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ich weiß

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„Heute Abend gehen wir ins Tridé“, sagt mein Freund am Telefon und nach einer kurze Pause legt er noch nach: „und du kommst mit.“
Er meint, dass ich nicht mehr aus der Wohnung komme, mich zu sehr zurückziehe. Er hat Angst, dass ich wieder wieder abstürze, in meiner Welt versinke.

Er hat Recht. Ich verbringe wieder mehr Zeit in meinem Zimmer, habe den Kontakt nach außen fast gänzlich abgebrochen, jedoch nicht weil ich nicht leben will, sondern weil ich mir erst über einige Dinge klar werden muss.
Vor ein paar Wochen habe ich geschrieben, dass ich etwas ändern werde. Damals bestand bei mir der Verdacht auf Krebs. Ich wartete auf das Ergebnis aus dem Labor und sagte mir, dass ich, egal ob der Befund negativ oder positiv sei, mein Leben ändern werde.
Ich habe es nicht geändert. Ich entwickle mich weiter, meine Denkweise, aber nicht mein Leben.

Bei zu vielen Dingen denke ich so lange nach bis es zu spät ist oder ich es mir einbilde.
Und ich mache es schon wieder.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Ich versuche seit geraumer Zeit, mein schlechtes Gewissen abzulegen, wenn ich doch wieder etwas nicht geändert habe. Es ist schwierig, manchmal klappt es, meistens nicht.

    Es ist ein Gefühl, wie wenn Freunde am Samstagabend anrufen, ob man Lust hätte, mit rauszukommen, wenn man es sich gerade „gemütlich“ gemacht hat… Eigentlich will man, eigentlich auch nicht. Und im Grunde weiß man, es wäre Zeit, noch mal den Raum zuverlassen. Wenn nur nicht die Lethargie wäre, die zumindest mich dann festhält.

    Übrigens wurde bei mir ca. 1.5 Jahren Krebs diagnostiziert. Wenn Du glaubst, dass ein solcher Befund hilft, auf der Stelle vieles zu ändern, dann liegst Du in meinen Augen falsch. Der Befund und die Erfahrung ändert vieles und einen selber auch, eingefahrene Verhaltens- und Denkweisen zumindest bei mir nicht.

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  2. Inzwischen glaube ich es auch nicht mehr.
    Als ich auf den Befund gewartet habe, malte ich mir so vieles aus, was ich machen werde. Ich hatte weitreichende Pläne, aber darüber denken ist eben viel einfacher, als tatsächlich etwas zu machen.

    Ich entwickle mich weiter, kann zwar leicht den Kurs korrigieren, aber es ist nicht möglich, plötzlich in eine andere Richtung zu fahren.

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