Monat: Juni 2010

  • Kurioses Wien – Citywalk mit Harald Havas

    Harald Havas, Kultautor des Buches „Kurioses Wien“, hat am 13 Juni, 2010 zwei Stunden durch Wien geführt und von den Kuriositäten der Stadt erzählt. Ich war dabei und habe mit meinem Nokia N900 mitgefilmt. Das Ergebnis gibt es in niedriger Qualität auf blip.tv oder hier in der 2,3GB Version (Download) für HTML5 fähige Browser (getestet mit Chrome und Safari). Das Video dauert 1 Stunde und 16 Minuten.

    Musik: Ouverture by Lee Maddeford, CC BY-NC-SA

    Danke an le-chaotique und basedrive, für das hosten des Videos.

    Weitere Infos und wann der nächste Kurioses Wien Citywalk ist unter havas.at.

    Das Video steht unter einer CC-BY-NC Lizenz. Ihr dürft es also weiterverbreiten und nutzen, solange Namen genannt werden, va. Harald Havas und Lee Maddeford, sind beide im Video, sodass das Video als Ganzes auch für sich stehen kann. Weiters dürft ihr es nicht kommerziell nutzen, was am integrierten Musikstück liegt. Sollte dennoch Bedarf bestehen, kann man mit mir und Havas reden. Kontaktadresse im Impressum.

    Für mich war es ein Experiment, um zu sehen wie die Videoqualität des N900 unter normalen Bedingungen ist. Weiters konnte ich ein wenig mit Video allgemein spielen und jetzt auch noch die Kombination HTML5 und Dropbox für das Anbieten des Videos testen. Und Havas finde ich sowieso gut.

  • #bcvie versus #meshed2

    Kann das Barcamp Vienna als Community Veranstaltung mit der professionell organisierten Konferenz Meshed mithalten? Wo trifft man die spannenderen Leute? Macht es überhaupt Sinn zu solchen Veranstaltungen zu gehen oder kann man in Zukunft gleich zuhause bleiben, weil man alle Informationen im Internet viel umfangreicher und schneller erhält? Ich habe an beiden Veranstaltungen teilgenommen und beschäftige mich in diesen Beitrag mit den Vor- und Nachteilen der beiden Formate. ((Sorry für die Einleitung.))


    Bild: dchris

    Die Kontrahenten

    Das erste Barcamp in Österreich fand 2006 statt. Seitdem fanden fast 50 dieser Nicht-Konferenzen statt. Die Organisation kann jeder übernehmen, als Tool steht das Wiki unter Barcamp.atzur Verfügung, wo man sich auch informieren kann, wann das nächste Barcamp stattfindet. Das Barcamp, welches mir als Beispiel dient hat am 29. Mai 2010 in Wien stattgefunden. Der Eintritt war frei wie in Freibier.

    Die erste Meshed fand 2009 in Linz statt. Sie wird von der Agentur Netural organisiert und Meshed-Converence.com angekündigt. Ich wurde zur meshed#2 am 2. Juni 2010 eingeladen, das Ticket kostet normalerweise EUR 275,- exkl. MWSt.

    Doch genug der trockenen Fakten. Wir wollen Blut sehen!

    Kann man zwei so unterschiedliche Veranstaltungen überhaupt miteinander vergleichen, fragt ihr euch? Ich sage ja. Beides sind Veranstaltungen, bei beiden geht es um Internet und Social Media Gedöns und unsere Zeit ist beschränkt. Somit muss man sich manchmal entscheiden wofür man sie einsetzt. Das kann auch bedeuten, dass man zu keiner der beiden Events geht.

    Sessiontafel #bcvie
    Sessions beim , Foto: Martin

    Die Struktur

    Das wurde von Max und Rolf organisiert. Sie haben damit keinen Gewinn gemacht und hoffentlich auch nicht draufgezahlt. Hätten sie es nicht gemacht, hätte es wer anderer getan. Oder auch nicht. Die Grundaussage eines Barcamps ist, wenn dir etwas nicht passt, mach es besser. Damit entzieht man sich einerseits schnell der Verantwortung, aber andererseits regt man die Menschen stärker an mitzuhelfen und sich einzubringen. Und dass Max und Rolf sowie alle anderen beteiligten sich redlich darum bemüht haben, dass alles passt, konnte man spüren. Speaker gibt es bei einem Barcamp nicht. Auch keine Besucher. Alle sind Teilnehmer und das bedeutet, dass jeder aufgerufen ist eine Session zu halten, das kann ein Vortrag, eine Diskussionsrunde oder irgendwas anderes sein. Qualitätskontrolle gibt es nur durch die anderen Teilnehmer indem sie bei einer Session nicht hingehen oder einfach rausgehen. Da ist normalerweise auch niemand beleidigt. Somit konnte ich am zweiten Tag auch eine „Autogrammstunde“ machen, bei der ich über mich selbst gesprochen habe. Das wäre bei der undenkbar gewesen.

    Die hingegen wurde von oben organisiert. Wie eine klassische Konferenz. In diesem Fall Netural. Ihhh, Kommerz. Natürlich war die damit auch eine Marketingveranstaltung von Netural, die sich dafür auch noch bezahlen haben lassen. Nicht doof. Wie viel tatsächlich Gewinn gemacht wurde oder nicht kann ich nicht sagen, einige Tickets wurden auch an Kunden(?), Presse(?) und Blogger(!) vergeben. Jedenfalls weiß man nicht genau, wer für die Organisation bei Netural zuständig war, aber man kann dennoch wunderbar auf ihnen herumhacken, wenn irgendwas nicht passt. Etwa, wenn es keine Germknödel gibt. Oder keine Twitterwall. Auch sind die Teilnehmer klar unterteilt in Vortragende und Zuschauer. Oder nennt man das Zuhörer? Auf jedenfall wären die Gäste bei der , wären sie auf einem Barcamp als Touristen beschumpfen worden, weil sie sich passiv die Vorträge besucht hätten ohne selbst etwas zu machen. Dafür haben sie aber auch bezahlt. Und die Vortragenden haben Geld bekommen. Jedenfalls gehe ich davon aus. Da stellt sich dann auch die Frage, wie sich denn so ein Barcamp finanzieren kann, schließlich braucht man einen Raum und Essen hat es auch gegeben. Dafür gibt es Sponsoren. Ihhh, Kommerz. Im Fall vom Microsoft, Digital Affairs, netidee und Modul University. Vielen Dank an dieser Stelle. Natürlich auch Danke an Netural, dass sie mich zur eingeladen haben.

    Wir haben also auf der einen Seite ein für alle offenes Barcamp, wo es um den Wissenstransfer zwischen den Teilnehmern geht und auf der anderen Seite eine mehr oder weniger exklusive Konferenz, bei der es um den Geldtransfer von den Gästen zu den Vortragenden und einen Wissenstransfer in die andere Richtung geht.

    Die Menschen

    Barcamp Panorama
    Panorama vom : vollwertmedia

    Jeder kann zum Barcamp gehen. In der Theorie. In der Praxis gibt es eine Kerngruppe, die ich jetzt lapidar als Österreichische Webszene bezeichne. Die Leute kennen sich und beschäftigen sich vor allem mit sich selbst und dem Internet. Ein paar Teilnehmer sind jedes Mal neu dabei, die aber nicht wiederkommen, wenn sie sich nicht schnell genug an die Kultur anpassen. Dann ist es nicht nämlich nicht sonderlich angenehm bei dem Barcamp. Man sollte offen sein. Und nicht für Netzsperren oder ähnliches. Das ist natürlich überspitzt und auch solche Themen werden behandelt und diskutiert. Geld spielt meist eine Rolle, aber im Vordergrund stehen andere Dinge. Die Menschen begeistern sich für das was möglich ist, machen sehr viele Sachen selbst und sind meist selbständig unterwegs. Twitter und Blog gehören zum Standardrepertoire. Die meisten Leute kennen sich.

    Nicht so bei der meshed. Dort ist man wahrscheinlich angestellt und in einer Agentur. Oder Kunde einer Agentur. Das Social Web interessiert einem vor allem aus kommerziellen Gründen. Wie kann man es als Marketingtool einsetzen, wie verkauft man darüber, wie macht man PR und Zeug. Würde man den Standardmeshedbesucher in eine Session beim Barcamp setzen würde er vermutlich nur einen Bruchteil verstehen. Die Menschen sind nicht dumm. Nicht alle. Aber vielen fehlt die Erfahrung im Social Web. Vor allem, weil man es meist nur beruflich einsetzt, während Barcamper es auch privat nutzen. Es kann leicht passieren, dass bei der meshed jemand versucht sein Produkt oder seine Firma im Pausengespräch zu verkaufen. Allerdings kommt es auch nur selten vor, dass man einen Vortrag auslässt. Schließlich hat man dafür bezahlt. Und so. Twitter und Blogs kennt man. Eingesetzt wird es nur in seltenen Fällen. Die meisten verstehen den Nutzen von Twitter nicht. Es gibt viele die sich untereinander kennen und deshalb in Trauben zusammenstehen, aber im Gegensatz zum Barcamp gibt es nicht das jeder kennt jeden Phänomen.

    Die Inhalte

    Beim Barcamp gibt es drei und mehr Sessions parallel. Somit verteilen sich die etwa 200 Personen recht gut. Die einzelnen Sessions sind so unterschiedlich, wie die Teilnehmer. Da gibt es welche zu wissenschaftlichen Studien über 4chan (wetten bei meshed kennt das niemand), zu Web Dev Frameworks, Kachingle oder Social Media bei Microsoft. Alles nachzulesen im Barcamp-Wiki. Die einzelnen Sessions gehen meist sehr tief, die Teilnehmer bringen ein hohes Vorwissen mit und die Sessions sind sehr interaktiv. Oft gibt es Insights zu Projekten und Wissen, das man sonst nirgends bekommt. Die Vorträge sind teilweise speziell für das Barcamp erstellt worden und sind tagesaktuell. Einige werden auch während dem Barcamp erstellt. Es finden sich spontan Leute, die gemeinsam etwas machen und der Sessionplan wird erst am Tag des Barcamps selbst von den Teilnehmern erstellt. Die Qualität der Sessions variiert stark.

    Bei der gibt es nur einen Track. Man weiß schon im Vorfeld, wann welcher Vortragende worüber sprechen wird. Thematisch geht es um Marketing im Social Web. Nach einer Begrüßung durch Netural startet man mit dem wichtigsten Speaker, Erik Qualman. Er zeigt seine eigenen Videos und erzählt, was man in seinem Buch Socialnomics ((Affiliate Link)) lesen kann. Vermutlich hat er den Vortrag schon fünfzig Mal gehalten. Nachdem er fertig ist, muss er auch gleich wieder weiter. Es ist eine allgemeine Einleitung, wie wichtig doch das Social Web ist und dass man es nicht nicht machen kann, sondern man es nur gut oder schlecht machen kann. Sowas in die Richtung. So ähnlich geht es weiter. Allerdings später nicht mehr optimistisch amerikanisch, sondern problemorientiert deutsch. Am Ende gibt es eine Podiumsdiskussion mit Twitterwall, die natürlich sofort von den anwesenden der österreichischen Webszene übernommen wird. Allerdings recht gepflegt und ohne bösen Kommentaren, wie man es von anderen Veranstaltungen gewöhnt ist. Die Vorträge haben alle eine gute Qualität, es wird selten Unsinn geredet, aber auch nicht immer alle Seiten aufgezeigt. Würde auch zu lange dauern. Insgesamt ein guter Einstieg in dieses Social Webs. Und wer mehr wissen will, kann im Anschluss von Netural oder einem der Vortragenden das Komplett-Sorglos-Paket kaufen.

    Ich bin hier eindeutig auf der Barcamp-Seite. Es ist interessant auf welcher Stufe die anderen stehen, aber neues erfahren konnte ich bei der nicht. Anders beim Barcamp. Auch dort ist es nicht mehr, wie vor zwei Jahren, als ich in jeder Session mit glänzenden Augen saß, aber es sind immer wieder Dinge, die ich mitnehmen kann. Auch aus den Gesprächen zwischen und statt den Sessions.

    vor Beginn, Foto: Oberndorfer

    Atmosphäre und Verpflegung

    Das hat im Firmengebäude von Microsoft stattgefunden. Das bedeutet viele gut ausgestattete Konferenzräume in unterschiedlichen Größen, eine gemütlich eingerichtete Lounge mit Sesseln und ein Innenhof mit Teich und viel Grünzeug.

    Die fand in der Aula der Wissenschaft statt. Eine Event Location mit großen Konferenzraum im zweiten Stock. Im Erdgeschoß ein Raum mit Gewölbe, wo die „Party“ am Abend stattgefunden hat. Alles sehr modern und hübsch. Statt gemütlicher Lounge aber Stehtische hinter der Bühne.

    Menschen beim , Foto: dchris

    Die hatte Gebäck zum Frühstück, während es beim am ersten Tag nur pikante Snack gab. Das Barcamp hatte dafür leckeres Mittag- und Abendessen. Die meshed wiederum einen großartigen Schokokuchen am Nachmittag. Beim Barcamp gab es am Abend Bier und Wein, bei der meshed Cocktails, allerdings musste man dort für alle Getränke bei der Party zahlen. Die meshed versuchte mit einem nach eigener Aussage Top-DJ auftrumpfen, ebim Barcamp konnte jeder auflegen. Parallel dazu gab es gemeinsames Songcontestschauen via Beamer. Das hat wesentlich mehr Spaß gemacht als der leider nicht überzeugende DJ bei der meshed. Beim Barcamp gibt es mehr rundherum, während die meshed sehr auf die Inhalte konzentriert ist. Etwa hat dchris Fotos von den Teilnehmern gemacht. Im Gegenzug gibt es einen Link für seinen neuen Fotoblog. Oder der Barchair von mabacher. Oder das Panorama mit den Teilnehmern von vollwertmedia.

    Insgesamt war das Barcamp persönlicher, ein bisschen Klassentreffen, während die meshed etwas steifer und mit ein paar Businesskaspern durchsetzt war.

    Fazit

    Sieht man sich nur die Inhalte an, hat weder noch eine Daseinsberechtigung, weil man sich die Inhalte auch über andere Wege aneignen kann. Meist sogar effizienter.

    Die ist ein guter Einstieg, wenn man sich noch nicht wirklich auskennt, man bekommt etwas Orientierung und kann sich mit Menschen auf einem ähnlichen Niveau austauschen.

    Für mich ist das Barcamp interessanter, weil ich dort selbst aktiv sein kann ohne dass mich Netural als Speaker einlädt. Ich kann dort die Menschen treffen, die ich übers Web kenne und mich mit ihnen über sehr spezielle Dinge austauschen. Es macht einfach Spaß.

    Veranstaltungshinweise

    26./27.06. Sustainovation, Open Space IdeenKonferenz „Nachhaltigkeit als Motor für Innovation“
    18.09. Mediencamp
    2./3.10. Barcamp Vienna
    6./10.10. AlmCamp

    Weitere Termine auf Barcamp.at und Webtermine.at