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Der Raum war klein, staubig und dunkel, und natürlich voller Akten irgendwelcher Patienten. (Zu Morts Jugendzeit waren Computer nämlich keineswegs etwas, das jedes Durchschnittsunternehmen besaß; die Akten, Daten, Bestellungen, Rechnungen, die Lieferungs-, Empfangs- und Zahlungsbestätigungen, die Kontoauszüge, Rezepte, Fragebögen, Geheimbotschaften und Drohbriefe wurden damals noch per Hand geschrieben und irgendwo aufbewahrt, oder verbrannt.)

Mort wusste, dass er nicht viel Zeit hatte. Wenn der Doktor seine Therapie beendete und die bewusstlose Sekretärin sah, hatte Mort mehr Ärger als er in all den Jahren mit Sidney hatte anstauen können. Also fing er unverzüglich an, nach seiner Akte zu suchen.

Weihnachten – Zardelli – hier musste er am Ende sein. Er entschied sich, am anderen Ende zu beginnen.

Aachinger – Anderson – das war irgendwie sympathischer. So konnte er in der richtigen Reihenfolge nach dem M für Mortison suchen.

Anderson – Buchweizer, Buchweizer – Dante, und so weiter.

Jung – Kant. Gleich musste das M eingeordnet sein.

Kant – Lawt. Gleich… „Hnjwaaa?", entfuhr es Mort.

Lawt? Sein Freund, Sidney Lawt? Sein armer dahingeschiedener ehemaliger bester Freund Sid? Mehr als erstaunlich. Er hatte Mort nie etwas davon erzählt, dass er in psychiatrischer Behandlung war. Vielleicht war es ihm peinlich gewesen?

Wieder spürte Mort den Schmerz, als er sich an eine bessere Zeit mit seinem Freund zurückerinnerte.

Ohne sich wirklich darüber Gedanken zu machen oder es zu wollen, öffnete er die Akte. Als Sidney ihn dort von einem Bild anblickte, musste er sich auf den Boden setzen. Das war tatsächlich die Akte von seinem Freund. Weswegen war er hier gewesen? Er war doch geistig völlig… naja, in Morts Hinsicht normal genug. Die Datenblätter und Notizen von Dr. Bramarbas würden Antworten geben.

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