Monat: Juni 2008

  • Die Zukunft von Audio

    AudacityDass wir noch nicht in einem multimedialen Zeitalter angekommen sind, habe ich bereits erläutert. Jetzt möchte ich auf die Möglichkeiten im auditiven Bereich eingehen und zeigen, was möglich ist und meiner Meinung nach stärker eingesetzt werden müsste.

    Zuerst muss man den verstehen, warum Text heutzutage so gerne, vor allem in sogenannten professionellen Bereichen, eingesetzt wird.

    Neben den anscheinend einfachen Möglichkeiten Text zu duplizieren und weiterzugeben, ist es einfach sich darauf zu beziehen. Bücher haben Seiten, Webseiten Absätze, auch wenn die nur selten angegeben werden.

    Haben sie sich allerdings schon einmal einen Drucker von innen angesehen? Denken sie wirklich, dass er einfacher funktioniert als ein Kassettenrekorder?

    Eine andere und ausschlaggebendere Sache ist die Möglichkeit fremden Text in meinen einzubauen. Ein Plagiat. Oder auch ein Zitat, worum es hier gehen soll. Ich kann Teile des Textes, auf den ich mich beziehe, abtippen und es dem Leser damit ersparen sich wegen einer kleinen Passage durch irgendwelche Archive oder Bibliotheken zu wühlen, nur um besser verstehen zu können, was ich damit sagen möchte.

    Haben sie schon einmal versucht die Tonaufnahme einer anderen Person in ihre eigene einzufügen? Ein umständliches unterfangen, welches oft mit einem großen Qualitätsverlust verbunden ist. Dem kann man dann durch große Investitionen entgegen wirken. Vergleich man nun den Aufwand zwischen abtippen und reinschneiden, wird man schnell erkennen, warum Text so beliebt ist. Schließlich kann man das Gesagte aus dem Tonstück auch einfach abtippen.

    Aber wir leben doch in einem digitalem Zeitalter?! Wer tippt denn noch etwas ab oder arbeitet mit Tonbandaufnahmen?!

    Dem stimme ich zu. Heutzutage gibt es, einen Computer vorausgesetzt, die Möglichkeit Audio wie Text zu behandeln. Es gibt Programme mit denen ich mithilfe einiger weniger Mausklicks verschiedene Tonstücke zusammenschneiden kann und dieses als neues abspeichern. Meist in dem veralteten MP3-Format, aber dann können es zumindest alle anhören. Alle Probleme gelöst.

    Warum wird dennoch so wenig Audio verwendet?

    Damit kommen wir zu meiner nächsten Hypothese. Für die Massen, falls dieser Begriff in dieser Hinsicht noch gültig ist, ist nach wie vor der wichtigere Teil nicht das produzieren sondern das konsumieren. Nun lasse ich all die Dinge, die hauptsächlich der Unterhaltung dienen, wie etwa YouTube, außen vor und konzentriere mich auf Informationen und Wissen.

    Ich habe einen Text, ob Papier oder digital spielt hierbei keine große Rolle, und aus diesem möchte ich mir den Inhalt holen, damit er dann in meinem Universalspeicher, dem Gehirn, abrufbar ist und dort weiterverarbeitet werden kann. In den meisten Fällen werde ich die ersten paar Zeilen lesen, um zu wissen worum es geht, möglicherweise nur die Überschrift und den Rest überfliege ich. Ein paar interessante Passagen, die mir wichtig erscheinen, lese ich langsamer um alles daraus mitnehmen zu können. Ich bestimme selbst die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme. Manche Leute brauchen für den Text zehn Minuten, andere eine halbe Stunde. Wir haben unterschiedliche Lesegeschwindigkeiten, die auch aus den verschiedenen Interessen für den Inhalt des Textes resultieren.

    Die Audioaufnahme hat aber nur eine Geschwindigkeit.

    Das ist mir persönlich aber zu langsam, vor allem wenn der Inhalt für mich nicht relevant ist. Ich kann einfach weiterspringen, weiß dann jedoch nicht, ob dazwischen etwas wichtiges gewesen wäre. Also höre ich mir wohl oder übel das ganze Stück an oder brich es sofort ab.

    Ich will das Tonstück also schneller hören, aber gerne doch:

    Entschuldigung, das klingt jetzt aber nicht so gut. Die Technik ist weiter. Mit einem Klick kann der Computer ein relativ gut hörbares Tonstück erstellen, bei welchem die Geschwindigkeit um 50% erhöht wurde:

    Das Problem ist also nicht die Technik. Auch wenn sie noch nicht ausgereift ist, dies sollte lediglich als Beispiel dienen und wurde in ein paar Minuten zusammengestellt. Das Problem ist die Integration der Technik. Ich muss mir das Audiostück zuerst runterladen und dann in einem einem eigenem Programm die Geschwindigkeit ändern, obwohl ich noch gar nicht weiß, wie schnell ich es brauche.

    Als ich das erste Mal einen iPod gesehen habe, dachte ich mir wofür das Rad wohl sei. Meine erste Assozation war ein DJ-Pult. Super, da kann ich einfach die Geschwindigkeit ändern. Damals dachte ich nicht an Informationen, sondern lediglich an den Spaß Musikstücke zu verändern.

    Momentan bin ich nicht mehr so gut informiert, falls also jemand ein Abspielgerät kennt, Plattenspieler ausgenommen (die haben sowieso das Tonhöhenproblem), welches ein stufenloses ändern der Geschwindigkeit zulassen, ab in die Kommentare. Noch besser wäre ein Player, den man in die Website einbauen kann oder ein Browserplugin.

    Ich will nicht sagen, dass die Möglichkeit Audiofiles in beliebiger Geschwindigkeit ohne Informationsverlust abzuspielen ein neues Zeitalter einläuten würde, aber es ist aus meiner Sicht der nächste Schritt, der nötig ist.

    Mein Gedanke hört an dieser Stelle nicht auf, aber eine gewisse Person wartet auf mich und der Beitrag ist auch so schon lange genug. Alles weitere gibt es dann das nächste Mal.

    Über weitere Anregungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.

    Bild: orange*army

  • Pecha Kucha Night Vienna Vol. V

    Pecha KuchaVon hohen Erwartungen, die enttäuscht wurden, einem vollem freiraum im MQ Wien und meiner ersten Pecha Kucha Night, welche ich während der Pause verlassen habe.

    Ein anstrengender Tag, dafür großartiges Wetter und die Vorfreude auf einen interessanten Abend. Ich bin schon etwas früher von der vorhergehenden Veranstaltung aufgebrochen, um rechtzeitig bei der Pech Kucha Night zu sein.

    Erstmals erfahren habe ich von dem Event bei Hannes. Pecha Kucha. Ein Format, erfunden in Japan, um die Kreativität zu fordern, eine gewissen Dynamik in die Präsentationen zu bringen und das Publikum nicht mehr loszulassen. Pro Teilnehmer 20 Slides zu je 20 Sekunden. Insgesamte Zeit: 6 Minuten und 40 Sekunden. Es gibt keine Themeneinschränkung, jedoch einen Schwerpunkt auf Architektur und Design.

    Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: exakt 20:20 Uhr
    Dieses exakt hat mich gereizt. Zu viele Veranstaltungen, die eine halbe Stunde oder länger nach angeblichen Beginn starten. Auf einem Flyer habe ich, bilde ich mir ein, sogar gelesen, dass die Vorträge um 20:20 beginnen. Noch besser. Keine ausschweifenden Einführungen, sondern kurz und knackig wie Pecha-Kucha sein soll.

    Erste Enttäuschung. Startzeit wurde nicht eingehalten. Finde ich schade, vor allem weil es so stark kommuniziert wurde. Der Moderator hat dann ein bisschen geplaudert, immer wieder erwähnt, dass er nicht wüsste, was er sagen soll und nicht vorbereitet ist. Dann hat er die Sponsoren präsentiert. Das ganze übertrieben und dabei versucht lustig zu sein. Mich hat er damit nicht erreicht. Dann ging es mit der ersten Präsentation los.

    Mission Ignition Kagran – Wiederbelebung des Genoch-Markt. Interessantes Projekt. Läuft schon zwei Jahre. Partizipation steht im Vordergrund. Die Slides waren jedoch nicht berauschend.

    Den Namen der zweiten Gruppe habe ich vergessen. Es ging darum, dass man durch Information die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Die zwei Jungs wollen in Wien Leute zusammenbringen, „die sich halt für so Sachen interessieren“. Slides waren wahllos Bilder von Menschen mit Mobiltelefonen in Entwicklungsländern.

    NEON GREEN NETWORK – Website momentan offline. Die Weiterführung einer Diplomarbeit. Gebrauchsanleitung für unseren Planeten. Vier Info-Blätter, toll designt, wie man mit der Erde umgehen soll. Hörte sich spannend an, sah gut aus. Sie hatten auch 130 Packungen mit, aber da ich schon in der Pause gehen musste, konnte ich mir keines schnappen. Gehe davon aus, dass man sie auf der Website auch begutachten kann, wenn sie wieder online ist. Slides vom Produkt und der Entstehung.

    Wieder eine Präsentation ohne gemerkten Namen. Gebäude, die man intuitiv begeht. Als Beispiel ein Flughafen. Aufgebaut wie eine Helix. Ich will wegfliegen, also gehe ich ganz nach oben, von dort gehen Skytrains zu den Gates, ich will heim, also nach unten, wo Parkdecks und U-Bahn sind. Nette Idee, aber nicht überwältigend. Umsetzbarkeit sehr gering. Slides eher fad. Einfache Computergrafiken, dafür zumindest ein anregendes Bild aus der Natur, welches die Wahl der Helix begründet.

    Ein Student. Stellt ein Uni-Architektur-Projekt vor. Neugestaltung Karlsplatz und Opernhaus. Sah gut aus, sagte aber immer wieder das gleiche. Hatte offensichtlich nicht genug zu sagen, also stellte er noch ein paar Bilder vor.

    picidae – Kunstprojekt zur Umgehung von Zensur. Websiten werden nicht direkt aufgerufen, sondern von einem Server zu einem Bild umgewandelt und somit deren Text verschlüsselt. Habe ich schon im letzten Jahr gelesen. Die zwei Vortragenden haben von Zetteln abgelesen. Dafür haben die Bilder gepasst.

    Dann war Pause und ich habe mich zum nächsten Termin verabschiedet.

    Ich habe mir mehr erwartet. Keine Präsentation konnte mich mitreißen. Die Slides waren teilweise schlecht gewählt, wurden für die Präsentation gar nicht beachtet oder man wusste nicht einmal was auf ihnen abgebildet war. Es kommt nicht sehr gut, wenn man über seine dummen Bemerkungen immer wieder lacht. Auch sollte man nicht warten müssen bis das nächste Slide kommt, was oft passiert ist.

    Das nächste Mal werde ich vermutlich wieder vorbei schauen, weil ich das Format an sich interessant finde und es sicherlich noch Potential hat. Vermutlich brauch Wien nur noch etwas Zeit und ein paar geniale Präsentation, damit die anderen davon lernen können.

    Bild: cabinet

  • Nazis in Wien

    Nazi 88=HH=Heil HitlerDie Sternengreiferin hat über Leute geschrieben, die Anti-Nazi-Lieder mitgröhlen und sich dadurch als die Helden unserer Welt sehen.

    Ich hatte am Wochenende ein Erlebnis mit Nazis, über das ich noch immer grüble. Ob ich etwas tun hätte können. Müssen.

    Gegenüber von meiner Wohnung gibt es ein kleines Uhrengeschäft. Habe ich bisher nicht weiter beachtet. Langweilige Auslage, miese Aktionen, die offensichtlich mit Wordpad geschrieben und auf einem Uralt-Tintenstrahl-Drucker zu Papier gebracht wurden.

    Doch als ich am Sonntag in der Früh vorbeiging, fielen mir ein paar Sätze auf, die mit Kreide auf den Boden geschrieben waren. Erst dachte ich, dass da wohl Kinder gespielt haben, doch dann las ich sie. Kamera hatte ich keine dabei und ich erinnere mich auch nicht mehr hundertprozentig, aber es stand dort in etwa: „Du dummes Idiotenarschloch“, und etwas drunter „Jetzt frag dich mal, wer das geschrieben hat.“ Am Abend sah ich dann auch noch die Worte „Tsuschen-Geschäft“, welche ums Eck auf der Straße standen, mit einem Pfeil auf den Laden.

    Ich war irritiert. Hatte sofort Bilder von Nazi-Deutschland und Novemberpogrom im Kopf. Der Polizei melden? Kann ich eine Anzeige erstatten? Versuchen den Besitzer zu kontaktieren?

    Am nächsten Morgen war die Schrift weg. Ich habe nichts gemacht.

    Es hat mir wieder die Augen aufgerissen, dass was ich online versuche zu bekämpfen, auch in der Realität, in meinem Bezirk vorhanden ist. Leute an denen ich tagtäglich vorbeigehe, offensichtlich ohne jeglichen Respekt. Nichts gelernt aus der Vergangenheit. Sie halten hoch, was die Welt zurückgeworfen hat. Millionenfaches Leid, das mit Füßen getreten wird.

    Bild: beob8er

  • Zehn-Finger-System und Dvorak

    dvorakIch lerne gerade mit zehn Fingern zu schreiben. Bisher habe ich ein Sechs-Finger-System verwendet. Das hat auch sehr gut funktioniert, sodass ich schneller als viele mit zehn Fingern geschrieben habe. Doch irgendwann kann man nicht mehr weiter optimieren und üben, sodass ich bei einer gewissen Geschwindigkeit hängen geblieben bin. Da ich einerseits gerne Abläufe optimiere und andererseits schneller schreiben muss, habe mich dazu entschlossen auf zehn Finger umzusteigen.

    Momentan dauert es noch länger als mein zuvor verwendetes Sechs-Finger-System, aber ich bin zuversichtlich, dass ich schon nächste Woche wieder auf dem alten Niveau bin.

    Es fühlt sich noch etwas eigenartig an und ich muss noch manchmal nachdenken wo welche Taste liegt. Probleme macht mir auch noch das großschreiben von Buchstaben und Leerzeichen. Die sind einfach nicht sehr gut positioniert. Mir fehlt auch noch die Übung, ist dies auch der erste längere Text, den ich so schreibe. Gerade fällt mir auf, dass der Punkt auch nicht besonders klug positioniert ist.

    Kurz habe ich überlegt gleich mit Dvorak anzufangen, aber da müsste ich dann komplett von vorne lernen. Es reizt mich immer noch. Vielleicht wird noch etwas daraus. August Dvorak hat in den 1930er eine alternative Tastenbelegung zur uns bekannten QWERTZ bzw. QWERTY Belegung entworfen. Man soll damit schneller und händeschonender schreiben können. Wiki weiß mehr.

    Ich habe mir schon vor längerem den Treiber für die deutsche Version heruntergeladen und meine externe Tastatur dementsprechend umgesteckt, bisher fehlte mir aber die Zeit mich intensiv hinzusetzen und es zu lernen. Jetzt besinne ich mich erstmal auf das normale zehnfingerschreiben, selbst wenn ein spätere Umstieg schwieriger wird. Schließlich muss ich auch auf anderen Geräten halbwegs schnell schreiben können.

    Bild:salazar

  • Der Weg ist das Ziel

    Neuer WegWenn du schnell gehen willst, geh allein. Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen. Afrikanisches Sprichwort

    Das Leben ist viel zu ausgelaugt, als dass ich noch Lust hätte irgendetwas großartiges zu schreiben oder zu machen. Schauen wir uns doch einmal um, lauter Langweiler, Kritiker und Neinsager. Vollkommen sinnlos etwas zu versuchen, weil es ja doch keinen Sinn hat.

    Großartig, wirklich großartig. Man schaut ständig auf die anderen, sieht wie sie auf die Schnauze fallen und denkt sich, dass man es besser kann, oft schreit man das auch noch in die Welt hinaus oder erzählt es zumindest seinen angeblichen Freunden. Hat einmal jemand Erfolg tut man so, als würde man es nicht verstehen oder man versteht es wirklich nicht. Man wirft der Person vor getrickst zu haben oder sonstiges. Sie hätten es gar nicht verdient und man selbst könnte das viel besser.

    Totaler Schwachsinn. Entweder man macht es oder man macht es nicht. Niemand hat etwas gegen konstruktive Kritik oder Tipps, aber diese Gesellschaft der Nörgler nervt. Ein bisschen Ironie ist auch in Ordnung, aber tiefer Neid ist unangebracht.

    Robert schreibt hin und wieder vom nicht nach links-und-rechts schreiben und einfach sein Ding durchziehen. Mir kommt manchmal vor, dass das falsch verstanden wird. Vielleicht bin es aber auch ich, der es nicht begreift. Für mich bedeutet es, dass man sich nicht von Neidern und Besserwissern beeinflussen lassen darf. Wenn man auf seinem Weg ist, kann man selbst bestimmen wohin er geht und muss sich nicht von anderen einreden lassen, wo es besser ist. Teilweise ist es nicht einmal negativ gemeint, doch wenn ich in die Berge will, jemand mich aber ans Meer schickt, weil ihm das besser gefällt, sollte ich seinem Rat nicht folgen. Es sei den ich bin mir noch gar nicht so sicher. Vielleicht ist das Meer ja auch toll und gefällt mir besser als die Berge. War der andere schon in den Bergen? Welche Erfahrungen hat er gemacht?

    Es heißt jedoch nicht, dass man sich zu Beginn des Weges nicht umhören soll, was andere zum Reisevorhaben sagen oder wie sie es angegangen sind. Wenn jemand mit dreihundert Euro in die Karibik gekommen ist, warum sollte ich mir nicht überlegen den gleichen Weg zu nehmen. Vielleicht fallen mir auch ein paar Abkürzungen auf und ich schaffe es mit zweihundertfünfzig.

    Den Weg muss jeder selbst wählen, aber man muss ihn nicht alleine gehen.