Monat: Dezember 2010

  • Projekt Herzlicht

    Projekt Herzlicht

    Weihnachten. Die Zeit des Gebens. Oder interessiert das heutzutage niemanden mehr? 3 Blogger haben sich zusammengetan und wollen Menschen zum Spenden für die Steirische Kinderkrebshilfe bewegen. Jeder der mehr als 20€ spendet bekommt ein personalisiertes Video von ihnen. Mit Gesang. Ich finde das Projekt gut und unterstütze sie gerne. Du auch?


    Foto: Bokeh of Hearts von Tony Gigov

    „Wenn sich 3 Blogger Farbe ins Gesicht malen, Kronen aufsetzen und Sternen folgen, dann nur für einen wirklich guten Zweck.
    Mathias Pascottini, Christina Tieber und Heinz Wittenbrink haben ebendiesen guten Zweck gefunden und das Projekt „Herzlicht“ ins Leben gerufen. Zugunsten der Steirischen Kinderkrebshilfe werden sie in den nächsten Wochen zu „heiligen 3 Königen“. Singend unterstützen sie krebskranke Kinder und besuchen im Rahmen des Projekts auch die Kinderkrebsstation am LKH Graz.

    So geht’s:
    Die Aktion läuft bis 4. Jänner. Jeder, der bis dahin mindestens 20 Euro an das Spendenkonto der Steirischen Kinderkrebshilfe überwiesen hat, erhält ein Video der „heiligen 3 Könige“ mit persönlicher Widmung. Gesang inklusive.

    Eure Spenden bitte hier hin:

    Steirische Kinderkrebshilfe
    Raiffeisenlandesbank Steiermark,
    Konto-Nr. 4.426.300,
    BLZ 38.000
    Verwendungszweck: „Herzlicht“ (WICHTIG! Nur Spender mit diesem Verwendungszweck erhalten ein persönliches Video.)

    „Wenn mit dem Gedanken du dich plagst,
    Wieso zu spenden, und du dich fragst:
    Was hat deine Spende gebracht?
    – ein Kind mehr hat heut gelacht!“

    Mehr Infos auf: www.projekt-herzlicht.at

  • Opera – Der Schattenbrowser

    Den Internet Explorer kennt jeder. Ich verwende ihn regelmäßig. Um Chrome oder Firefox herunter zu laden. Diese beiden Browser werden von den meisten Digital Residents genutzt, sie sind schnell, sicher und verfügen über tolle Erweiterungen. Die Benutzung ist einfach angenehm und sie unterstützen die aktuellsten Webstandards. Als Mac User muss ich Safari erwähnen, welcher wie Chrome auf Webkit als Browser Engine setzt. Ich selbst setzte alle drei Browser parallel für unterschiedliche Projekte ein. Chrome fürs normale surfen, Firefox zum Websites entwickeln und Safari für Nebenprojekte.

    Der Browser, den ich seit langem stiefmütterlich behandle, ist Opera. Dabei ist er oft Vorreiter, sowohl was Webstandards betrifft als auch Features. Nahezu berühmt ist er dafür, dass viele Funktionen später von anderen Browsern kopiert werden. Auf Mobilgeräten ist er schon lange meine erste Wahl. Er sieht dort einfach besser aus und bietet mehr. Am Nokia N8 etwa eine horizontale Tastatur, die das Betriebssystem selbst nicht einmal besitzt. Am Desktop ist das Design etwas gewöhnungsbedürftig. Aber auch hier überzeugt er. Ganz aktuell etwa mit dem Feature „Tab Stacking“, wodurch man mehrere Tabs in eines vereinen kann. Großartig, wenn man etwas recherchiert und dazu die Tabs offen lässt, wie ich es gerne mache. So kann ich sie sammeln und verbrauche nur ein Tab dafür. Schon lange hat Opera einen Mail und Torrent Client eingebaut. Weiters hilft Opera mit „Opera Turbo“ bei geringeren Verbindungsgeschwindigkeiten schnell zu sein, indem die Webseiten am Opera-Server verkleinert werden. Nichts für Personen, die auf ihre Privatsphäre achten, aber angenehm für das normale browsen. Sehr neu ist auch „Opera Unite“ womit aus jedem Computer mit einem installiertem Opera ein Server wird. Aber um darauf weiter einzugehen, bräuchte ich mehr Zeit, die ich im Moment nicht habe.

    Opera besitzt also eine Vielzahl an tollen Funktionen ist schnell und sicher, aber dennoch nutzt ihn fast niemand. Warum weiß ich selbst nicht so genau. Ich lade mir immer wieder einmal die aktuelle Version herunter, browse ein paar Stunden damit und vergesse ihn dann wieder. Eigentlich schade.

    Beitrag ist meine Meinung, für den Link gab es aber etwas.

  • Erinnerungen ans Fernsehen

    Ich besitze keinen Fernseher. Habe ich noch nie. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, gab es dort einen. Aber auch nicht immer. Bis ich etwa sechs oder sieben Jahre alt war, kannte ich Fernsehen nur bei Bekannten. Dann bekamen wir ein altes Fernsehgerät. In Österreich konnte man damals nur zwei Sender terrestrisch empfangen, ORF 1 und ORF 2, meine Eltern achteten aber ohnehin darauf, dass ich nur sehr selten davor saß. Die einzige Sendung, die ich regelmäßig schauen durfte, war Universum. Manchmal einen Film, aber eher selten. Als ich älter wurde und mehr schauen durfte, begann ich aufmerksam das Fernsehprogramm auf der Rückseite der Zeitung zu lesen. Ich markierte die Sendungen, die ich schauen wollte, mit einem Stift. Heute macht man das wohl über ein Online Fernsehprogramm (zB: Tvister). Irgendwann kam ein Videorecorder dazu. Ich habe recht viele Sendungen aufgenommen, geschaut und wieder überspielt. Während der Gymnasialzeit habe ich begonnen Serien zu schauen. Was so am Nachmittag kam. Im Nachhinein recht viel Müll, damals fand ich es toll. Und so verbrachte ich immer mehr Zeit vor der Flimmerkiste.

    Parallel kam das Internet auf. Also in unserem Haushalt. Ich begann bald es zu lieben und so wurde immer weniger Zeit ins Fernsehen gesteckt und mehr ins surfen. Als ich auszog, hörte das fernsehen komplett auf. Ich kaufte mir keinen eigenen und so hatte ich auch keine Möglichkeit dazu. Einige Monate späte begann ich bestimmte Serien gezielt zu schauen und heute schaue ich wieder die eine oder andere Fernsehsendung im Web an. Ein Fernseher würde mich im Moment nur für gemeinsames schauen mit meiner Freundin und Konsolen interessieren.

    Der Artikel ist von mir. Moneten gab es trotzdem.

  • Wo ist deine Bakk. Arbeit?

    Ich studiere im siebten Semester Publizistik- und Kommunikationswissenschaften. Angeblich braucht man sechs Semester, um den Bakkalaureus bzw. Bachelor abzuschließen. Mein Ziel ist bis zum nächsten Sommer fertig zu werden. Doch auch dieses Ziel wackelt im Moment. Ein paar Gedanken, warum Digital Residents Probleme mit wissenschaftlichen Arbeiten haben und erste Lösungsansätze.


    Foto: Tony Gigov, Foto zuvor, Volltreffer;

    Ich kann nur für mich sprechen und ob es anderen Digital Residents auch so geht, weiß ich nicht. Es geht auch nicht nur, um wissenschaftliche Arbeiten, sondern grundsätzlich um Aufgaben, die länger als zehn Minuten dauern.

    Mehr Informationen!

    Ich bin es gewohnt große Mengen an Informationen zu verarbeiten. Jeden Tag lese ich tausende Tweets und hunderte Artikel. Lesen ist der falsche Ausdruck. Vielmehr ist es ein überfliegen, ein scannen. Die tausenden Informationsstücke, durch die ich Tag für Tag klicke, werden in Sekundenbruchteilen bewertet. Mein Kopf ist wahnsinnig gut darin geworden unwichtiges auszusortieren und so habe ich nie das Gefühl von einer Informationsflut erschlagen zu werden. Vielmehr kommt es dazu, dass ich nach mehr Informationen lechze. Es gab Zeiten, wo ich den Hauptstream von soup.io leer gelesen habe. ((Des Tages. Nicht bis zum ersten Post seit bestehen.)) Im Google Reader habe ich mir vorgeschlagene Artikel unter Explore reingezogen und auf Twitter bin ich immer mehr Leuten gefolgt. Konnte nicht genug bekommen.

    Inzwischen hat sich die Lage etwas normalisiert. Ich bin auf Twitter sehr kritisch, wem ich folge. Sortiere regelmäßig aus, um den Übrigen mehr Aufmerksamkeit schenken zu können. Im Reader lese ich im Schnitt 150-200 Artikel und bei soup.io wird nur ein bisschen im Stream der Freunde gebadet.

    Ich konsumiere nach wie vor eine Vielzahl an Informationen.

    Es ist nicht entscheidend, dass ich exakt weiß, was in den ganzen Artikeln steht. Wichtiger ist zu wissen, dass es die Artikel gibt und worum sie ungefähr gehen. Eine gewisse Grundaussage, die man aus bestimmten Beiträgen mitnimmt. Immer wieder merke ich in Gesprächen, dass ich dazu schon etwas gelesen habe und wenn ich einen Computer in der Nähe oder das Handy in der Nähe habe, kann ich innerhalb von kürzester Zeit den Beitrag wieder finden. Manchmal bin ich dann selbst überrascht wie viel ich noch davon weiß, ohne ihn im Detail gelesen zu haben. Hilfreich sind auch Tweets, die im Idealfall in einem Satz zusammenfassen, was der Text aussagt.

    Information skippen

    Wenn man mit so vielen Informationen zu tun hat, werden Dinge, die nicht im ersten Moment als wichtig erscheinen, übersprungen. Schließlich wartet eine große Zahl an Informationen, die es ist. Ich muss mich nicht mehr mit unwichtigen Dingen aufhalten, weil ich das beste auswählen kann. Das zeigt auch wieder wie wichtig es sein kann, wie Informationen verpackt werden.

    Es ist schon eine Zeit lang her, aber ich kann mich erinnern es auf Nerdcore ((Vielleicht hier?)) gelesen zu haben: In der Überschrift muss stehen, was im Beitrag vorkommt. Wenn da ein Video mit tanzenden Katzen ist, dann sollte der Titel „Video: Tanzende Katzen“ oder so ähnlich lauten. Das gleiche kann man heute für Twitter behaupten. Wenn jemand nicht schreibt, was sich hinter dem Link verbirgt, werde ich dem Link höchstwahrscheinlich nicht folgen. Man baut ein Vertrauen in die Personen auf und wenn sie falsche oder ungenaue Beschreibungen zu den Links liefern, werden sie entfolgt oder zumindest nur noch selten auf Links geklickt. Nach dieser Regel ist auch der Titel dieses Beitrags nicht ideal. Besser wäre „Fähigkeit viele Informationen zu verarbeiten behindert wissenschaftliches Arbeiten“. Kürzer und knackiger. Ist mir im Moment aber auch egal.

    Wissenschaftliche Texte brauchen Zeit

    Wissenschaftler sind eher selten gute Autoren. Ich sehe ein, dass bestimmte Dinge nicht vereinfacht werden sollen, da sie sonst nicht mehr das aussagen, was sie aussagen sollen, doch wenn ich einen Absatz dreimal lesen muss, um ihn zu verstehen, hat der Autor ebenso versagt. ((Dieser Satz ist Unsinn. Bitte Kommentare beachten.))

    Ein anderes Problem, und das ist vermutlich entscheidender, ist mein antrainiertes Rezeptionsverhalten. Wenn es nicht sofort interessant ist, wird es ignoriert. Doch wissenschaftliche Texte entfalten sich manchmal erst, wenn man sie komplett gelesen hat. Auch braucht es Hintergrundwissen und in manchen Bereichen muss man dann bei Grundlagen beginnen, die einfach nicht spannend sind. Als müsste man erstmal lernen was der Begriff Blog bedeutet.

    Meine Aufmerksamskeitsspanne ist tatsächlich recht gering, wenn mich ein Thema nicht besonders interessiert oder es jemand empfohlen hat, dem ich vertraue. Fünf bis zehn Minuten bei einem Buch, die es hat um mich zu fangen. Manchmal stelle ich mir die Frage, ob ich das falsche studiere.

    Wissenschaftliche Artikel muss man mit einer gewissen Ruhe lesen. Die Kernaussagen erfassen. Weil sie nur Sinn machen, wenn man die Hintergründe kennt oder weil sie der Autor schlecht verpackt hat.

    Die Qualitätssperre

    Egal ob es um meine Bakk. Arbeit geht oder um einen Blogpost. Ich habe das Gefühl eine gewisse Qualität liefern zu müssen. Ein Maßstab den ich selbst setze und das oft zu hoch. Bin dann extrem unzufrieden mit mir, weil es nicht so gut ist, wie ich es gerne hätte. Lösche einzelne Absätze bis hin zu ganzen Beiträgen. Es reibt mich auf und ich will mich schon gar nicht mehr hinsetzen, weil ich Angst habe, es am Ende doch wieder wegzuwerfen.

    Beim wissenschaftlichen ist es noch schlimmer. Ich fühle mich verpflichtet für jede Aussage einen Beleg zu haben. Traue mich nicht Dinge zu schreiben, wie ich sie wahrgenommen habe und es einfach anzugeben. Ich verliere mich in der Recherche für Nebensätze und lösche sie dann wieder. Die Erwartungshaltung ist weit über den Wolken und wenn ich nicht anfange und übe, werde ich sie niemals erreichen. Wobei ich mir recht sicher bin, dass ich sie sofort höher stellen werde, sobald ich in die Nähe komme.

    Suche nach dem perfekten Tools

    Ich liebe Dienste, die mein Leben erleichtern. Dropbox, um Dateien zu sichern oder Kontakten zu teilen. Papers zum sammeln und sortieren wissenschaftlicher Arbeiten. CloudApp zum schnellsten Teilen überhaupt. Irgendwann werde ich einen eigenen Beitrag zu den ganzen Helfern schreiben.

    Immer wieder bin ich auf der Suche nach etwas besserem. Ich gebe mich nicht zufrieden, mit den Dingen die ich schon habe und nutze sie, sondern teste neues und werde somit nicht besonders gut in ihnen. Am Ende sitze ich wieder mit TextEdit da und tippe innerhalb kürzester Zeit das ganze als Plain Text runter. ((Das ist eine Befürchtung. Schon passiert.)) Das Problem ist, dass ich eben Dinge rund um die Arbeit mache, anstatt die Arbeit selbst. Etwa diesen Blogpost schreiben.

    Konzentration

    Oh, da drüben glitzert etwas. Bei mir wäre es eher ein neues Service oder eine Veröffentlichung von Wikileaks, die mich ablenkt. Jeden Tag gibt es hunderte Dinge, die interessanter als die Arbeit an meiner Arbeit sind.

    Mit Freude stelle ich aber auch fest, wie ich mich in Themen stürzen kann und mehrere Stunden daran arbeite. Selbst die Tweets, die regelmäßig via Twitterjunkie und Growl auf meinem Bildschirm auftauchen, können mich nicht ablenken. Ich bin dann in einem Flow, wo ich andere Dinge tun kann, ohne den Faden zu verlieren. Die Synapsen sind warm geglüht und hören nicht so schnell auf zu arbeiten.

    Entscheidend ist das Thema. Wenn es mich interessiert, ist es in kurzer Zeit erledigt. Oft sogar überraschend gut. Doch wenn nicht, dann muss ich alle Notifications abdrehen. Darf weder Twitter, noch Facebook öffnen und das Handy am besten abstellen. Pausen sind schon gefährlich. Eigentlich sollte man solche Themen gar nicht beginnen, doch das kann man sich nicht immer aussuchen.

    Lösungsansätze

    • Anfangen.
    • Ein Thema wählen, das einen wirklich interessiert.
    • Wenn man nicht weiterkommt, alles liegen lassen und rausgehen.
    • Uninteressante Literatur am Ende lesen. ((Vielleicht ist sie dann interessanter.))
    • Langsame Mediennutzung trainieren. Siehe auch Slow Media Manifest.
    • Zeit nehmen.
    • Qualität wächst mit der Arbeit.
    • Interessante Aspekte finden.
    • Wenn alles nicht mehr hilft, einen Blogpost über die eigene Unfähigkeit schreiben. Aufmunternde Kommentare mit tollen Tipps bekommen und diese mit den gefunden Lösungsansätzen anwenden.
    • Den Fortschritt transparent machen.

    Und ihr so?

    Update
    Links zum Thema
    Forschung Spezial – TV Serien – Vorwort
    Cory Doctorow: Writing in the Age of Distraction ((Danke jk))
    focus : a simplicity manifesto in the age of distraction ((Danke jk))
    How to Focus ((Danke jk))
    Six Ingredients of a Good Life ((Danke Heinz))

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