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Ursa minor

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Meine Hand findet die ihre, hält sie fest. Wir liegen im Sand, das sanfte Rauschen des Meeres in den Ohren. Unsere Köpfe berühren sich, den Blick nach oben gerichtet. Über uns die Sterne.

Kannst du dich noch erinnern? Wir haben immer den kleinen Wagen gesucht, doch nie gefunden.
Das war eine eigenartige Zeit. Voller Hoffnung und doch kurz vor dem Ende. Ich wusste nicht was los war. Wusste nicht was ich fühlte. Wusste nicht wie ich mich verhalten solle.
Du hast Dinge gesagt, die mich verwirrten. Ich wollte dich nicht verletzen. Wollte nichts falsch machen.
Wären wir nicht ehrlich gewesen, hätten wir nicht mehr als eine weitere Woche gehabt. Eine Woche mit noch mehr Zweifel.
Es war alles so neu für uns. Wir erkundeten gemeinsam eine neue Welt. Doch war uns nie klar, was wir entdeckten. Das bemerkten wir erst im Nachhinein.
Ich kletterte auf einen Berg und fiel im nächsten Moment hinunter. Ein Wechselspiel, das mir fast den Verstand gekostet hätte. Was hätte ich damals gegeben, um zu wissen, was es bedeutete.
Glaubst du es wäre anders ausgegangen, wenn du dir klar darüber gewesen wärst?
Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich hätte ich es nicht geglaubt. Mein bester Freund hätte es mir erzählen können und ich hätte ihn bloß dumm angeschaut oder sogar gelacht. Es hatte so geschehen müssen. Ich glaube nicht an Vorbestimmung, aber so wie es sich entwickelt hat, war es richtig. Ich bin unglaublich froh, dass wir damals nicht geschwiegen haben.
Ich auch.
Schau, dort ist der kleine Wagen. Direkt beim Polarstern, neben dem großen Wagen.
Manchmal ist, was man sucht, ganz nah.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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