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Upupa

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Mort begann verlegen zu stammeln, denn er hatte den Pudding für unwichtig befunden und in seiner Eile im Zimmer zurückgelassen.

„Sag ich ja", meinte Horace, „wir können ihm nicht vertrauen. Und was jetzt?"

„Nur die Ruhe, Upupa wird uns auch so finden…"

Weihnachten winkte in Richtung eines Fensters, hinter dem Mort jemanden zurückwinken sah. Kurz darauf ertönte ein schriller Pfiff von irgendwo hinter der Mauer. Gedankenlos vor lauter Verwirrung blickte Mort hin und her, bis sein Blick an einem Vogel hängen blieb, der über dem Hof kreiste. Er flog immer tiefer, sodass Mort seine braun-schwarz-weiße Färbung und seine seltsamen langen Federn am Kopf erkennen konnte. Schließlich lies das Tier einen glänzenden Gegenstand aus seinem Schnabel ins hohe Gras nahe der Mauer fallen.

„Gut gemacht, Upupa.", sagte Weihnachten. „Siehst du, er hat ihn fallen gelassen."

„Er hätte ihn auf meiner Hand ablegen sollen…", murrte Horace.

Die drei begannen hektisch, das Gras auf Knien zu durchkämmen.

Nach und nach sah man vom Innenhof aus Bewegungen hinter all den Fenstern rundherum. Die Tür, durch die sie selbst gekommen waren, wurde geöffnet, und einige der Männer, die Mort schon zuvor gesehen hatte, kamen in den Hof. Zusammen bewegten sie sich, nervös in alle Richtungen blickend, auf das Tor zur Freiheit zu.

„Wir müssen uns beeilen!", rief einer der Flüchtigen in spe.

Mort sah zu dem Fenster empor, an dem zuvor die Gestalt gestanden und gewinkt hatte. Nichts regte sich mehr hinter den Vorhängen; die Kontaktperson war vermutlich eine der Männer, die nun Weihnachten drängten, sich zu beeilen.

Nein – da war er! Jemand ging am Fenster vorbei. Mort winkte. Die Gestalt winkte nicht zurück. Stattdessen öffnete sie das Fenster, und Mort erkannte, dass es keiner der Ausbrecher, sondern leider Eugene war. Die Haare hingen ihm noch wilder ins Gesicht als zuvor, und er schien aus einem Auge zu bluten.

„Geronimo!", rief er und sprang aus dem dritten Stock.

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