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Zielfindung

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Türe öffnenDie Tage ziehen ins Land, die Sonnen lässt sich länger blicken und ich sitze mit freiem Oberkörper am Laptop. Die Fenster weit aufgerissen. Draußen sanftschwankende grünebeblätterte Bäume. Die Rollos des gegenüberliegenden Hauses sind noch geschlossen. Aus dem Backsteinkamin ist seit Wochen kein Rauch mehr gekommen.

Oft habe ich mich hingesetzt um wieder zu schreiben. Die Worte fließen. Kein Problem. Aber was sie sagen, wie sie sich lesen, das passt nicht. Ich habe einen kleinen Staudamm aufgezogen, der verhindert, dass jedes Gefühl nach außen flutet. Es macht mir nichts aus, wenn Menschen so vieles über mich erfahren, aber wenn ich nicht mehr alleine betroffen bin, ziehe ich mich zurück. Schutz der Privatsphäre von anderen.

Kann ich mich als öffentlichen Raum bezeichnen? Ein T-Shirt mit Warnaufschrift, wer mit mir redet, könnte im Internet landen. Die Allgemeinheit hat ein Recht zu erfahren was und mit wem ich was mache oder auch nicht. Unsinn. Es gibt Grundsätze, die man befolgen kann, wenn man sie immer wieder überdenkt, anpasst. Doch keine Regeln, Muster nach denen man alles entscheidet.

Zeit ist Geld und Geld wird überbewertet. Was erwarte ich mir wirklich vom Leben. Leben. Glücklich sein. Jemanden an meiner Seite. Erfolg. Geld spielt immer eine Rolle. Zeit auch. Doch sie dürfen nicht zu den bestimmenden werden.

Der Gedanke alles hinter sich zu lassen. Früher wollte man von mir wissen, was ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Heute überlege ich, was ich in ein neues Leben mitnehmen würde. Lebensmittel, Computer, Internet und ähnliches ist ganz normal da. Entscheidend sind Kontakte zu Personen, persönliche Errungenschaften, Erfolge, Erfahrungen.

Was macht mein jetziges Leben aus? Warum bin ich wie ich bin? Will ich so sein? Was muss ich ändern um so zu werden, wie ich sein will?

Hin und wieder zurücklehnen, Abstand gewinnen. Resümee ziehen.

Ich bin glücklich. Sehr sogar. Dennoch gibt es kleine Dinge, die ich ändern werde. Prioritäten neu setzen und einhalten. Effektiver und aktiver werden.

Es macht keinen Sinn zu laufen, wenn man nicht weiß, wo sein Ziel ist.

Bild: FotoRita

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Resümee ziehen… das „müsste“ ich in nächster Zeit mal wieder machen.

    Der letzte Satz ist besonders schön.

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  2. das sind echt coole nachdenkliche worte…aber wie heißt es so schön: der weg hängt nicht davon ab wohin es geht, sondern davon, wohin DU die segel setzt…..jeder kann den weg und das ziel wohin es geht selbst bestimmen….es liegt in deiner hand ;-)

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