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Selbstzünder

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Ich bin überrascht wie schnell Menschen Positionen in meinem Leben besetzen, von denen ich dachte, dass es Jahre dauern würde, bis sie jemand einnimmt.

Das erste Semester ist vorbei. Das ist also das Leben. Nein. Das Leben fängt für mich noch nicht an. Das wisst ihr ja. Ich drücke mich so gerne davor. Schiebe es immer weiter hinaus, bis es dann nicht mehr geht. Bis mir keine Zeit mehr bleibt.

Das Gute daran ist, dass ich dennoch lebe. Die letzten Monate waren unglaublich und ich bin noch immer fasziniert.

Doch ich habe mich fallen gelassen. Nicht weit, nur ein bisschen. So dass ich in den Schnüren hänge. Ziemlich nutzlos, aber doch da. Daraus folgen Vorwürfe mir selbst gegenüber.

Wie entwickelt sich die Persönlichkeit. Man sagt, dass es den Charakter bildet, wenn man ins Ausland geht, wenn man auf sich selbst gestellt ist, wenn man neue Dinge ausprobiert. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich bin froh, dass ich gegangen bin.

Jetzt muss ich meine Energie wieder sammeln. Sie mit meinem Ehrgeiz entzünden und weitermachen. Stillstand gefällt mir nicht.

„Never ever change a running system.“ geht bei mir nicht. Es reicht nicht, dass es einfach läuft. Es gibt immer Dinge die man besser machen kann. Wir haben so viel in der Hand und so oft komme ich nicht über das sehen dieser Dinge hinaus. Ich habe die Kraft und die Möglichkeit sie anzupacken, sie durchzuziehen. Es fehlt oft nur ein Funken.

Doch heute habe ich einen Entschluss gefasst. Ich werde zum Selbstzünder. Ich hatte einmal eine Zeit, wo ich mich selbst nach belieben beeinflussen konnte und dort werde ich wieder hingehen. Auch wenn es zu Beginn unlogisch klingen mag, macht es das Leben leichter, wenn man weiß, dass man das meiste selbst bestimmen kann.

Nun ist es wieder an der Zeit nach den Schnüren zu greifen und kräftig zu ziehen.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. „Never ever change a running system“

    Du hast Recht. Ich könnte nie im Leben zum Stillstand kommen. Aber die Frage ist, ob das System überhaupt schon richtig läuft bei mir. :-) … Aber irgendwas geht immer.

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  2. Wann kann man schon sagen, dass es richtig läuft? Perfekt sind meist nur kurze Momente und um die zu erreichen, muss man sich ändern.

    Mir fällt gerade auf, dass man auch sagen könnte, dass man das System der Veränderung nicht ändern darf.

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