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Grau

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Graue Kittel. Kleine Pillen ohne Wirkung. Ausdruckslose Gesichter auf Seiten der Ärzte wie der Insassen. Es war schrecklich, fand Mort. Er hielt es nicht mehr aus. Wenn er niemanden von seiner geistigen Gesundheit überzeugen konnte, musste er abhauen.

Er kam nicht weit, da eine aufmerksame Glastür seine Flucht verhindern konnte.

„Es ist das beste für dich, mein Schatz", meinte Morts müde Mutter, doch das stimmte nicht. „Du bist doch erst seit zehn Minuten hier. Bestimmt wird es sehr angenehm." Das stimmte auch nicht. Es war alles andere als angenehm, und sie waren erst seit sieben Minuten hier. Beide brachen in Tränen aus und umarmten sich.

„Si tacuisses, philosophos mansisses!", rief Morts Vater aufgelöst.

Nach der traurigen Verabschiedung fühlte sich Mort völlig allein. Eine freundliche Krankenschwester führte ihn zu einer winzigen Zelle, in der zwei spartanische Betten und ein seltsamer Schrank standen. (Inwiefern der Schrank seltsam war, möchte ich nicht näher erläutern. Die Beschreibung jenen Raumes ist so schon nervenaufreibend genug.) Ein kleines Fenster, passend zum Raum, mit unästhetischen Gitterstäben gab Ausblick auf einen entmutigenden Sumpf und eine höhnische Zugstrecke.

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