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THEO Lernfortschritt #pukw

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Nächsten Montag, 1. März 2010, ist es wieder einmal soweit. Ich schreibe eine Prüfung. Dieses Mal Medientheorie. Eine der wenigen, bei der ich nie in der Vorlesung war. Dafür gibt es einen dicken Reader und am Wochenende wird der Stoff gemeinsam durchgegangen. Beim lernen für die letzte Prüfung habe ich ich interessante Dinge sowie den Fortschritt getwittert, da das im Moment aber keine Option ist, wird gebloggt. Es sind 19 Texte und viele, viele Seiten. Titel der Texte sind dick, Fortschritt/Geschwindigkeit kursiv. Zitate nicht immer wörtlich, auch wenn es den Anschein hat. Dies ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern ein Livelearningblogbeitrag.

Als Musik habe ich High Focus-Ambience & Beta Frequencies von Kelly Howell laufen. Dazu gibt es Club Mate.

19:00 Start
Wissenschafts- und Erkenntnistheorie
von Jürgen Kriz, Helmut E. Lübeck und Horst Heidbrink; 1996

Wahrheit ist keine Eigenschaft von Dingen, sondern von Sätzen. – Seite 61

Zwischen Sprachebene und Erfahrungs-/Handlungsebene ist keine algorithmisierbare Verknüpfung möglich. – 62

Wahre Sätze können nicht „entdeckt“ sondern bestenfalls „aufgestellt“ (behauptet) werden. – 63

19:44 Wer ist eigentlich auf die idiotische Idee gekommen Bücher in Blocksatz zu drucken? Hatte wohl einen Sprung in der Zeile.

Die Scientific Community erinnert ein wenig an Berater. Sie gibt sich selbst die Existensberechtigung und versucht, meistens, an ihren Paradigmen festzuhalten, anstatt sie wie es im Lehrbuch steht stürzen zu versuchen.

20:16 Der erste Text ist durch. Ich weiß nun, dass „Paradigma“ zumindest 1996 und vermutlich noch heute ein Modewort in der Wissenschaft ist. Außerdem würde mich eine Timeline der Paradigmenwechsel interessieren. Interaktiv nach Wissenschaften.
75min 19 Seiten; knapp 4 Minuten pro Seite

20:45
Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung.
von Hans Poser 2004

21:15 Paradigmen. That’s it.
21 Seiten in 30min; 1,42min/Seite, 0,7Seiten/Minute

22:30 Nach einer kleinen Pause, die ich mit Frau Wunderbar verbracht habe, geht es nun weiter. Nach den Wissenschaftstheoretischen Vorüberlegungen geht es nun mit einer Auswahl an Empirischen Kommunikationstheorien und -modellen weiter.

Kritischer Rationalismus
Die Logik der Sozialwissenschaften
von Karl R. Popper 1987

Popper hat eine angenehm klare und verständliche Ausdrucksweise.

Objektivität ist nicht Aufgabe des einzelnen Forschers, sondern entsteht durch den Diskurs auf unterschiedlichen Ebenen.

Ohne Leidenschaft geht es nicht, und schon gar nicht in der reinen Wissenschaft. Das Wort „Wahrheitsliebe“ ist keine bloße Metapher. – 114

23:25 Fertig mit Popper. Ich wünschte jemand würde die ganzen Texte in ein Wiki packen und die Begriffe ordentlich verlinken. Würde lernen erheblich erleichtern. Auch macht man es sich einfach, wenn man Theorien aus dem Grund, dass sie nicht kritisierbar sind ignoriert. Leider scheint es sinnvoll zu sein.
55min, 20 Seiten; 2,75min/Seite 0,36 Seiten/min

23:45 – 0:05 Propagandaforschung. Mit Harold D. Lasswell. 1927. Hinterlasst ein Fragezeichen bezüglich der wissenschaftlichen Relevanz des Textes.
20min, 8 Seiten; 2,5min/Seite

0:10 S-R-Modell
Kommunikationstheorien
Frieder Naschold, 1971

Ich habe das Gefühl, dass aktuellere Wissenschafter versuchen ihre Unsicherheiten durch komplexe Sprache zu verdecken. Oder sie haben schlicht die Fähgkeit nicht, sich sauber auszudrücken.

[..] mit der Ausbreitung des Fernsehens um 1940 ihren [Anm. d. Red: die Kommunikationsforschung] bislang letzten Höhepunkt erreicht.

Bahnbrechende Ergebnisse. Glaubwürdige Kommunikatoren haben einen größere Wirkung auf den Empfänger, als unglaubwürdige. – 42
Dagegen wirklich interessant: Nach einiger Zeit verblasst diese Wirkung. Inhalt und Quelle wird voneinander getrennt. – 42
Starke Furchtapelle motivieren den Empfänger die Bedeutung der Kommunikation zu ignorieren. – 43
Langfristig ist Kommunikation die auch Gegenargumente bringt effektiver. Zumindest wenn der Empfänger, die andere Seite so oder so mitbekommt. – 43
Frauen sind in unpersönlichen Angelegenheiten leichter zu beeinflussen als Männer. Sagt die Wissenschaft. Steht auf Seite 44. Aber auch, dass es mit der gesellschaftlichen Rollendefintion zusammenhängt.
Theorie der Massengesellschaft ist Bullshit. – 46
Freunde und Bekannte haben den größten Einfluss. Massenmedien nur wenn sie sowieso mit den Normen der Gruppe übereinstimmen. – 47

1:30 Puh. Auch wenn er zu Beginn nervt, wird der Text immer besser und ist, zumindest für mich, spannend.
80min, 31 Seiten; 2,5min/Seite

Genug für heute. 91 Seiten in 260min (4,3h). War auch schon schneller.

10:30 Ausgeschlafen geht es weiter. Für die Motivation zuerst etwas blink.182
Massenmedien und personaler Einfluss
von Paul Lazarsfeld und Herbert Menzl, 1964

Meinungsmacher sind über alle Schichten und Berufsgruppen verteilt. Es sind die Personen, die besonders am Thema interessiert sind. – 120
Zweistufiger Weg. Massenmedium -> Meinungsmacher -> Masse. – 121 (Meine Frage: Informieren sich Meinungsmacher noch immer in den Massenmedien oder bekommen sie ihre Informationen näher vom Ursprung? Kombination?)
4 Eigenschaften von Meinungsbildnern: Interesse am Thema, kompetenzvermittelnde Stellung, leicht zugänglich für Interessierte, Beziehungen zu Informationsquellen. -122
Meinungsbildner bilden sich häufig gegenseitig die Meinung. – 123
Besonders hohes Meinungsänderungseinflusspotential haben Personen, die gegen die Partei sind, die sie ursprünglich wählen wollten. – 124 (Grüne Vorwahlen…)
Early Adopter bewegen ihre Kontakte dazu etwas ebenfalls einzusetzen. Sie sind Überzeuger. – 127 (Im Text geht es um Arzneimittel.)
Informationsnetz als System und nicht nur als Anhäufung von einzelnen Informationsverteilern und -empfängern. – 130
Wenn Personen von ihrer Primärgruppe abgeschnitten sind, kann man sie besser beeinflussen. – 135

11:25 Schon wieder so ein Erfolgserlebnis. Auch wenn der Text recht alt ist, hatte er einige interessante Aussagen und las sich angenehm schnell.
55min, 22 Seiten; 2,5min/Seite Erstaunlich konstante Zeit.

12:00 Kurze Pause mit Frau Wunderbar. Sie war beim Friseur. Aber nun geht es weiter, um eins habe ich eine Skype-Konferenz für die Wiener Runde.

Konsistenztheorie
Die Lehre von der „kognitivien Dissonanz“
Leon Festinger, 1964

Menschen haben einen starken Drang ihre Entscheidungen für sich selbst zu rechtfertigen. – 32
Gibt man Menschen wenig Geld, damit sie ihre Meinung ändern, machen sie es wirklich, gibt man ihnen viel, tun sie nur so. – 35
Kommunikation ist erfolgreicher, wenn sie die Dissonanz beim Empfänger mindert. – 37

12:20 20 Min, 12 Seiten; 1,6min/Seite

Nachrichtenwerttheorie
The structure of foreign news
Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge, 1965

13:00 Der Text ist anstrengend zu lesen. Überlege ihn zu überspringen und hinten anzuhängen. Nun ist Wiener Runde angesagt.

15:00 Essen bestellt. Es geht weiter. Text wird liegengelassen.

Agenda-Setting-Ansatz
The Agenda Setting Function of Mass Media
von Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw, 1972

Die Medien beeinflussen nicht was wir denken, sondern worüber wird denken. – 176 Nichts neues soweit.

15:20 Essen

17:20 Nach der Pause nicht wieder ins lesen gekommen. Werde es mit etwas Bewegung versuchen.

18:00 Club Mate und los.

18:10 Nächster Text
Ökologie und Medien. Ein Neuansatz zur Überprüfung der Thematisierungsfunktion der Medien.
von Maximilian Gottschlich, 1999

Nur weil ein Thema gesellschaftlich wichtiger wird, bedeutet dies noch nicht, dass sich Medien tiefergehend damit beschäftigen. Eher Ereignisjournalismus. – 199
Je mehr man sich mit einem Thema beschäftigt, desto weniger glaubt man den Medien. – 200

19:00 Puh. Der Text hatte zu viele Zahlen. Aber es geht schon wieder besser.
60min, 15 Seiten; 4min/Seite

Uses-and-gratification-approach
Uses and Gratification Research
von Elihu Katz, Jay G. Blumler und Michael Gurevitch, 1973/4

Entweder der Text war schlecht strukturiert oder ich hänge noch im Tief fest.
19:40 40min, 15 Seiten; 2,6min/Seite

19:50 Noch ein Club Mate aus dem Kühlschrank geholt. 200mg Koffein, 400mg Mate. Noch 120 Flaschen und mein Körper wäre nicht mehr zu gebrauchen.

Lokale Kommunikation als Bedarfsdeckung. Überlegungen zu einer möglichen Forschungsstrategie an einem österreichischen Beispiel.
von Roland Burkart, Maximilian Gottschlich, Eugen Semrau und Ulrich Vogt, 1978/3

WTF ist Kassettenfernsehen? Reise in die Vergangenheit.
Sind Lokalnachrichten im Fernsehen Ergänzung oder Konkurrenz für die Printmedien? – 280 Es geht um die Monopolanstalt ORF.
Wären die Daten etwas aktueller, könnte man sich als Grundlage für hyperlocal media nutzen. Sind sie aber nicht.
Medienverhalten als Bedarfsverhalten. – 292

20:35 Interessante Aussagen, aber ergebnismäßig veraltet.
45min, 16 Seiten; 2,8min/Seite

(Sozialphilosophische) Kommunikationstheorien der Gesselschaft

Kritische Theorie
Zur Logik der Sozialwissenschaften
von Theodor W. Adorno, 1987

Ich wusste nicht, dass mir Adornos Sprache so fremd ist.

21:00 Der zweite Text, den ich zur Seite lege.

21:15 Ich erhöhe auf 300mg. Über den nächsten Text schreibe ich lieber nichts. Schließlich ist Stefan Weber der Autor und er geht angeblich recht aggressiv mit Personen um, die Inhalte, und seien es nur Auszüge, von ihm ins Netz stellen. (Hallo Stefan, Google Alert?) So ist er meines Wissens nach dafür verantwortlich, dass die größte Mitschriftenbörse der Studierenden des Instituts für Publizistik- und Kommunikationsforschung der Universität Wien offline gehen musste. Plagiate finde ich scheiße.

22:00 Schade um den Text von Herren Weber. Er ist gut strukturiert, angenehm zu lesen und dabei auch noch interessant. Und aktuell.
45min, 21 Seiten; 2,1min/Seite

23:30
Blickwechsel. Umrisse einer Medienepistemologie.
von Siegfrid J. Schmidt, 1999

Erwartungserwartungen und Unterstellungsunterstellungen. – 128

0:20 Ich sauge die Sätze auf. In meinem Kopf platzen die Synapsen, konstruierte Wirklichkeit. Wie der Mensch gelernt hat mit den Stilmitteln des Filmes umzugehen, neu und doch bekannt. Rückblenden. Großartige Ideen, was man alles auf das Internet anwenden kann, wo die großen Unterschiede liegen und wo die Gemeinsamkeiten. Noch kann ich es nicht alles in Worte fassen, aber ich wurde wieder daran erinnert, dass es das richtige Studium ist.
50min, 27 Seiten; 1,8min/Seite

1:00 Der Tag neigt sich dem Ende zu. Ich werde wohl noch einen Text durchnehmen und die restlichen drei auf morgen verschieben.

Systemtheorie
Systemdenken in der Kommunikationswissenschaft
von Manfred Rühl, 1969

1:30 Gute Nacht.

28.2.2010
9:15 Guten Morgen. Ich bin noch immer bei der Systemtheorie, später kommt noch theorie des kommunikativen Handelns und der Symbolische Interaktionismus. Gesamt noch 65 Seiten, was sich in maximal drei Stunden ausgehen sollte. Also bis Mittag. Dann gibt es eine Pause und am Nachmittag wird mit den Folien, Mitschriften, Zusammenfassungen und Fragenkatalogen gearbeitet.

Soziologie als Theorie sozialer Systeme
von Niklas Luhmann, 1991

Die Systemtheorie beschreibt meine Gedanken. Großartig. Erinnerte Geschichte.

10:20 Hohe Komplexität mit einigen, für mich, gut verständlichen Teilen. Als Ganzes muss ich mich aber noch länger damit beschäftigen, um es zu verstehen.
65min, 23 Seiten; 2,8min/Seite

10:30
Theorie des kommunikativen Handelns
Vorlesung zu einer sprachtheorethischen Grundlegung der Soziologie – V. Vorlesung. Wahrheit und Gesellschaft. Die diskursive Einlösung faktischer Geltungsansprüche.
von Jürgen Habermas, 1995

Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit. – 110

11:15 Habermas liest sich manchmal wie eine Wiederholung der Wiederholung.
45min, 22 Seiten; 2min/Seite

11:20 Symbolischer Interaktionismus
Der methodologische Standort des Symbolischen Interaktionismus
von Herbert Blumer, 1969

Bedeutungen von „Dingen“ und anzeigen von Handlungen.

12:10 Reader fertig.
50min, 20 Seiten; 2,5min/Seite

16:45 Am Nachmittag bin ich nicht zu gebrauchen. 16 Seiten Kurzzusammenfassung gemacht. Sonst nichts.

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Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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