Monat: April 2007

  • Mieses Mahl

    Um sechs Uhr erinnerte sich Mort daran, dass nun laut der Schwester das Abendessen serviert wurde, und machte sich wieder auf den Weg, um den Speißesaal zu finden. Es hätte sich ruhig jemand um ihn kümmern können, fand Mort. An solch einem seltsamen, lieblosen Ort war er noch nie gewesen. Außer… nein, nicht einmal mit der Schule war das vergleichbar.

    Das Essen war passend zum Ambiente.

    Weihnachten konnte Mort im Speißesaal nicht entdecken. Es gab ja noch eine zweite Sitzung um sieben.

    „Verzeihung,", sagte ein unbekannter grauhaariger Mann mit augenscheinlich einer Woche Schlafdefizit, „ist dieser Platz noch frei?"

    Das war der Platz neben Mort in der Tat, und Mort hatte keinen Grund, etwas anderes zu behaupten.

    „Danke.", sagte der graue Herr und nahm Platz, „Mort, nehme ich an?"

    „Richtig." Mort war schon lange zu verwirrt, sich zu wundern, woher ihn jeder zu kennen schien.

    „Ich soll dir das hier von Weihnachten geben."

    Unter dem Tisch, auffallend unauffällig, gab der Herr Mort eine Serviette.

    Mort bedankte sich und wischte sich den Mund ab.

    „Es ist eine Nachricht.", machte der Unbekannte ihn aufmerksam.

    Mort betrachtete die Serviette, entschuldigte sich und las.

  • Unterstützung für MC Winkel

    Wieder einmal kann die Blogosphäre beweisen zu was sie alles fähig ist.

    MC Winkel, welcher Schuld war, dass ich für ein Wochenende nach Hamburg gefahren bin, nur um mit ihm zu feiern, hat es geschafft mit Büro am Strand und ihrer Single „Immer wieder Sonntags“, für welche Jojo ein Cover gezeichnet hat und die ich wirklich gut finde, unter die Top 15 beim „N-Joy Band Battle“ zu kommen.

    Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, dass sie bei der „N-Joy Starshow 2007“ als Vorband für Silbermond, Revolverheld, Jan Delay und weiteren vor zwanzig tausend Besuchern auftreten könnten.
    Dazu bedarf es allerdings um Mithilfe.

    Daher bitte ich euch auf N-Joy Band Battle 2007 zu gehen und rechts für „Büro am Strand – Immer wieder Sonntags“ abzustimmen.
    Danke.

  • Warten auf Weihnachten

    Das war also so wichtig und geheim. Ließ jedoch mindestens so viele Fragen offen wie zuvor. Vielleicht sollte er besser warten, bis Weihnachten zurückkehrte. Was, wenn der wirre Typ recht hatte? Konnte es sein, dass Sidney noch am Leben war? Wenn der Inhalt dieses Schrankes der einzige Weg war, hier rauszukommen und Morts besten Freund zu finden?

    Auf jeden Fall der einzige, es herauszufinden.

    Also verbarg Mort die Zettel wieder dort im Kasten, fügte den doppelten Boden ein, schloss den Kasten und versuchte, den Rückweg zu seiner Zelle zu finden, um dort auf Weihnachten zu warten (die Person, nicht den Tag).

    Doch Weihnachten kam und kam nicht (die Person sowie der Tag). Nur Eugene saß ständig auf seinem Bett oder in der Ecke, je nachdem, wovor er gerade größere Angst hatte.

  • Ein Fluchtplan

    Denn genau in diesem Augenblick öffnete sich die Tür zum Zimmer und Weihnachten schlug die Schranktür zu. Eine der Schwestern kam herein (eventuell dieselbe von vorher) und bat Weihnachten, mitzukommen. Sie schenkte Mort keine Beachtung.

    Der alte Mann warf dem Jungen einen verzweifelten Blick zu und folgte ihr hinaus.

    Die Tür fiel wieder zu und Mort fühlte sich sehr alleine. Und dumm. Er hatte keine Ahnung, was hier gespielt wurde.

    Neugierig und nervös öffnete er also den Kasten und hob irgend einen der Zettel auf. Es war ein Zeitungsbericht, der von einem von Aliens entführten Jungen namens Disney handelte. Mort kannte ihn. Den Jungen, sowie den Bericht. Er nahm einen weiteren Zettel. Es schien ein gewöhnlicher Brief an eine Tante Sylvia zu sein. Dann ein Kochrezept für gefüllten Kapaun. Enttäuscht stellte Mort fest, dass es sich bei einem Großteil der Zettel um solch nichtssagende Schriftstücke handelte. Ein unscharfes Foto zeigte einen umgestürzten Baum. Ein Stadtplan einer Mort unbekannten Stadt. Die Bestätigung der Verlegung einer Ilse Wyndat ins Krankenhaus von Prag. Und ganz unten, am tatsächlichen Boden des Schrankes, ein detailierter Plan eines Gebäudes im Schrägriss.

    Es sah aus wie ein professioneller Blueprint, auf den jemand mit Bleistift einige Notizen und Linien eingetragen hatte. Einige Punkte markierten offenbar Personen, die Pfeilen in eine bestimmte Richtung folgten. Wie es Mort langsam dämmerte, ein Plan ebendieser Anstalt, in der er sich befand. Ein Fluchtplan.