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falsche Tränen des Abschieds

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In ein paar Minuten geht sein Zug. Nervös blickt er immer wieder auf die roten Ziffern auf der Anzeigetafel.
Über der Schulter hängt seine schwarze Reisetasche, in ihr nur das nötigste. Er reist ungern mit unnötigem Ballast, und sei die Reise noch so lange. Er will frei sein, bereit für das, was kommt.
Durch die bis unter die Decke reichenden Fenster scheinen fahle Lichtstrahlen.
Er dreht sich im Kreis, geht eilig von einem Ende der Bahnhofshalle zum anderem, immer wieder den Kopf nach oben streckend.
Von seinen Freunden verabschieden, er hat sie verloren. Gerade standen sie noch neben ihm.
Verloren bevor er weggefahren ist. In der Menge von Menschen und Dingen.
Er will sie ein letztes Mal an sich drücken, beim Einsteigen Tränen der Verbundenheit in den Augen haben.
Plötzlich sieht er jemanden, winkend läuft er hin. Zu spät. Unaufhörlich wälzt sich der Strom an Menschen durch die Halle, reißt ihn ein paar Meter mit, spuckt ihn wieder aus.
Ein letzter Blick. Er hat keine Zeit mehr.
Als er einsteigt laufen ihm Tränen der Einsamkeit über die Wangen.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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