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Löcher im Schnee.

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Ein tiefer Schluck aus der kalten Wasserflasche. Die Luft gefriert in meinen Augen.

Ich gehe weiter, der Schnee knirscht unter meinen Füßen. Ein Wintertag, wie schon lange nicht mehr. Was für ein Schwachsinn. Endlich wieder einmal rauskommen. Die Natur spüren, wie sie durch meine Kleidung schleicht und meinen Rücken streicht. Winzige Härchen, die sich aufstellen. Funktionen aus einer anderen Zeit.

Über mir der blaue Himmel. Ich greife nach ihm und kann ihn doch nicht erreichen. Er ist nicht einmal blau. Eine Täuschung, wie ihr Lächeln. Nur anders. Stille. Ich suche einen Punkt. Zum anfixieren. Wo ich hin will. Doch der Horizont ist unendlich.

Meine Hand drückt sich in das weiße Pulver. Tropfen bilden sich und bringen Kälte in die Adern. Blasser und fast bläulich. Unbewegliches Geschöpf. Festgemacht an meinem Arm und eigensinnig, wie mein Kopf. Sich verkrampfend. Klares Wasser, das meine Hand benetzt, in kleinen Strömen in den Ärmel läuft. Es stört mich nicht.

Als ich aufstehe bleibe ich hängen. Ein Ast, der mich hält. Ich komme nicht los, muss ihn brechen. Ein lautes Knacksen, das die Vögel aufscheucht. Es ist nicht Absicht und doch gewollt.

Nichts, woran man sich erinnern möchte. Keine schöne Welt. Kälte. Ich genieße es. Der Tag alleine. Irgendwo und keine Ahnung wohin. Die eisige Hand drückt gegen mein Gesicht. Ich schmecke die Kälte, sauge sie ein. Die Wangen glühen.

Laufend über keine Wege. Stolpern, fallen. Lachen. Der Schnee wirbelt umher. Lustiges treiben. Keine Blicke. Keine Vorwürfe. Nur ich und meine Albernheit. Sehe mich um und grinse. Chaotische Spuren, den Hang hinunter.

Ich lasse es hinter mir. Zurück in der Stadt. Leicht unterkühlt. Lächelnd.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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