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Eine Grenze, die ich nicht wollte

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Ich weiß nicht wann es begonnen hat, aber jetzt ist sie da und ich schaffe es nicht sie einzureißen.
Ganz früher wäre es egal gewesen, da war sie weit entfernt, damals konnte ich sie nicht einmal sehen.
Ich schrieb weiter, bemerkte es nicht, dass ich etwas überschritten hatte, wusste nicht was es war.
Jetzt stehe ich wieder davor, ich wurde zurückgeschoben, aus der Linie wurde eine riesige Mauer.

Vermutlich begann es, als ich anfing meine Leser wahrzunehmen. Die Anonymität verschwand, immer mehr Personen aus meinem unmittelbaren Umfeld begannen hier zu lesen. Es ist meine eigene Schuld, ich habe sie direkt dazu aufgefordert, nicht direkt, aber immer wieder warf ich mitten im Gespräch ein, dass ich darüber einmal geschrieben habe oder ich darüber schreiben werde. Ich wollte, dass sie es lesen, ich will es noch immer, aber jetzt schreibe ich nicht mehr, wie es mir aus dem Kopf sprüht. Ich filtere alles sorgfältig und verhindere viele Beiträge. Vollkommen falsch, immer wieder fange ich an zu schreiben, lösche es wieder.

Euch kommt der Beitrag bekannt vor? Ich habe schon öfters darüber geschrieben, musste es immer wieder feststellen und jedesmal regte es mich auf, dass ich darüber schreibe, aber nur so werde ich es los und euch tut es schon nicht weh. Da gibt es schlimmere Dinge.

Der Filter ist an sich nicht schlecht, aber er ist viel zu feinkörnig eingestellt, lässt zu wenig durch, sperrt mich ein. Ich will wieder in vollkommener Offenheit schreiben, weiß dass es so nie wieder sein wird. Jetzt ist die Zeit, wo zwei Dinge enden und zwei neu beginnen. Aber ich habe erst die Enden verarbeitet. Der Neubeginn ist viel zu präsent, ich kann ihn nicht vernachlässigen und das ist ein weiterer Grund, der mich einschränkt.

Möglicherweise hat es gar nichts mit Grenzen zu tun, sondern ich bin so sehr von einer einzigen Sache erfasst, dass ich immer wieder an das Gleich denke, egal was ich schreibe, was ich mache. Ich habe die volle Kontrolle, doch das will ich nicht eingestehen. Will es auf äußere Umstände abschieben, die ohne Zweifel vorhanden sind, aber dennoch liegt alles an mir. Ich kann es nicht einmal Verantwortung nennen. Dann würde ich behaupten, dass es zuviel, zu plötzlich ist.

Manche Dinge kann man nicht in eine Waagschale legen.

Zu Beginn dachte ich tatsächlich, dass es um Grenzen ginge, vielleicht tut es das auch, aber es ist etwas anderes, das mich vom schreiben abhält, das verhindert, dass ich mich ausschütte. Ich könnte Dinge schreiben, für die es zu früh ist, die ich nie schreiben will. Dinge, die man bespricht, aber nicht beschreibt. Das ist so fern. Es ist direkt vor mir, wie eine Mauer, aber es ist keine.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. das kenn ich. es liegen auch noch immer 30 entwürfe in meinem beitragsverwaltung zum veröffentlichen. manche veröffentliche ich nach und nach. bei anderen weiß ich heute nicht mehr, was ich damals meinte. aber ich bin darüber hinweg. ich schreibe jetzt einfach. fast kein text wandert in den entwurfsordner.

    wünsche dir, dass du bald wieder in vollkommener offenheit schreiben kannst.

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  2. Bei mir ist es nur noch einer. Die anderen Texte habe ich gleich nach dem Schreiben oder ein paar Tage später gelöscht. Für immer.

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