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WTF!

3 Kommentare

Ihr denkt, ich kann euch nicht mehr schocken? Ihr wüsstet inzwischen so viel über mich. Würdet mich besser kennen, als ich mich selbst. Sowohl meine Welt, als die eure wird von mir beschrieben. Ihr könnt nun ein Gesamtbild erstellen. Ihr könntet mir besser helfen, als mein Psychiater, weil der zu wenig Zeit für mich aufwendet. Ihr versteht meine Texte. Glaubt es zumindest. Zwischen den Zeilen stehen Geschichten. Ihr entschlüsselt sie. Ihr seht die Verbindungen zwischen den Welten. Ihr kennt mich.
Lasst euch sagen, dass das Schwachsinn ist. Ich sitze hier am Boden, das Fenster weit geöffnet und wackel mit meinem Fuss zu Eminem. Ihr habt doch keine Ahnung.

Immer wieder lasse ich etwas durchscheinen. Gebe einen winzigen Einblick in mein Leben. Doch niemals die Distanz verlieren. Es tut mir Leid, aber ich bin nicht bereit mich für zweihundert Leser zu öffnen. Es gibt welche, die mich erkennen. Zwischen den Zeilen in den Geschichten zwischen den Zeilen.

Ich freue mich, wenn euch die Texte gefallen, aber bitte bildet euch nicht ein deshalb mich zu kennen. Ich erhalte Mails, bei denen ich nicht anders kann, als den Kopf zu schütteln. Stop. Es gibt auch welche, die mich sehr wohl verstehen. Die sollen sich jetzt nicht angesprochen fühlen. Weiter. Ihr interpretiert Dinge die rein, die kilometerweit an der Realität vorbeirauschen. Das ist nicht eure Schuld. Ihr verbindet die Dinge mit eurere Welt. Das ist gut. Vergleicht es mit abstrakter Kunst. Der einzige Sinn dahinter ist in jeder Person Gedanken auszulösen. Würden die Betrachter das selbe darin sehen, wie der Künstler, wäre es ein schlechter. Mit manchen Texten möchte ich ganz gezielt Stimmungen erzeugen, die durch weit verbreitete Metaphern und Klischees leichter zu transportieren sind. Das hat aber nichts mit mir zu tun.

Manchmal schreibe ich, um mich selbst in eine andere Stimmung zu versetzen. Um etwas zu verarbeiten. Um zu verdrängen. Um mich mitzuteilen. Doch ihr wisst nicht, warum. Das werde ihr auch nur sehr selten in Eurer Welt erfahren, weil es einfach nicht dort hin gehört. Das ist dann mein Leben und diese Kategorie gibt es nicht. Das sind die Dinge, die ich Freunden erzähle. Persönlich. Am Telefon. Per Mail. Aber niemals öffentlich. Selbst wenn man alle Puzzleteile hat, muss man diese noch zusammensetzen und das ist eine Kunst, die nur wenige beherrschein. Muss man auch nicht können.

Doch bildet eich nicht ein mich zu kennen, weil ihr ein Stück meiner Gedanken vor Augen habt. Oder versteht ihr das Universum, weil ihr die Erde seht?

Und eine Psychiater hab ich auch nicht.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Ich zähle mich mal nicht dazu.

    Ich kenne dich nicht besser als viele andere, nur weil ich deinen Blog regelmäßig lese. Nein. Aber ich weiß jetzt einfach etwas, was ich ohne Blog und Gedankenflut nicht wüsste. Über dich. Und über alles. Über dich zu lesen ist einfach. Verknüpfungen zu erstellen interessant. Dich zu kennen jedoch nicht die Aufgabe dieser Einträge. Man kann sich nicht virtuell „nahe“ kommen. Um jemanden zu kennen, muss man ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Vielleicht haben wir ja mal die Möglichkeit. Nächstes Jahr im Herbst.

    Ich erwarte natürlich auch nicht, dass man mich nun kennt, nach fast einem Jahr exzessivem Neon Wilderness. Nur durch den Blog wissen einfach viele Menschen etwas über mich, was sonst normalerweise einem kleinen Teil erschlossen bleibt. Man entscheidet ja selbst, was man schreibt.

    Nur sollten Leser nicht erwarten, dass der Mensch hinter den Texten nach diesen Texten funktioniert.

    Und übrigens. Schön geschrieben. Ich glaube, so einen ähnlichen hatte ich auch schon mal.

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  2. @Katharina:
    Danke

    @j4i:
    Du hast schon alles geschrieben. Leute wie du, die zwischen dem Text und der Person dahinter unterscheiden können wissen schon mehr. Wobei ich schon glaube, dass man sich auch rein digital näher kommen kann, aber nicht in einem solch öffentlichen Bereich, wie einem Blog. Wobei es auch da Ausnahmen gibt, doch dann muss man sich schon gut kennen und gewisse Codes verstehen.

    Wir sehen uns spätestens im nächsten Herbst. ;)

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