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Zug um Zug

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Weihnachten schleifte soeben den bewusstlosen Kelcey zum Ausgang, er erreichte ihn – da rammte ihn einer der Wärter aus Morts Blickfeld.

„Weihnachten!", schrie er entsetzt, und stolperte über eine Wurzel. Es war eine steil abfallende Wiese, früher mal ein lichter Wald, von dem noch einige Baumstümpfe sowie diese verhängnisvolle Wurzel zeugten, wegen der Mort jetzt schmerzvoll in Richtung der Bahngleise am Fuße des Hügels rollte.

„Der Zug kommt!", rief ihm Weihnachten nach, bevor er ein seltsames Sedativum gespritzt bekam und daraufhin Lionel Richies Easy zu singen begann.

Mort sah nach rechts, nach unten, nach hinten, wo auch immer sich gerade die Zugstrecke befand, um zu sehen, dass Weihnachten recht hatte. Mit Mühe gelang es ihm, seine Füße nach vorne in den Boden zu rammen. Der Schwung trieb seinen Oberkörper weiter nach vorne, sodass er sich nun wieder aufrecht und im Lauf fand. So konnte er sich allmählich verlangsamen, bis er auf einem Felsen direkt neben den Gleisen zu stehen kam. Der Zug näherte sich von rechts. Diese begraste Klippe hatte genau die richtige Höhe, um zu…

Mort war verzweifelt. Oben, von der festungsartigen Anstalt, liefen drei Pfleger mit einem unheilvollen Fischernetz über die Wiese.

Er war aus dem Irrenhaus ausgebrochen. Nun würde man ihn für absolut wahnsinnig erklären und vermutlich mit Drogen vollpumpen und anketten, wie er es in den Filmen gesehen hatte. Nebst der Furcht wurde er auch von seiner Neugier angebtrieben, denn er wollte, nein er musste herausfinden, was mit seinem besten Freund wirklich geschehen war.

Doch um die Situation voll zu analysieren fehlten ihm Zeit und Nerven.

Mort hechtete auf den vorbeifahrenden Zug.

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