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Ein neues Zeitalter

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Musik erfüllt den Raum. Ich schließe die Augen.
Vor lauter Sorgen, was ich machen werde, wie ich mich entscheiden werde, habe ich vergessen, was war. Was ist in den letzten Wochen, Monaten, Jahren passiert?
Mein Körper hält nicht mehr still. Ich lebe! Es ist ein geiles Gefühl.
Alte und neue Fotos. Die Veränderung. Ich mag mich. Ich mag mich wirklich. Ihr denkt, dass das narzisstisch ist?
Ich habe mich gehasst, wollte dem Ganzen ein Ende bereiten. Niemand weiß wie weit ich tatsächlich gegangen bin, wie viel noch gefehlt hatte. Es ist egal. Es ist Vergangenheit. Ich habe gelernt mein Leben zu lieben.
Mehrmals habe ich in letzter Zeit die Geschichte erzählt. Fremden Personen, so fremd, dass ich mir keine Gedanken darüber machen musste, dass es jemals jemand in meinem Bekanntenkreis erfahren würde und dennoch habe ich nicht alles erzählt. Ein paar Geheimnisse wird es immer geben. Das ist gut so.
Ich sehe Bilder aus der Volksschule, Gymnasium Unterstufe, blicke in den Spiegel, muss lachen.
Es gab Zeiten, wo sich Mitschüler Sorgen gemacht haben, jetzt schreibe ich, dass sie nicht unbegründet waren und dennoch war ich ein fast normaler Jugendlicher, der seinen eigenen Weg gegangen ist. Es wird mir immer wieder klar, wenn ich andere außergewöhnliche Personen kennen lerne.
In einer gewissen Weise sind wir alle besonders, aber manche mehr und manche weniger. Das ist nichts schlimmes. Wären wir alle gleich besonders, wäre es normal. Ich bin nicht normal, ich will nicht normal sein.
Ob ich es nie sein werde kann ich nicht sagen, das wäre ein Versprechen über dessen Einhaltung ich keine Macht habe.
Ich kann mein Gesicht verändern, ich habe gelernt der ganzen Welt etwas vorzuspielen. Manchmal hat es mir Spaß gemacht, manchmal hättet ihr die Wahrheit einfach nicht verkraftet. Ihr könnt nicht verstehen was in mir vorgegangen ist, wenn ihr es nicht selbst durchlebt habt.
War ich lange Zeit blind? Ich weiß es nicht. Im Nachhinein denke ich, dass ich nur so geworden bin, weil bestimmte Dinge passiert sind, weil ich mich so und nicht anders verhalten habe.
Es gibt Momente in denen ich mich unbesiegbar fühle, gerade ist so einer. Mir ist bewusst, dass es nicht ewig anhalten wird, dass wieder Probleme kommen, dass ich mich trotzdem entscheiden muss, dass ich wieder einen Absturz haben werde, aber es ist egal. Jetzt geht es um meine Entwicklung und auf die bin ich stolz. Ich verstehe manche Dinge. Glaube, dass es so besser ist. Die „was wäre wenn“ Überlegungen brauche ich nicht mehr durchzugehen, denn es war nicht so. Hoffentlich merke ich mir das für die Zukunft.
Nach langer Zeit habe ich wieder an sie gedacht und musste kurz lachen. Was habe ich mir dabei nur gedacht. Bestimmte Dinge werde ich nie in der Hand haben und genau die werden es sein, die mich zum straucheln bringen. Doch das Aufstehen nach dem Sturz macht mich stärker.
Dass die Stürze stark machen stimmt nicht. Dummes Volk. Stürze verletzen, hinterlassen Narben, Behinderungen, die man das restliche Leben nicht weg bekommt. Doch wenn man weiß weshalb man fiel, kann man vermeiden, dass es wieder passiert und sollte man darauf keinen Einfluss haben, weiß man, dass es irgendwann wieder weitergeht.
Manche sind zu gut behütet, andere machen es sich zu einfach. Ich verstehe, dass man ungern ein Risiko eingeht, doch ist es im Leben wie in der Wirtschaft. Man kann mit wenig Risiko reicher werden, doch wird man nie so reich, wie welche die sich voll reinhängen, alles auf eine Karte setzen, verlieren, es noch einmal versuchen und gewinnen. Was für eine lächerliche Metapher, doch was wäre der Blog ohne ihnen? Ihr habt viele nicht verstanden. Es war unmöglich. Ich kann mich an eine erinnern, die über mehrere Beiträge ging und von meinem Freund in anderen Beiträgen weitergeführt wurde. Was für eine Zeit. Wir trafen uns in der Stadt, sprachen keinen einzigen für die Allgemeinheit verständlichen Satz und dennoch war es für uns beide eindeutig was gemeint war. Ich war mitten im Schlüpfen.
Lange Zeit war ich bloß eine ekelige Raupe. Als alle anderen es auch waren, fiel es nicht auf. Mir ging es gut, doch das änderte sich. Nur wenige wurden zu Schmetterlingen. Manche kamen nach einer viel zu kurzen verpuppten Phase als verkrüppelte Kreaturen zurück. Es war teilweise eine harte Zeit. Ich war lange eine Raupe, bis ich mich zurückzog, weil mir alles zu viel wurde. Ich war allein, die anderen waren alle anders, also verpuppte ich mich und war länger still als sie. Jahrelang kam ich nicht mehr heraus. Ich fühlte mich in der Hülle richtig wohl, doch irgendetwas sagte mir, dass es so nicht weitergehen könne. Langsam schlüpfte ich heraus, die anderen bemerkten es nicht, so breitete ich meine Flügel aus und erkundigte neue Welten. Die kaputten Kreaturen waren inzwischen verschwunden. Sie hätten mir auch nichts mehr antun können, ich flog, sie nicht. Meine Flügel waren stärker, als ich glaubte. Es ging immer weiter. Wann sie es bemerkten weiß ich nicht, da sie sich zurückgehalten haben, mich anzusprechen, was mir oft recht war. Ich fand zu manchen zurück und andere erkannte ich erst jetzt. Nun stehe ich kurz davor mich auf die Reise zu machen. Das neue Zeitalter zu genießen.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. yay MC!
    wow ich muss echt lang überlegen für die Rechenaufgabe beim Spamschutz… dass die Verdummung so kurz nach der Schule schon einsetzen muss…
    aanyways
    ich bin froh, dass ich mir die sieben Punkte bis jetzt aufgespart habe…
    Dann bis morgen, ich ruf dich an wenn die Arbeit aus ist. Zwischen vier und sechs.

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  2. Das war sicherlich nicht der Höhepunkt dieses Blogs ;)
    Man kann ja mehrere Beiträge sieben Kästchen geben.
    Allgemein kommt mir vor, dass die Leute gerne zu positiv bewerten.

    Ich geh eine Runde fliegen.

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