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Notizen meiner ersten Party in Wien

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Ich habe die Zettel, die ich am Morgen in meiner Hosentasche gefunden habe, wörtlich abgetippt. Nur zwei Stellen habe ich ausgespart, weil sie mir zu weit gegangen sind. Dinge die euch nichts angehen. Die vielleicht nicht einmal mich etwas angehen.
Man erkennt schön, wie ich am Anfang nur Stichworte schreibe, kurz darauf Alkohol ins Spiel kommt, dessen Wirkung abgeleugnet wird. Später tritt eine Verwandlung ein.
Doch lest am besten selbst.
Welche Dinge von mir kommen und welche sich als solche ausgeben, kann ich euch nicht sagen.
Ich zweifelte schon lange genug, ob ich es überhaupt veröffentlichen soll.

Notizen einer Party

um 9 herum eintreffen
nach kurzem suchen

Gratis-Bier für das Volk

Bis auf die motorischen Fähigkeiten, und das auch nur begrenzt, ändert der Alkohol nicht viel bei mir.
Kann ich durch konsequentes nichttrinken den morgendlichen Kater verhindern, werde ich mich in Zukunft zurückhalten.

Ich hasse mich!

Erste Leuten verschwinden nach der Vorband.

Böser Alkohol. Bin zu langsam bzw. empfinde ich keinen körperlichen Schmerz mehr. Außer den Ohren. Wobei ich glaube, dass die Ohren lediglich wegen der zu lauten Boxen auf diese Weise reagieren.

Ich wusste gar nicht, wie leicht ich mich selbst aus einem Rausch holen kann. Dass ich mich hinein versetzen kann, ist nichts neues, aber die entgegengesetzte Richtung sehr wohl.

Ich beobachte trotz Rausch und Hörschwäche die Leute. Während des Schreibens, doch ich bin nicht fähig sie anzusprechen.
Zu einfach, befriedigend ist es bloß da zu sitzen und zu schreiben.
Ein paar Namen schwirren durch meinen Kopf, doch ganz oben schwimmt der Gedanke des wiedererlangten Schreibens.
Zeitweise dachte ich, es sei vorbei. Es war nur eine Phase und jetzt kann ich es nicht mehr.
Wofür schreibe ich noch?

Ich blicke auf und doch bin ich blind.
Ich verschweige, vergesse wo ich bin. Nur noch der Kuli gleitet über das Papier.
Meine Lippen formen ein Grinsen, wenn mich die Leute anblicken.
Manche verwundert, manche mitleidig.

Ich fühle mich so lächerlich.

Jemand rennt gegen meinen Fuß. Wir entschuldigen uns. Bloß eine Geste, doch sie lässt mich lächeln.

Die zweite Band beginnt zu spielen.

Werde ich sie wiedersehen?
Wen?
Ach, sei ruhig!

Ich mag Wien.
Auf jeden Fall.

Visitenkarten!
Sobald ich eine Wohnung habe.
Sicher?
Ja.
Ich gehe einmal aufs Klo.

Es kann vollkommen unwichtig sein, aber sobald man etwas, sei es auch nur eine Kleinigkeit, hat, als Gesprächseinstieg, fällt es leichter.
Ich könnte mir irgendetwas als Gesprächseinstieg aussuchen, doch erst wenn man auf eine gewisse Weise mit jemanden verbunden ist, kommt man auch wirklich ins Gespräch.
Ich habe es ausprobiert.
Ich hätte nachhaken müssen, das Gespräch woanders hinleiten.
Vielleicht hätte es gereicht,
äh, wo war ich?

Überraschungsparties machen Sinn, wenn der zu Überraschende davon weiß.
Wichtig ist, dass man alles im Griff hat und der mehr oder weniger überraschte gar nicht die Möglichkeit bekommt sich einzumischen.
Das Problem ist, dass man als Veranstalter oft in Stress gerät.

Peinlich!
Ich glaube, sie hat einen Freund.

Chill-Out-Musik darf nicht zu laut sein.

Das kommt nicht in den Blog!
Ok.

Mach dich nicht selbst lächerlich.
Bin ich schon. Allein durch diesen Satz.
Hast du dir eigentlich einmal Gedanken gemacht, dass die Leute die Beiträge von vor einem Jahr lesen? Teilweise verfasst von unserem alten Ich, welches du heute verabscheust.
Die einen erkennen darin lediglich den einfachen Menschen, der hinter all den Texten steht. Die anderen sehen den die Texte, doch sie wissen, dass der Autor nicht fehlerlos ist, auch wenn er sich manchmal so darstellt.

Ihr seid doch alle so erwachsen. Ich muss grinsen.

Ich sollte wieder einmal ein Gedicht schreiben. Auf jeden Fall muss ich das Leben genießen.
Ich muss das Internet akzeptieren.
Du akzeptierst das Internet nicht?
Klingt eigenartig, aber ja, so ist es. Ich betrachte es als Fremdkörper, da ich weiß wie leicht es zu manipulieren ist. Ich verstehe nicht warum es mir dort so leicht fällt und hier nicht. Deshalb lehne ich es ab.
Weil du mit deinem getei…gedritteltem Ich ein Problem hast?
Ja.

Ich brauche Macht. Ich sehne mich danach.
Du spinnst.
Und wenn schon.
Du verwechselst Macht mit Sicherheit.

Happy Bithday dear Lukas.

Um 24:00 ist Schluss

Wenn man mit Stöckel nicht gehen kann, sollte man sie nicht anziehen.
Du bist ein Arsch.
Es gibt auch andere Schuhe in denen man gut aussehen kann.

Jetzt geht die Knutscherei los. Direkt neben mir. Das ist komisch.
Du meinst es tut weh?
Irgendwie.

Alles OK?
Alles bestens.

Wer war das?
Pia.
Aha. Wie viele Pias kennst du?
Vier.

Ich bin unsichtbar.
Beinahe.
Ich wäre froh darüber.
Ach, sei ruhig. Dich gibt es nicht einmal.
Doch.

Dir geht das Papier aus.
Anscheinend ist es jetzt auch aus.
Aber jetzt fängt die Musik wieder an.
Bloß ein Ipod.
Ist das keine Musik?
Doch, aber im Moment klingt es nicht nach Party.

Woah, was für ein Blick!
Leider nicht für uns.
Sicher?
Ja.

Auf der Tanzfläche ist es bisher nicht richtig abgegangen.
Dafür waren die Bands toll und mir hat es gefallen. Dir hat bloß das tanzen, das unkontrollierte herumgehüpfe gefehlt. Du bist zu fixiert.
Vielleicht.

Du bist selbstverliebt.
Ja.
Du musst widersprechen.
Wieso sollte ich mir selbst widersprechen?
Du lachst.
Na und?
Du lachst nie.
Dann fange ich heute damit an.
Das glaube ich nicht.
Dennoch ist heute etwas passiert.
Wir haben mich gespalten?
Ja.
Wir holen uns Kuchen.
Das hilft?
Nein, aber ich hab Hunger.
Du erhoffst dir bloß Glücksgefühle.
Na und?

Was du heute angestellt hast reicht mir für mindestens ein Monat.

Du bist der einzige, der hier alleine herumsteht.
Dafür habe ich ja dich…
Ist das der Grund?
Vielleicht.
Katze?
Wieso Katze?
Ist mir halt in den Sinn gekommen.
Glaubst du ich bin dauerhaft?
Denke schon. Bisher habe ich dich nur unterdrückt. Ich wollte dich nicht so einfach preisgeben, dennoch hab ich das meiste, das du von dir gegeben hast, einfließen lassen.
Du stehst alleine da, der Rausch lässt auch nach und ich bin dauerhaft. Macht dir das keine Angst?
Im Vergleich zu anderen Dingen nicht.

U2 Vertigo
Meine Ski heißen so.
Unsere alten.
Unwichtig. 150 Centimeter, ein höheres Risiko und mehr Spaß als je zuvor.
Und danach.
Das wissen wir noch nicht.

Glaubst du wirklich, es ist so einfach? Nur weil du jetzt mich hast, musst du nicht mehr versuchen Kontakte zu knüpfen?
Lass mich in Ruhe.
Das würdest du nicht wollen.

Gerade hat es Klick gemacht. Ich fühle mich toll.
Freak.
Glücklicher Freak.
Selbstverliebter Freak.
Ja.
Du hast keine Ahnung was du da schreibst. Du weißt nicht einmal wie du heimkommen sollst.
Ich habe eine warme Jacke.
Du hast eine weiche Birne.
Sonst hättest du wohl nicht entstehen können.
Ohne Information wärst du nicht lebensfähig.
Vielleicht.
Würdest du dich selbst verraten?
Ja.
Deine Freunde?
Nein.
Bist du selbstlos?
Nein.
Ich versteh dich nicht.
Ich mich auch nicht.
Willst du es?
Vielleicht.
Die Musik ist aus.
Erst 1 Uhr.
Ich war betrunken, jetzt bin ich nüchtern.
Der Unterschied ist minimal.
Ich will zeichnen können.
It’s the end of the world.
Dummes Lied, aber eine geile Zeile.
Laute Leute, leise Loxen äh Lautsprecher.

Hihi. Werbung.
Du solltest nicht allen erzählen, dass du verrückt bist.
Ist es denn nicht so?
Doch, aber das müssen sie nicht wissen.
Zu spät. Du hast es gerade bestätigt.

Du wurdest angesprochen und das einzige, das dir einfiel, war sie abzuwimmeln? Du hast es ihnen nicht zugetraut.
Ich kenne sie zu wenig.
Dann lerne sie kennen! Verdammt.
Du hast leicht reden.
Du bist verrückt.
Habe ich ihnen ja gesagt.

Du vermisst sie, obwohl sie kein Gesicht hat?
Darüber können wir ein anderes Mal reden.
Aber ich will jetzt.
Ich aber nicht.

Du bist es nicht durchgegangen.
Was?
Wenn dich jemand darauf anspricht.
Stimmt. Aber was soll ich schon sagen? Dass ich einen Dialog mit meinem fiktiven, zweiten Ich führe? Lieber gar nichts sagen.

Ein Becher fällt zu Boden.
Dann hebe ihn auf.
Hab ich schon.

Ich schreibe ein Buch über Jugendkultur.
Du verarschst zwar die ganze Welt, aber vom lügen bist du noch weit entfernt.

Die Band spielt wieder.

Müde?
Langsam.

Höre auf, zwanghaft zu versuchen, die Welt zu verändern. Entweder es ergibt sich oder eben nicht.

Musik wieder aus.
Vor zwei.
Ich geh dann mal.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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