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A-Blogs sind fürn Arsch

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Interessant. Ich komme immer wieder auf wirres.net, obwohl ich den Blog weder im Reader habe, noch gezielt aufrufe. Dieses Mal über ein Kommentar bei Schmidt mit Dete.

ix schreibt über die Blase in der sich viele A-Blogs befinden.

Relevanz. Ich lese Basic und ich lese Ars Dictandi. Während ich bei ersterem von Besucherzahlen im fünfstelligem Bereich ausgehe (wenn man es genau wissen will, findet man sie sicher irgendwo), sind es bei zweiterem eher zweistellige Zahlen. Welcher hat nun mehr Relevanz? Auf einer Skala von 1 bis 100 bekäme Basic eine 10 und Ars Dictandi eine 90. Es stimmt, dass ich hier, wie in den Kommentaren bei ix erwähnt wurde, Birnen mit Äpfel vergleiche, aber dennoch haben sie beide eine unterschiedliche Relevanz für mich, welche ich sehr wohl in ein Verhältnis stellen kann.

Wo sind die Gründe für diesen Unterschied? Basic nimmt mir einfach Arbeit ab, er scannt die Blogosphäre mit Fokus auf die deutschsprachige, filtert das und veröffentlicht das Ergebnis in seinem Blog. Somit muss ich nicht ein paar hundert Blogs lesen, sondern nur einen und bekomme dennoch eine Ahnung was los ist. Zugegeben, ich erfahre nur die Dinge, die aus Basics Augen interessant bzw. wichtig sind, aber das kann ich einerseits noch einmal selbst werten und andererseits lese ich noch andere Blogs, die einen ähnlichen Bereich abdecken.

Ars Dictandi wird von einem sehr guten Freund betrieben. Somit habe ich einen ganz anderen Bezug zu dem Blog und es ist in meinen Augen wichtiger. Obwohl die Inhalte nicht immer wichtig für mich sind, bleibe ich informiert, was ihn beschäftigt. Das Blog wird ein Teil des Gesamtbildes.

In den letzten Tagen habe ich mehrmals bei Twitter geschrieben, dass ich ständig unwichtige Dinge in meinem Reader überfliege und die wichtigen ungelesen lasse, weil ich dafür Zeit haben will. (Die ich mir „nur“ nehmen müsste.)

Im Moment sind es 21 Beiträge, die ich immer wieder nicht gelesen habe. Wenn ich mir nun ansehe von welchen Blogs sie stammen, müsste ich mein Relevanzschema erkennen.
500Beine – Geschichten vom feinsten
Melancholie Modeste – ebenso
Geotik – Zeitungsersatz bzw. -ergänzung, politische und geographische Themen mit Hintergrundwissen
neon wilderness – Geschichten und Texte aus dem Leben von Just4Ikarus
einfach leben – Geschichten und Texte aus dem Leben von der schokofee
Zusammenfassend könnte man sagen, dass mir persönliche und literarische Blogs besonders wichtig sind. Am besten vermischt.

Doch was sagt das darüber aus, ob A-Blogs fürn Arsch sind? Nicht viel. Es zeigt lediglich, dass ich in meiner eigenen Welt lebe, aber auch manchmal ein bisschen über den Tellerrand blicke, jedoch nur wenig und nur auf kleine Bereiche. Alles kann man auch nicht überblicken.

Sind A-Blogs unwichtig? Ich sage nein. Sie sind die, die vorgeben worüber ein großer Teil der anderen schreibt. Wie auch hier. Sie werden zwar nicht von vielen „Normalusern“ gelesen, aber von vielen Bloggern und haben damit eine größere Reichweite, als sie glauben. Jedoch muss man auch sagen, dass viele Themen für die Leser der Leser nicht interessant sind und somit auch nicht beachtet werden.

Wohin geht die Entwicklung? Ich glaube, dass die Leserzahlen allgemein sinken werden. Es gibt immer mehr Blogs und weniger Leser. Bei mir selbst habe ich bemerkt, dass ich durch das selbst-bloggen immer weniger Blogs gelesen habe. Theoretisch wird der normale Blogger zwischen 10 und 50 Blogs lesen, somit bewegen sich auch die Leserzahlen in diesem Bereich. Damit sind aber nur die echten Leser gemeint. Besucher, die gelegentlich vorbeikommen oder nur einmal kommen, sind für mich keine Leser. Das Beispiel funktioniert auch insofern nicht, dass bestimmte Blogs von vielen als lesenswerter betrachtet werden und somit haben diese mehr Leser, wodurch ein möglicher Leser für normale Blogs wegfällt.

Das Beispiel wird aber immer komplexer je mehr Faktoren man betrachtet. Fachblogs werden immer mehr Leser haben, da ihre Zielgruppe eine andere ist.

Meine Schlussfolgerung:
Wir müssen von dieser Verallgemeinerung von Blogs wegkommen. Blogs sind in meiner Wortverwendung bisher Mischblogs gewesen, die sich zum größten Teil mit dem Bloggen selbst beschäftigen und dazu noch einen oder zwei Bereiche behandeln. Es gibt aber auch immer mehr Blogs, für die Blog nur das Trägermedium ist. Sie verwenden zwar auch blogtypische Dinge, wie Trackbacks und Kommentare, aber ihr Kernbereich ist ein bestimmtes Thema, von welchem sie nicht abkommen.

Dass das nicht so einfach ist, habe ich selbst gemerkt. Ich wollte mich in Richtung Literatur bewegen, aber da ich mich nicht beschränken konnte, habe ich das Label Eure Welt wieder ins Leben gerufen.

Die deutschen Blogcharts erfassen aus meiner Sicht nur Blogs, die sich stark mit dem Thema bloggen beschäftigen. Eine Veränderung dieser Struktur lässt sich schon erkennen. Siehe Bestatterweblog

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Nicht-Web Blogs gäbe, die sich gut untereinander vernetzen. Dass die Vorreiter, die sich mit Blogs selbst beschäftigt haben immer mehr an Wichtigkeit und Leser verlieren, lässt sich nicht verhindern.

Oder würden sie einen Radiosender hören, der jahrelang über Radiosendungen berichtet?

René ist ixs Meinung. Beim powerbook blog meine ich etwas Ironie zu lesen. Die zwei Trackbacks sind natürlich nur dazu da um den Leuten zu zeigen, dass ich wahrgenommen habe und nicht, damit mein Beitrag Aufmerksamkeit bekommt. Sowas brauch ich ja nicht.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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