Artikelformat

U20 Poetryslam im Dschungel Wien

4 Kommentare

poetryslamWas ist ein Poetryslam?
Das Vortragen um die Gunst der Zuseher.

Das erste Mal bin ich bei der Neuen Bodenständigkeit1 mit Poetryslams in Berührung gekommen. Dort gibt es die Kategorie Sprechtext, wo ich Peh entdeckt habe. Seit damals hat es mich fasziniert. Doch andere Themen haben es in den Hintergrund gerückt und ich bin nicht dazu gekommen einen Poetryslam zu besuchen. Bis heute.

Denn vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass im Dschungel Wien ein U20 Poetryslam statt findet. Es begann um 19:00 Uhr.

Ich bin pünktlich. Trete ein. Ruhige Atmosphäre. Ein paar Leute sitzen an Tischen und unterhalten sich. Einmal drehe ich mich im Kreis, dann sehe ich das Schild. U20 Poetry Slam Sall II.

Hinter einem jungen Paar trete ich ein. Ob ich teilnehmen möchte? Nein, heute nicht. Vielleicht das nächste Mal.

Der Saal ist zur Hälfte gefühlt. Lauter junge Menschen. Ich schätze das Durchschnittsalter auf etwas über zwanzig. Doch im schätzen bin ich schlecht.

Wieder die Frage. Jemand unter 21, der mitmachen möchte? Schweigen. Einer zeigt auf. Nein, du bist 22.

Noch schnell getwitter2. Der Raum füllt sich weiter. Über fünfzig Personen habe ich schon gezählt und es werden mehr. Meine Augen suchen bekannte Gesichter. Doch da ist nichts. Woher auch. Vielleicht die eine oder andere Person schon auf einem Foto gesehen. Aber nichts konkretes. Keine Name.

Durch den Abend führen Yasmin und P.tah von der Hörspielcrew.

Kurze Einleitung. Ein Poetryslam ist Literatur und Lärm. Jeder Vortragende hat fünf Minuten Zeit und das Publikum ist Jury. Dafür werden an ein paar Karten mit den Ziffern 1 bis 5 ausgeteilt. Höchste und niedrigste Wertung wird abgezogen. Nun wird die Reihenfolge der Teilnehmer ausgelost.

Als Opferlamm3 trägt P.tah etwas vor.

Wow.

Nun folgen die einzelnen Teilnehmer. Ich werde nur den Namen, das Stichwort4 und die Punktezahl5.

Christopher aus Linz. Kurz muss ich an Linkin Park denken. Ein englischer und ein deutscher, besser gesagt oberösterreichischer, Text. Gem’ma. 15 Punkte.

Thomas. Wer A-Hörnchen sagt, muss auch B-Hörnchen sagen. Ghettohörnchen. Zu Beginn dachte ich schwach, doch die Geschichte hat sich toll entwickelt und ist immer lustiger geworden. Hörnchen. 15 Punkte.

Jasmin. Tolle Stimmung erzeugt. Zweiter Text eher amüsant: Den ganzen Text gelöscht. Während der erste super war, hat mir der zweite nicht so gut gefallen. 17,5 Punkte.

Willi. Der zum fünften Mal, die Matura macht. Verschiedene Gedichte von einem Freund und ein eigenes. Fleisch ist mein Gemüse. 11,5 Punkte.

Philip. Klingt für mich nach einer Kombination aus Zeitung und Bibel. Ganz hervorragend und sehr amüsant. Obama. 20 Punkte.

Marlis. Nachrichten. Neonfarbene Gehirnsauger befallen orientierungslose Jugend. Toller Text, aber leider durch das ständige Lachen in der Stimme nicht so gut rübergekommen. Krocha. 16,5 Punkte.

Noah. Interessante Impro. Hohlt sich einen Begriff aus dem Publikum. Hohlorgan. Schafft es ohne Probleme darum einen Text aufzubauen. Elfmeter. 18 Punkte.

Damit geht der erste Durchgang zu Ende. Zwanzig Minuten Pause. Sehr unterschiedliche Teilnehmer mit ebensolchen Beiträgen.

Nun kommen die Stargäste dran.

Didi Sommer. Gute Performance, aber für mich ist erscheint er eher als Kabarettist.

Markus Köhle. Nachdem Didi das Thema Liebe behandelt hat, nimmt er sich Tod und Rausch vor.

Nadja Bucher. Liest einen alten Text vor. Wenig spektakulär.

Die Gäste waren zwar ganz nett, aber bei weitem nicht so interessant wie die Teilnehmer selbst.

Vor dem Finale gibt es noch zwei weitere Opferlämmer. Zuerst Marlis mit einem Text zum Weltfrauentag und danach Yasmin, zu welcher ich als einzige Notiz super geschrieben habe.

Noah macht wieder Freestyle. Wieder super. Wieder baut er verschieden Dinge ein, die gerade passieren. Danach kommt Philip mit etwas schwerer Kost und gewinnt.6 Den Abschluss macht Jasmin mit einem nachdenklichem Text mit Gänsehautfeeling.

Kurze Siegerehrung. Schlussapplaus. Und Ende.

Bild: schoenswetter [im Exil]

  1. Die gibt es immer noch. Leider nur noch selten mit neuen Texten. Dennoch empfehlenswert. []
  2. Was Twitter ist und warum ich es mache, schreibe ich ein anderes Mal. []
  3. Um die Teilnehmer nicht ins kalte Wasser bzw. Publikum zu werfen wird etwas außer Konkurrenz vorgetragen []
  4. wird vom Publikum jeweils neben der Wertung bestimmt []
  5. ohne Gewähr []
  6. Das wusste man zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. []

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

| | | Newsletter

4 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. das ist ja mal cool:)
    da hat sich doch tatsächlich wer notizen zum slam gemacht…freut mich.
    kennen wir uns nicht von myspace?
    nun gut…

    gruß und bis bald, yasmin

    Antworten

  2. Ja, wir kennen uns von MySpace. Freut mich, dass du irgendwie auf den Blog gefunden hast. ;)

    Vielleicht sieht man sich einmal bei der einen oder anderen Veranstaltung.

    Antworten

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.