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Wenn ich es nicht bald schaffe etwas in einem Text abzuladen wird noch jemand verletzt. Genauer genommen werde ich mich selbst zerstören, innerlich, wie eine Säure die in mir entsteht.
Dieser Text reicht nicht, er zögert nur hinaus, gibt mir mehr Zeit, hilft mir Fassung zu bewahren und nicht gleich vom Balkon zu springen. Warum muss ich auch immer gleich an übertrieben Handlungen denken, wenn ich wieder einmal mit einem Aspekt in meinem Leben nicht klar komme. Mir geht es zu gut. Muss ich immer wieder betonen und dennoch hasse ich die Situation. Ihr könnt mich bald für unverbesserlich befinden. Immer wieder komme ich mit den gleichen unnötigen Dingen. Ich rege mich über mich selbst auf, weiß, dass andere echte Probleme haben. Dann sage ich wieder, dass ich auch ein Recht auf Selbstmitleid habe und ich der Mittelpunkt meines Lebens bin, wie es bei den meisten ist. Sollte es einmal dazu kommen, dass ich etwas wirklich soziales mache, dann auch nur um mit meinem Gewissen ins Reine zu kommen, damit ich mich besser fühle, nicht damit es jemand anderem besser geht. Indirekt schon, aber betrachtet man das Ganze auf einer niedrigen Ebene ist es nur Egoismus.
Selbstzweifel gibt es immer, aber im Moment kommt es mir vor, als ob ich mein Leben gar nicht mehr in den Griff bekomme. Ich bereite mich seit Jahren darauf vor und jetzt so kurz vor der Umsetzung stehe ich kurz vor einem Rückzieher. Berufsmesse, Potentialanalyse, tagelange Recherche im Internet. Ich habe mich durch das Vorlesungsverzeichnis gewühlt, Beispielaufgaben angeschaut, Erfahrungsberichte gelesen und nun weiß ich, dass Informatik das falsche für mich ist. Ich stehe wieder am Beginn und mache nichts als mich selbst zu bemitleiden.

Verdammt, Luca, morgen fährst du nach Wien, siehst dir verschiedene WGs an und dabei bist du dir noch nicht einmal sicher, ob du wegziehen wirst. Jetzt kommen diese Gedanken des Versagens auf. Was ist wenn du dich nicht zurecht findest, wenn du resignieren und zurückkommen musst?

Mir wird immer nur gesagt, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Dass ich es einfach machen solle. Wenn es nicht klappt kann ich immer noch etwas anderes studieren.
Solche Dinge sind leicht gesagt solange man nicht selbst in der Situation ist. Ich habe schon vor langem begonnen mir viele Gedanken zu machen, zu allem und jeden. Immer wieder stand mir das im Weg, hinderte mich am weiterkommen und ließ mich verzweifeln, aber ich will mein Leben auf keinem Fall tauschen. Ich bin stolz auf das, was ich bin. Zu was ich mich entwickelt habe. Es ist gut, dass ich soviel nachdenke. Ich bin süchtig danach und zugleich hasse ich es. Ich kann nicht ohne leben, aber mit ist es genauso schwer. Diese dauernden Gefühlshochs und Tiefs, die ich beeinflussen, teilweise nach belieben herbeiführen oder verdrängen kann. Ich habe Wege gefunden mich selbst zu beeinflussen.
Doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich mich entscheiden muss. Dass diese Entscheidung mein restliches Leben beeinflussen wird, wie alle Entscheidungen, aber selten war es so offensichtlich wie jetzt. Es ist die erste große Entscheidung, die ich alleine treffen muss und dennoch von allen Seiten beeinflusst werde.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Mein Gott was verbringst du nur für eine Zeit um sowas zu schreiben. Das Leben ist im Grunde viel einfacher als du denkst. Fahre nach Wien, studiere das was du vorhattest und vorallem mach mal was alleine im Leben. Nur im Internet abhängen um hier ständig was Neues zu bringen wird dir nicht helfen.

    Gruss vom alten Baeren

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  2. Ach Klapperbaer, du hast ja Recht.
    Oft mag ich die ganze Einfachheit nicht. Ich wünsche sie mir, mag sie aber nicht.
    Hört sich eigenartig an, ist eigenartig. Das bin ich.
    Ich schwöre Probleme herauf die es nicht gibt. Ich will es richtig machen, beim ersten Mal, auch wenn das Ziel nur über Umwege zu erreichen ist.
    Mach dir keine Sorgen, dass ich zuviel Zeit im Internet verbringe oder ähnliches.
    Mein Bekanntenkreis floriert. ;)

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