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Eine Brücke

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Ich hatte eine Brücke gebaut. Sie sollte mir die Reise in unbekanntes Land ermöglichen.
Sie ist die einzige Möglichkeit den Fluss zu überqueren.
Nur für kurze Zeit fließt so wenig Wasser, dass man ihn gefahrlos auf einer Brücke überqueren kann.
Braucht man zu lange, wird die mit großem Aufwand gebaute Brücke vom Fluss weggerissen.
Hat man Pech ist dies auch das Ende von einem selbst.
Ein unspektakuläres Ende.
Meine Brücke erschien stabil, trotz der geringen Zeit, die ich für sie gebraucht habe. Sogar Sicherungsseile hatte ich befestigt.
Da ich so früh mit dem Bau fertig war, machte ich mich auf die Suche nach zusätzlichen Proviant und legte mich ein letzes Mal an den sonnigen Strand.
Als ich zum Fluss zurückkam, hatte er seine Bett geändert. Oder war es schon immer so?
Meine Brücke erscheint zu kurz, um das andere Ufer zu erreichen. Selbst die Sicherungsseile sind plötzlich nur noch dünne Fäden.
Ich weiß nicht, ob sie mein Gewicht tragen.
Ich schaffe es auch nicht alle wichtigen Dinge unter einem Mal auf die andere Seite zu tragen. Ein zweite Überquerung wird von Nöten sein, doch dafür wurde die Brücke nicht konstruiert.
Die andere Seite ist dunkler. Nahezu bedrohlich.
Ich habe Angst das Risiko einzugehen, wo mein Ufer so gemütlich ist. Noch Jahre könnte ich ohne Sorgen leben. Wahrscheinlich für immer. Ich kenne mich auf dieser Seite aus, kenne Schleichwege und Verstecke. Es gibt alles im Überfluss.
Meine Neugier zieht mich hinüber.
Ich will es wagen. Selbst wenn ein Versagen, mein Ende bedeutet.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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