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Wer du bist?

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Gedankenverloren liest du ihre Nachricht. Schnell hackst du ein paar Wörter in die Tastatur. Es spielt kein Rolle, was du schreibst. Längst aufgegeben, versuchen zu erklären. Du verstehst es ja nicht einmal selbst. Nicht in Worte umwandelbar.

Das Zimmer ist leer. Frisch ausgemalt. Auf dem Boden der Laptop, eine leere Pizzaschachtel und eine Milchpackung. Du findest die Milch stinkt. Pasteurisiert, erhitzt, verschleudert. Das ist alles nicht mehr echt. Wie die Menschen. Geprägt von der Gesellschaft. Die einen halten sich an angeblich allgemein gültige Regeln und Normen, werden der Rest versucht dagegen anzukämpfen. Es ist leicht sich darüber zu beschweren, doch besser macht es niemand. Sich der Kritik entziehen. Punkmädchen.

Die blaue Leuchtdiode der externe Festplatte leuchtet im Sekundentakt auf. Nullen und Einser, die umgewandelt in Spannungsunterschiede ihren Weg in den Computer finden. Dekodiert und durch vibrierende Magnete in Wellen verwandelt. Das ist alles nicht echt und doch bist froh darüber. Ein grauer Faden, der sich durch alles zieht. Ständig hinterfragen, welchen Unsinn du von dir gibst. Ins lächerliche gezogen, von dir selbst, kann er nicht mehr angegriffen werden. Diplomatisch.

Wann bist du das letzte Mal zu einer anderen Meinung gestanden. Als du dich überlegen fühltest, aber sobald dies nicht zutrifft, gibst du klein bei. Wie ein Hund. Schnell verziehst du dich in deine Ecke und lässt die Welt ihre Probleme selbst lösen. Du versinkst lieber im Selbstmitleid, wie unfair das alles doch sei. Halt doch die Fresse, wenn du nichts zu sagen hast. Angst davor verbessert zu werden. Lieber still sein. Widersprüche. Deine Sprache ist unverständlich und deine Gedanken nicht nachvollziehbar. Einzelgänger.

Du lehnst deinen Kopf an die kalte Wand, fragst dich, ob dein Rücken nun weiß ist. Draußen fahren die Autos vorbei. Du hast dich schon wieder nicht daran gehalten, was du dir vorgenommen hast. Kurz davor wieder den gleichen Fehler zu begehen, nur sinnvoller. Noch ist keine Gefahr in Sicht, aber die ist schneller da als du denkst und dann stehst du da. Vollkommen allein. Weil du nicht mehr rausgekommen bist aus deiner Höhle. Du sitzt an der Datenautobahn, doch niemand nimmt dich mit. Außenseiter.

Der Zusammenhang erschließt sich nicht. Schon wieder. Der rote Faden ist viel zu dünn und so verworren, dass viele ihn nicht sehen, und wenn sie ihn einmal haben, verlieren sie ihn bald wieder oder du schneidest ihn ab. Wer glaubst du eigentlich, dass du bist?

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Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. knüpfe an den roten faden einen blauen an, mach einen knoten und wickel ihn um den finger. die zwischenstrecke wird nicht reißen.

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  2. Ich muss mich immer wieder definieren. Aufzeigen, was schief gelaufen ist.

    Einzelgängeraußenseiter passt zu dir. Soweit ich das beurteilen kann.

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  3. @just4ikarus
    man findet sich andauernd. aber nur häppchenweise. eins nach dem anderen. ob man gegenwärtig alles findet weiß ich nicht.

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