte er das gemacht? Für ihn bestand kein Zweifel, dass er die Tafel zu Fall gebracht hätte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Zufall handelte, war aber auch so in etwa eins zu zehn hoch ziemlich viel. Doch so sehr er sich auch konzentrierte, konnte er nichts und niemanden mit Gedankenkraft zu irgend etwas bewegen. Er starrte einen Ziegel an, der sich nicht bewegte. Der Ziegel fuhr solange fort, das zu tun, bis Mort das Starren aufgab und den Ziegel aus dem Fenster warf. Er verfehlte einen Hund sehr knapp. Nach einer Weile entschied er sich, mit etwas einfacheren zu beginnen, doch er konnte genausowenig den Hund dazu bringen, zu explodieren; eine Feder aus seinem Kopfkissen weigerte sich sogar strikt, sich zu bewegen, obwohl Mort kräftig pustete. Seine Mutter brachte ihm kein Sushi, obwohl er ihr eine halbe Stunde lang Gehirnwellen mit entsprechenden Befehlen durchs Äther schickte.

Er blieb also hungrig und enttäuscht. In einem letzten Verzweiflungsakt seines letzten Bisschens Hoffnung suchte er sämtliche Bücher zu dem relevanten Thema aus der Bibliothek seiner Eltern.

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