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Orte für mich

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Kalte Schweißtropfen rinnen über mein Gesicht. Den Blick nach vorne, werde ich von einem Auto geblendet. Ich überquere die Straße, laufe über das Feld weiter. Neben mir mein Hund. Im Laufen, nehme ich ihm die Leine ab, an die ich ihn nahm, weil er ständig stehe geblieben ist. Jetzt läuft er brav an meiner Seite.
Ein kühler Wind bläst durch meine Haare. Ich genieße die Dunkelheit. Unter den Füßen die weiche Wiese. Die Laternen der Stadt habe ich hinter mir gelassen. Wie lange es diese Felder noch geben wird? Kein Lärm, keine Menschen. Nur ich und mein Hund.

Als ich heimkam, dachte ich, dass ich es nie mehr schaffen werde. Früher bin ich oft laufen gegangen oder mit dem Rad gefahren. Nicht weit, selten länger als eine halbe Stunde.
Zwei Orte gab es, wo ich nachdenken konnte. Wo ich eine besondere Kraft fühlte. In mir.
Der eine auf einem Hügel, von welchem ich weit ins Tal hineinblicken konnte. Auf der Wiese liegend ordnete ich mein Leben. Stundenlang. Der Boden war warm und trocken.
Der andere Ort war eine kleine Lichtung im Wald. Dort saß ich auf einem der mit Moos bedeckten Steinen. Die Baumkronen wurden nur von wenige Sonnenstrahlen durchbrochen. Rundherum alles grün. Selbst wenn ich die Augen schloss.

Ich habe diese Orte vergessen. Die Zeit für mich nicht mehr gehabt. Sie mir nicht geholt. Immer weiter in einen Strudel aus Stress. Mein Leben hatte sich von selbst geordnet. Ohne meinem Einfluss. Ohne meinen Wünschen. Ich dachte den Überblick zu haben, doch ich sah nicht alles.

Meine Schritte werden schneller. Vor mir der Hügel von früher.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite freiberuflich als Social Media Analyst und veröffentliche jährlich einen Blogbeitrag. | | | Newsletter

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