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Pecha Kucha Night Vienna Vol. V

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Pecha KuchaVon hohen Erwartungen, die enttäuscht wurden, einem vollem freiraum im MQ Wien und meiner ersten Pecha Kucha Night, welche ich während der Pause verlassen habe.

Ein anstrengender Tag, dafür großartiges Wetter und die Vorfreude auf einen interessanten Abend. Ich bin schon etwas früher von der vorhergehenden Veranstaltung aufgebrochen, um rechtzeitig bei der Pech Kucha Night zu sein.

Erstmals erfahren habe ich von dem Event bei Hannes. Pecha Kucha. Ein Format, erfunden in Japan, um die Kreativität zu fordern, eine gewissen Dynamik in die Präsentationen zu bringen und das Publikum nicht mehr loszulassen. Pro Teilnehmer 20 Slides zu je 20 Sekunden. Insgesamte Zeit: 6 Minuten und 40 Sekunden. Es gibt keine Themeneinschränkung, jedoch einen Schwerpunkt auf Architektur und Design.

Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: exakt 20:20 Uhr
Dieses exakt hat mich gereizt. Zu viele Veranstaltungen, die eine halbe Stunde oder länger nach angeblichen Beginn starten. Auf einem Flyer habe ich, bilde ich mir ein, sogar gelesen, dass die Vorträge um 20:20 beginnen. Noch besser. Keine ausschweifenden Einführungen, sondern kurz und knackig wie Pecha-Kucha sein soll.

Erste Enttäuschung. Startzeit wurde nicht eingehalten. Finde ich schade, vor allem weil es so stark kommuniziert wurde. Der Moderator hat dann ein bisschen geplaudert, immer wieder erwähnt, dass er nicht wüsste, was er sagen soll und nicht vorbereitet ist. Dann hat er die Sponsoren präsentiert. Das ganze übertrieben und dabei versucht lustig zu sein. Mich hat er damit nicht erreicht. Dann ging es mit der ersten Präsentation los.

Mission Ignition Kagran – Wiederbelebung des Genoch-Markt. Interessantes Projekt. Läuft schon zwei Jahre. Partizipation steht im Vordergrund. Die Slides waren jedoch nicht berauschend.

Den Namen der zweiten Gruppe habe ich vergessen. Es ging darum, dass man durch Information die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Die zwei Jungs wollen in Wien Leute zusammenbringen, „die sich halt für so Sachen interessieren“. Slides waren wahllos Bilder von Menschen mit Mobiltelefonen in Entwicklungsländern.

NEON GREEN NETWORK – Website momentan offline. Die Weiterführung einer Diplomarbeit. Gebrauchsanleitung für unseren Planeten. Vier Info-Blätter, toll designt, wie man mit der Erde umgehen soll. Hörte sich spannend an, sah gut aus. Sie hatten auch 130 Packungen mit, aber da ich schon in der Pause gehen musste, konnte ich mir keines schnappen. Gehe davon aus, dass man sie auf der Website auch begutachten kann, wenn sie wieder online ist. Slides vom Produkt und der Entstehung.

Wieder eine Präsentation ohne gemerkten Namen. Gebäude, die man intuitiv begeht. Als Beispiel ein Flughafen. Aufgebaut wie eine Helix. Ich will wegfliegen, also gehe ich ganz nach oben, von dort gehen Skytrains zu den Gates, ich will heim, also nach unten, wo Parkdecks und U-Bahn sind. Nette Idee, aber nicht überwältigend. Umsetzbarkeit sehr gering. Slides eher fad. Einfache Computergrafiken, dafür zumindest ein anregendes Bild aus der Natur, welches die Wahl der Helix begründet.

Ein Student. Stellt ein Uni-Architektur-Projekt vor. Neugestaltung Karlsplatz und Opernhaus. Sah gut aus, sagte aber immer wieder das gleiche. Hatte offensichtlich nicht genug zu sagen, also stellte er noch ein paar Bilder vor.

picidae – Kunstprojekt zur Umgehung von Zensur. Websiten werden nicht direkt aufgerufen, sondern von einem Server zu einem Bild umgewandelt und somit deren Text verschlüsselt. Habe ich schon im letzten Jahr gelesen. Die zwei Vortragenden haben von Zetteln abgelesen. Dafür haben die Bilder gepasst.

Dann war Pause und ich habe mich zum nächsten Termin verabschiedet.

Ich habe mir mehr erwartet. Keine Präsentation konnte mich mitreißen. Die Slides waren teilweise schlecht gewählt, wurden für die Präsentation gar nicht beachtet oder man wusste nicht einmal was auf ihnen abgebildet war. Es kommt nicht sehr gut, wenn man über seine dummen Bemerkungen immer wieder lacht. Auch sollte man nicht warten müssen bis das nächste Slide kommt, was oft passiert ist.

Das nächste Mal werde ich vermutlich wieder vorbei schauen, weil ich das Format an sich interessant finde und es sicherlich noch Potential hat. Vermutlich brauch Wien nur noch etwas Zeit und ein paar geniale Präsentation, damit die anderen davon lernen können.

Bild: cabinet

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. gabs bei euch auch selbst gebackene kekse?
    ähnlich war es in köln damals auch. intressantes format aber die qualität der beiträge war ab und zu nur „naja“

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  2. Kekse gab es keine, dafür aber auch keinen Eintritt. 5€ hätte ich dann doch recht unverschämt gefunden. Chips und Soletti gab es. Vermutlich um den Getränkeverkauf anzukurbeln.

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  3. Vielen Dank für die Berichterstattung, sehr interessanter Artikel, falls Du das nächste Mal wieder kommst geb ich ein Bier aus, mit oder ohne soletti:-)

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  4. Wenn es mir zeitlich ausgeht, komme ich sicher wieder. Finde das Ganze ja recht spannend.

    Auf das Bier werde ich gerne zurück kommen. :)

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  5. Hi,ich bin eine Architekturstudentin in IBK, aber komme aus Japan. Ich hab Ihr Blog wegen dem „Mobiles Internet in Oesterreich“ geschaut und zufaellig auch den Eintrag gelesen.

    Ich war oft bei der „Pecha Kucha Night“ in Tokio.Ich weiss zwar nicht, ob die in Wien der in Japan aenlich ist, aber das Praesentationsniveau in Japan war wirklich jedesmal ganz unterschiedlich. Manchmal war jede so gut und manchmal waren alle so schlecht.Ich hab mich schon verwundert,ob sie ueberhaupt die Praesentationen ueberpruefen.

    Ich finde aber schon toll, dass es solche Gelegenheit gibt, dass jeder vor den Leuten einfach seine Werke praesentieren kann,vor allem fuer Studenten.
    Ich wuerde sie gern mal vorbeischauen, wenn ich in Wien bin.

    Entschuldigung,wegen meines schlechten Deutsch!

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