Monat: Januar 2010

  • Neues Design, Neue Energie

    Wer den Blog nicht nur vie Feed liest, sondern hin und wieder besucht, etwa um zu kommentieren, wird aufgefallen sein, dass sich das Design geändert hat. Vom hübschen Revolution Elements 1.0 ((Finde das Theme nicht mehr zum Download)) von Jason Schuller zum sauberen Equilibrium von On.

    Ich war mit Elements nicht unzufrieden, es hat dem Blog einen edlen Touch gegeben, doch es hat ein entscheidendes Problem: Die Lesbarkeit. Es war sehr dunkel mit heller Schrift und es tat mir selbst beim Lesen manchmal weh. Allerdings habe ich mir nie die Zeit genommen, mich nach etwas neuem umzusehen. Das stimmt nicht ganz, ich habe immer wieder geschaut, aber mich nie für etwas entschieden. Auch weil ich keine Lust hatte wieder alles anzupassen. Doch heute war es soweit. Und ich bin froh darüber.

    Ich fühle mich wieder wohl.

    Falls es irgendwo Fehler oder Anmerkungen gibt, einfach hier in die Kommentare oder via Mail. Danke.

  • Wie der Computer, so der Schreibtisch

    Nicht alle wissen es, aber heute ist es so weit. Ich mache ein Geständnis vor mir, das mir nicht leicht fällt. Es wird einige zurückschrecken lassen und andere werden mich auf der Stelle unfrienden und unfollowen. Doch es geht darum, wie ich zukünftig arbeiten werde und man kann sich nur ändern, wenn man seine Fehler einsieht.

    Ich werde euch heute meinen stationären Arbeitsplatz präsentieren. Weil der MC Winkel zusammen mit Techdepot einen nigelnagelneuen Apple iMac verlost. Gesucht wird der älteste/schrägste Arbeitsplatz. So traurig es ist, aber da kann ich mitmachen.

    Die meisten Menschen kennen mich nur von unterwegs, ich arbeite in Cafés und sitze mit meinem Notizblock auf Parkbänken. Doch hinter dieser glitzernden Fassade gibt es den hart arbeiten Luca. Er kommt nach einem langen Tag nachhause und beginnt mit der Arbeit für den Blog. Es gilt neue Geräte zu testen, Artikel zu schreiben, Entwürfe für Projekte zu skizzieren und vieles mehr. Weil er Kaffee nur in Gesellschaft trinkt und er sowieso nicht wirkt, hat er es immer schwieriger seinen Schreibtisch unter Kontrolle zu halten. Die Zettel türmen sich, leere DVDs liegen herum, ein paar Gadgets. Nicht jeder Blogger kann sich ein Faulancerleben, wie der MC Winkel leisten. In der Früh geht es schon wieder raus, keine Zeit zum aufräumen. Hat auch keinen Sinn mehr.

    Hier ist er. Mein Arbeitsplatz.

    Nein, das ist kein supertrendy Flatscreen. Das ist ein Laptop, den man nicht mehr bewegen kann. Der Screen wurde auseinandergenommen, weil es die einzige Möglichkeit ist, ihn noch zu nutzen. Die Hintergrundbeleuchtung ist kaputt gegangen. Der Laptop an sich ist noch funktionstüchtig, aber am Bildschirm erkennt man nur etwas, wenn man sehr, sehr genau hinsieht oder ihn von hinten beleuchtet. Nein, es ist keine Freude damit zu arbeiten und ich bin nicht stolz darauf. Was ich zum beleuchten verwende? Eine Kerze.

    Damit versteht man besser, warum es in letzter Zeit nur wenige Beiträge von mir gegeben hat. Mit so einem Ding lässt es sich fast nicht arbeiten. Die Unordnung wurde immer schlimmer und ich habe keine Motivation etwas daran zu ändern. Oder doch?

    Niemals würde ich einen neuen iMac in dieses Chaos stellen. Ich verspreche, dass der Schreibtisch perfekt augeräumt wird, sollte ich gewinnen. Fotos gibt es dann natürlich auch.

    Lieber MC Winkel, liebes Techdepot, ihr wisst was auf den Spiel steht. Lasst mich nicht im Stich.

    Euer Luca.

  • Fragen zum Selbstverständnis als Blogger

    Bisher war ich ja meist etwas enttäuscht, wenn ich einen Fragebogen zu Blogs oder Social Media von Studierenden ausgefüllt habe. Nicht so heute. Michael Andres und Michael Moser haben einen soliden und umfangreichen (10 Seiten) Fragebogen zum Selbstverständnis als Blogger erstellt und ich habe mich, ebenso wie Helge, entschlossen einige der Fragen mit meinen antworten hier zu veröffentlichen. Das Ergebnis soll auf Zur Politik veröffentlicht werden.

    Oft liest man die verkürzte Bezeichnung von Blogs als „Online-Tagebuch“. Wie definieren Sie Blogs?
    Die einfachste und präziseste Definition: „Blogs sind Webseiten auf denen in chronologisch umgekehrter Reihenfolge Artikel veröffentlich werden.“ Da kann man noch anfügen, dass es Kommentare gibt.

    Sieht man sich diese Definition an, ist sie sehr technisch, auf den ersten Blick auch passend, aber leider falsch. Denn dadurch fallen sehr viele andere Onlinemdien darunter, die teilweise sogar mit der gleichen Technik arbeiten, ich jedoch nicht als Blogs bezeichnen würde.

    Aus diesen Gründen sehe ich den Faktor Subjektivität als entscheidend.

    „Blogs sind Websites, auf denen eine oder mehrere Personen regelmäßig subjektive Beiträge (Text, Foto oder Video) veröffentlichen.“

    Was sind, laut Ihrer Einschätzung, die größten Schwachpunkte der österreichischen Blogosphäre?
    Neid. Anstatt sich gegenseitig zu pushen, sieht man sehr schnell abwertend auf jemanden, der etwas erreicht hat, wo man glaubt, dass man es selbst auch könnte oder sogar besser sei. Die Blogger sollten wieder(?) sehen, dass sie sich oft ähnlich sind und der Kuchen groß genug für alle ist. Bloggen heißt auch zu erschaffen und gemeinsam kann man etwas viel größeres, viel tollers und viel besseres erschaffen, als wenn jeder alleine vor sich hinkocht.

    Nachgelassene Motivation. Einige sehr aktive Blogger haben in den letzten Monaten ihre Blogs stark vernachlässigt. Gründe gibt es dafür viele, aber ich kann aktuell nicht sagen, dass jemand ihre Plätze eingenommen hatte, sondern es ist ruhiger geworden. Auch haben sich die Leute auf verschiedene Plattformen verteilt und wir müssen erst wieder lernen mit den neuen Informationsflüssen umzugehene.

    Nennen Sie bitte drei österreichische Blogs, die Sie persönlich gerne besuchen?
    digiom
    Neon|Wilderness
    Andreas Lindinger

    Verfügen Sie über journalistische Vorkenntnisse? Wenn ja, inwiefern helfen Ihnen diese beim Blogging?
    Nein.

    „Blogger sind Blogger, Journalisten sind Journalisten“. Wie stehen Sie zu dieser Behauptung und welche Verbindungen sehen sie zwischen Blogging und traditionellem Journalismus?
    Manche Blogger agieren wie Journalisten und haben ähnliche Werte, halten diese teilweise sogar höher. Jedoch sind sicherlich nicht alle Blogger Journalisten, sondern nur ein kleiner Teil von ihnen. Das gleiche trifft auf Journalisten zu. Der relative Anteil, der von ihnen Blogger ist, ist vermutlich größer. Zugleich halten sich nicht alle Journalisten an journalistischen Werten fest.

    Ich glaube, dass Journalisten in Zukunft bloggen werden, da es auch im Bereich der Informationen zum Ausschalten von Zwischenhändlern kommt. Der Journalist veröffentlich seine Beiträge direkt online und interagiert mit seinen Rezipienten. Die Frage die noch offen bleibt ist die Bezahlung.

    Behindert Sie die medienrechtliche Ungleichheit von Blogger_innen im Vergleich zu Journalist_innen bei Ihrer bloggerischen Tätigkeit?
    Nicht die medienrechtliche Ungleichheit, sondern die medienrechtliche Gleichheit hindert bloggeriche Tätigkeiten. Für Blogger gelten die gleichen Rechte und Pflichten, die für Medienunternehmen gelten. Mit dem Unterschied, dass der Blogger bei möglichen Verstößen keine Rechtsabteilung hinter sich stehen hat. Er kann es sich auch nur selten erlauben Vergehen in Kauf zu nehmen und das Unternehmen trägt die Konsequenzen. Hier sollte es meiner Meinung nach bestimmte Sonderrechte für Personen geben, die ohne kommerziellen Interesse Inhalte online veröffentlichen. Sie sollten besonders geschützt werden.

    Eine andere Sache ist die Anerkennung von Bloggern, wenn es um Akkredierungen und ähnliches geht. Hier müssen die Veranstalter/Unternehmen/wasauchimmer erst lernen welche Rolle Blogs spielen und ob es Sinn macht Blogger mit den gleichen Rechten auszustatten, wie man es bei Journalisten macht.

    Wie beurteilen Sie das Verhältnis zwischen Blogs und traditionellen Medien? Werden Blogs laut Ihrer Einschätzung von traditionellen Medien als Akteur im Informations- und Meinungssektor vom traditionellen Journalismus anerkannt und wie schätzen Sie das Konkurrenzverhältnis zwischen Weblogs und traditionellen Medien ein?

    Viele traditionelle Medien schaufeln Inhalte lediglich weiter ohne einen echten Mehrwert zu bieten. Die Selektion passiert heutzutage auf anderen Ebenen. Niemand braucht fünf Zeitungen, die jeweils die gleiche Agenturmeldung in leicht abgeänderten Varianten abdruckt. Noch dazu einen Tag nachdem ich die Meldung selbst gelesen habe. Blogs hingegen neigen eher dazu Meldungen zu kommentieren, Hintergrundinformationen zu recherchieren und mir ein kompletteres Bild zu geben. Auf Twitter wird das ganze noch in perfekt gekürzter Form geliefert, sodass ich sehr schnell und einfach entscheiden kann, was ich lesen möchte und was nicht. Ebenfalls wie viel ich über ein Thema lesen will.

    Wenn man dieses weiterschaufeln jedoch aufgibt und sich auf die selbst recherchierten Artikel konzentriert, können auch traditionelle Medien weiterbestehen. Sie müssen dabei natürlich auch bei der Auswahl des Trägermediums am Stand der Zeit bleiben und dürfen es dem Konsumenten nicht zu schwer machen an die Inhalte heranzukommen.

    Es gibt traditionelle die Blogs gar nicht anerkennen, manche die sie als kostenlose Contentlieferanten behandeln und einige die sie als das sehen was sie sind. Und das kann bei Blogs vieles sein und kommt wiederum auf den einzelnen Fall an. Je stärker traditionelle Medien mit Blogs zusammenarbeiten, desto mehr werden sie von der Community akzeptiert werden und einen Nutzen darauß ziehen können, um auch in Zukunft online eine Rolle zu spielen.

  • netznetz sucht Juroren (400.000€)

    Während der Audimax-Besetzung hat netznetz ((selbstverwaltete Fördersystem für Netzkunst und Netzkultur)) ein Treffen im Audimax abgehalten. Ich wusste von dieser Einrichtung zuvor nichts und habe dann gespannt zugehört, als ich erfuhr, dass die Stadt Wien jährlich eine halbe Million Euro für Netzkunst und -kultur ausgibt. Ich habe das ganze als chaotisch und voller Intrigen mitbekommen, glaube aber, dass es grundsätzlich etwas tolles ist und so stehe ich seit damals auf der Mailingliste.

    Heute kam das Mail rein, dass noch Juroren für 2010 gesucht werden und da dachte ich mir, dass ich das doch einfach Mal online stellen kann, damit vielleicht frischer Wind in die Sache kommt. Die Juroren entscheiden für welche Projekte 400.000€ der Förderung genutzt werden.

    ! netznetz.net sucht jurymitglieder !

    ……………………….wo: wien
    ……………………….jurytreffen: 2 mal jaehrlich (2010-2011)
    ……………………….jury fuer: digitale kunst / kultur / infrastruktur / jaehrl. medienkunstfestival
    ……………………….aufwandsentschaedigung, spesenersatz
    ……………………….voraussetzungen: erfahrung im felde, deutschkenntnisse
    ……………………….bei interesse melden bis: 10.01.2010

    details…………………………………………………………………………

    im rahmen des selbstverwaltenen foerderungsprogrammes fuer digitale medien
    der stadt wien sucht die netznetz community (netzkunst- und kultur szene in
    wien) mindestens 3 jurorInnen fuer die 2x jaehrlich tagende jury (gesamtjury:
    5 personen). wie oben erwaehnt wird man fuer 2 jahre zum jurymember ernannt.

    die jury tagt 2 mal jaehrlich, zu den themen:

    – digitale kunst (wiener netz- und medienkunst)
    – digitale kultur (wiener netzkultur initativen, gruppen, und einzeltaeterInnen)
    – infrastrukturfoerderung fuer ebendiese bereiche.
    – das jaehrlich stattfindende festival (thema: erweiterte wiener netz/medien/kunst/kultur)

    pro jahr entscheidet die jury ueber ein gesamtbudget von ca. euro 400’000.

    als aufwandsentschaedigung werden pro jurymember/pro sitzung symbolische 150 euro
    geboten, selbstverstaendlich werden reisekosten/hotelkosten uebernommen. die jury tagt
    normalerweise im maerz und im september.

    anforderungsprofil………………………………………………………….

    wir suchen mind. 1 wiener jurymember und 2 internationale jurymembers, die den
    obengenannten bereichen erfahrung haben und zudem des deutschen maechtig sind.
    juryerfahrung ist nicht noetig. quereinsteigerInnen willkommen.

    wie was wo ……………………………………………………………………

    meldeschluss ist der 10.01.2010 – bei interesse bitte folgende infos an:

    – eine email an die liste@netzetz.net und unbedingt auch cc an liz@ubermorgen.com
    – eine biografie attachen
    – einen satz dazuschreiben, der beinhaltet, dass man sich gerne zur wahl der jury stellen moechte.

    nachdem wir am 10.01.2010 alle potentiellen jurymembermails gesammelt haben,
    trifft sich netznetz und waehlt die jury. die community uebergibt die liste der
    gewaehlten personen an die stadt wien, welche dann die organisation (termin, bezahlung, etc)
    der jury uebernimmt.

    bei jeglichen fragen wende man sich an: liz@ubermorgen.com

    ps: zuspaeteinlangende eingaben werden nach moeglichkeit gerne beruecksichtigt.