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Lesen statt twittern

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Noch immer twitterabstinent zeigen sich erste Erfolge. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich damit zusammenhängt, dass ich nichts hochfrequentes mehr habe, um meine Informationssucht zu füttern oder ob es nur daran liegt, dass ich mit der ersten Seite angefangen habe. Jedenfalls war ich eine Woche bei Frau Wunderbar und wie meine Follower wissen, dauert die Zugfahrt ein paar Stunden. Eher mehr. Habe ich auch bisher meist Bücher im Gepäck gehabt, habe ich mich nun das erste Mal zusammengerissen und sie einfach gelesen, anstatt mit zu viele Gedanken darüber zu machen. Bei der Hinfahrt 191 Seiten, bei der Rückfahrt 148. Nicht viel, aber die Bücher waren nicht dicker. Hat mir gut getan und Lust auf mehr gemacht. Bei Frau Wunderbar war es auch ganz großartig, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Die Bücher

Tristesse Royale: Das popkulturelle Quintett1
Ich mag dieses Popzeug ja. Früher mehr als heute und es liest sich etwas angestaubt. Dennoch habe ich es gut gefunden. Vor allem, hat es mich trotz seines simplen Stils, fünf Autoren sprechen miteinander, hineingezogen. Oft wollte ich aufspringen und einem von ihnen widersprechen, manchmal auch allen, doch das ging nicht und da musste ich wieder an Twitter denken. Bezüglich angestaubt, das Ding ist 2001 erschienen. Wer sich für Popkultur, Poplitertur, Popdingens interessiert ist es sich empfehlenswert, aber dann hat man es vermutlich schon vor acht Jahren gelesen. Ich bin da mehr der Slowreader, der seiner Zeit hinterher hinkt. Ihr wisst schon.

SystemInnovation: Die Welt neu entwerfen1
Dieses Buch hat mir Hannes empfohlen. Stand in der Piratenhöhlenbibliothek und da habe ich es auf die Reise mitgenommen. Erst habe ich mich etwas gesträubt, weil ich lieber einen Roman gelesen hätte. Im Nachhinein war es aber eine gute Wahl. Auch etwas angestaubt (2006), aber mit vielen interessanten Ansätzen. Zugleich aber auch einige Blindgänger, die mich genervt haben. Etwa wurde der iPod gelobt, weil man ihn nur über iTunes konfigurieren kann und das Gerät deshalb supereinfach ist. Man kann damit ja nur Musik hören. Und sonst nichts. Auch schreibt Bruno Weisshaupt wie wichtig doch mechanische Bedienelemente sind. Weil der User fühlen muss, wenn er einen Knopf drückt. Wieder iPod als Beispiel. Die aufkommenden „Touchpad“-Bedienen werden sich nicht durchsetzen. Blöd, dass das iPhone kurz nach der Veröffentlichung des Buches erschienen ist und gezeigt hat, wie gut Touchscreens zur Bedienung geeignet sind. Ich kann noch immer auf der virtuellen Tastatur des iPhones schneller schreiben als auf den mechanischen vom N97 oder N900. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass Herr Weisshaupt viel Ahnung von Maschinen hat, aber nicht ganz so viel vom Internet und der Interaktion von Menschen mit Geräten. Außer es handelte sich dabei um Maschinen. Also richtige. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, wenn man sich für Entwicklungen interessiert. Gesellschaftliche und technische. Menschen, die eine meiner ähnlichen Einstellung haben, werden allerdings das eine oder andere Mal sauer aufstoßen. Aber selbst dann, kann man ein paar Dinge mitnehmen.

Als ist wieder ein Roman dran. Ich werde euch auf dem laufenden halten.

Über Empfehlungen und Geschenke freue ich mich immer.

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Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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