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Die Zukunft von Audio

8 Kommentare

Dieser Artikel ist Teil der Serie Die Zukunft Audiovisueller Medien

  1. Die Zukunft audiovisueller Medien
  2. Audiovisuelle Geschichtsfragmente
  3. Text ist nicht das beste?
  4. Die Zukunft von Audio

AudacityDass wir noch nicht in einem multimedialen Zeitalter angekommen sind, habe ich bereits erläutert. Jetzt möchte ich auf die Möglichkeiten im auditiven Bereich eingehen und zeigen, was möglich ist und meiner Meinung nach stärker eingesetzt werden müsste.

Zuerst muss man den verstehen, warum Text heutzutage so gerne, vor allem in sogenannten professionellen Bereichen, eingesetzt wird.

Neben den anscheinend einfachen Möglichkeiten Text zu duplizieren und weiterzugeben, ist es einfach sich darauf zu beziehen. Bücher haben Seiten, Webseiten Absätze, auch wenn die nur selten angegeben werden.

Haben sie sich allerdings schon einmal einen Drucker von innen angesehen? Denken sie wirklich, dass er einfacher funktioniert als ein Kassettenrekorder?

Eine andere und ausschlaggebendere Sache ist die Möglichkeit fremden Text in meinen einzubauen. Ein Plagiat. Oder auch ein Zitat, worum es hier gehen soll. Ich kann Teile des Textes, auf den ich mich beziehe, abtippen und es dem Leser damit ersparen sich wegen einer kleinen Passage durch irgendwelche Archive oder Bibliotheken zu wühlen, nur um besser verstehen zu können, was ich damit sagen möchte.

Haben sie schon einmal versucht die Tonaufnahme einer anderen Person in ihre eigene einzufügen? Ein umständliches unterfangen, welches oft mit einem großen Qualitätsverlust verbunden ist. Dem kann man dann durch große Investitionen entgegen wirken. Vergleich man nun den Aufwand zwischen abtippen und reinschneiden, wird man schnell erkennen, warum Text so beliebt ist. Schließlich kann man das Gesagte aus dem Tonstück auch einfach abtippen.

Aber wir leben doch in einem digitalem Zeitalter?! Wer tippt denn noch etwas ab oder arbeitet mit Tonbandaufnahmen?!

Dem stimme ich zu. Heutzutage gibt es, einen Computer vorausgesetzt, die Möglichkeit Audio wie Text zu behandeln. Es gibt Programme mit denen ich mithilfe einiger weniger Mausklicks verschiedene Tonstücke zusammenschneiden kann und dieses als neues abspeichern. Meist in dem veralteten MP3-Format, aber dann können es zumindest alle anhören. Alle Probleme gelöst.

Warum wird dennoch so wenig Audio verwendet?

Damit kommen wir zu meiner nächsten Hypothese. Für die Massen, falls dieser Begriff in dieser Hinsicht noch gültig ist, ist nach wie vor der wichtigere Teil nicht das produzieren sondern das konsumieren. Nun lasse ich all die Dinge, die hauptsächlich der Unterhaltung dienen, wie etwa YouTube, außen vor und konzentriere mich auf Informationen und Wissen.

Ich habe einen Text, ob Papier oder digital spielt hierbei keine große Rolle, und aus diesem möchte ich mir den Inhalt holen, damit er dann in meinem Universalspeicher, dem Gehirn, abrufbar ist und dort weiterverarbeitet werden kann. In den meisten Fällen werde ich die ersten paar Zeilen lesen, um zu wissen worum es geht, möglicherweise nur die Überschrift und den Rest überfliege ich. Ein paar interessante Passagen, die mir wichtig erscheinen, lese ich langsamer um alles daraus mitnehmen zu können. Ich bestimme selbst die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme. Manche Leute brauchen für den Text zehn Minuten, andere eine halbe Stunde. Wir haben unterschiedliche Lesegeschwindigkeiten, die auch aus den verschiedenen Interessen für den Inhalt des Textes resultieren.

Die Audioaufnahme hat aber nur eine Geschwindigkeit.

Das ist mir persönlich aber zu langsam, vor allem wenn der Inhalt für mich nicht relevant ist. Ich kann einfach weiterspringen, weiß dann jedoch nicht, ob dazwischen etwas wichtiges gewesen wäre. Also höre ich mir wohl oder übel das ganze Stück an oder brich es sofort ab.

Ich will das Tonstück also schneller hören, aber gerne doch:

Entschuldigung, das klingt jetzt aber nicht so gut. Die Technik ist weiter. Mit einem Klick kann der Computer ein relativ gut hörbares Tonstück erstellen, bei welchem die Geschwindigkeit um 50% erhöht wurde:

Das Problem ist also nicht die Technik. Auch wenn sie noch nicht ausgereift ist, dies sollte lediglich als Beispiel dienen und wurde in ein paar Minuten zusammengestellt. Das Problem ist die Integration der Technik. Ich muss mir das Audiostück zuerst runterladen und dann in einem einem eigenem Programm die Geschwindigkeit ändern, obwohl ich noch gar nicht weiß, wie schnell ich es brauche.

Als ich das erste Mal einen iPod gesehen habe, dachte ich mir wofür das Rad wohl sei. Meine erste Assozation war ein DJ-Pult. Super, da kann ich einfach die Geschwindigkeit ändern. Damals dachte ich nicht an Informationen, sondern lediglich an den Spaß Musikstücke zu verändern.

Momentan bin ich nicht mehr so gut informiert, falls also jemand ein Abspielgerät kennt, Plattenspieler ausgenommen (die haben sowieso das Tonhöhenproblem), welches ein stufenloses ändern der Geschwindigkeit zulassen, ab in die Kommentare. Noch besser wäre ein Player, den man in die Website einbauen kann oder ein Browserplugin.

Ich will nicht sagen, dass die Möglichkeit Audiofiles in beliebiger Geschwindigkeit ohne Informationsverlust abzuspielen ein neues Zeitalter einläuten würde, aber es ist aus meiner Sicht der nächste Schritt, der nötig ist.

Mein Gedanke hört an dieser Stelle nicht auf, aber eine gewisse Person wartet auf mich und der Beitrag ist auch so schon lange genug. Alles weitere gibt es dann das nächste Mal.

Über weitere Anregungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Bild: orange*army

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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8 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. „… falls also jemand ein Abspielgerät kennt, welches ein stufenloses ändern der Geschwindigkeit zulassen …“

    Diese Technologie und die Geräte dazu gibt es schon seit 1996: DAISY oder Digital Accessible Information System (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/DAISY-Hörbuch oder http://www.daisy.org) ist der Hörbuch-Standard für Blinde und Sehbehinderte – der sich leider bis heute nicht in der Welt der Sehenden durchgesetzt hat. Dabei wären DAISY-Aufnahmegeräte für Studenten, Journalisten und andere „Tonjäger“ von Berufs wegen das perfekte Arbeitsgerät.

    Das geniale an den DAISY-Hörbüchern ist neben deren Fähigkeit zur unbeschränkten Navigation, dass der Benutzer jederzeit die Sprechgeschwindigkeit regulieren kann – die Stimme des Sprechers verändert sich nicht (!), ihr natürlicher Klang bleibt erhalten.

    Alleine die Schweizerische Blindenbibliothek SBS (deren Kommunikationschef ich bin, um Transparenz herzustellen) produziert jährlich über 250 Hörbücher im DAISY-Standard. Insgesamt hat die SBS rund 15.000 DAISY-Hörbücher in der Ausleihe. Zusammen mit den Kollegen in Deutschland und weltweit dürften bis heute schätzungsweise rund 200.000 DAISY-Hörbücher produziert worden sein.

    Jürg

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  2. Habe dein Kommentar erst jetzt aus dem Spamordner geholt. Keine Ahnung wie es dorthin gekommen ist. Normalerweise schaue ich den auch nicht wirklich durch, bevor ich ihn lösche.

    Anscheinend ist DAISY genau was ich gesucht habe.

    Momentan fehlt mir die Zeit, aber ich werde mich einmal etwas einlesen und herumexperimentieren.

    Vielen Dank für den Hinweis.

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  3. Es gibt bei Hörbüchern auf Mp3Playern – ich glaube auch auf dem iPod – desöfteren die Funktion, die Sprachgeschwindigkeit einzustellen. Wie das genau funktioniert, kann ich dir aber nicht sagen, vielleicht handelt es sich hierbei um das Erwähnte DAISY.

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  4. DAISY teste ich gerade. Weiß es noch nicht genau, aber entweder das Abspielprogramm rechnet das ganze live um oder, was ich eher vermute, es liegen bereits verschiedene Versionen vor. Gibt nämlich nur ein paar Stufen. Was aber ausreicht.

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  5. Mit DAISY-Playern lässt sich das Tempo stufenlos verändern. Möglicherweise ist das auf einem PC anders, müsste ich erst mal testen…

    … aber frag doch mal bei Deiner lokalen Blindenbibliothek/-hörbücherei oder einer lokalen Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte nach einem kostenlosen Testgerät für eine Woche. Die werden im ersten Moment vielleicht schräg gucken – aber das Argument, dass der sich langsam anbahnende Absatz für Sehende die DAISY-Geräte in Zukunft auch für Blinde und Sehbehinderte billiger macht, sollte stark genug sein.

    Jürg

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  6. Ich liebe den DAISY Player. Ich finde echt es gibt keinen besseren. Ich kann ihn nur weiterempfehlen!

    Spammed by: abendkleid4you.de

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  7. Das ist ein interessanter Artikel,obwohl ich mich für die Technik nicht viel interessiere.Danke sehr.

    Spammed by abendkleid4you.de

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