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Mein halbleerer Rucksack

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Das Blickfeld wird immer kleiner. Tunnelblick würden es manche nennen.
Ich versuche nach links und rechts zu schauen, doch wie ein Strudel saugt es mich nach vorne.
An mir rasen Zahlen, Buchstaben, Wörter und Formeln vorbei. Selten ein Bild, selten ein Geräusch.
Ein paar Meter vor mir löst sich alles auf, wird einen unmessbar großen Raum geschleudert verschwindet in der Ferne.
Zuvor konzentriert es sich auf einen Punkt, zu einer unlesbaren Masse. Geballtes Wissen, kurz vor dem Ende.

Mein Rucksack ist halbleer. Ich habe ihn offen hingehalten und das mitgenommen, was hinein fiel. Selten habe ich selbst etwas aufgehoben, um es ordentlich zu verstauen.
Froh war ich, wenn ich Teile wegwerfen konnte, der Rucksack wieder leichter wurde.
Hin und wieder habe ich etwas unter dem Arm mitgenommen und fallen gelassen, sobald ich es nicht mehr brauchte, um andere Dinge mitzunehmen.
Jetzt habe ich mir eine Umhängetasche gekauft. Ich versuche soviel, wie nur geht in meine Taschen zu stopfen, viele Dinge fallen gleich wieder runter. Ich bin so überladen, dass ich mich nicht mehr bücken kann, um sie aufzuheben.
Nur im Rucksack wäre noch genug Platz, doch ich habe keine Zeit die Dinge ordentlich zu verstauen.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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