Monat: November 2011

  • Bloggen ist Abfall

    Mein Kopf neigt dazu bestimmte Phrasen ständig zu wiederholen und dabei Inhalt rund um sie aufzubauen. Gestern Nacht hat er sich ”Bloggen ist Abfall“ ausgesucht. Eine neue Definition, die Blogs von Journalismus unterscheiden könnte, aber auch eine Philosophie, die ich euch etwas näher bringen möchte. Passend dazu bin ich über ein paar Beiträge in der englischen Blogosphäre ((Gibt es das noch? Blogosphären.)) gestolpert.

    MG Siegler schreibt, dass er seit 7 Jahren bloggt, und verweist dabei auf Om Malik, der gerade sein 10jähriges Blogresümee gezogen hat und darin Fred Wilson verlinkt, der etwas allgemeiner übers schreiben schreibt. Das klingt auf der einen Seite lang, ist auf der anderen auch nicht so lange und brachte mich zu dem weit verbreiteten Vorurteil, dass Amerika viel innovativer ist und schneller und überhaupt. Im ehemaligen Kleinbloggersdorf gibt es Leute, die ähnliche lange und länger bloggen. Als Beispiele zwei meiner Lieblinge, Pia mit 9 Jahren und Christian mit 10 Jahren. Selbst Dave Winer mit 15 Jahren ist da nicht so weit entfernt. Aber ich möchte mich nicht weiter in diese Diskussion eingehen, sondern, seit langem wieder einmal, über die Großartigkeit des ins Internet schreiben schreiben, etwas über meine letzten 6 Jahre bloggen reflektieren und dieses Ding aus der Überschrift weiter ausführen.

    Schreiben braucht Beständigkeit

    Die meisten Internetschreiber ((Nicht alle mögen das Wort Blogger. Werde es trotzdem verwenden.)) sind sich darüber einig, dass man dran bleiben muss, um dran zu bleiben. Schon ein Urlaub oder eine Auszeit können einen aus dem Rhythmus werfen. 3 Beiträge pro Tag , wie bei Om, müssen es nicht sein, aber einer pro Tag ist recht sinnvoll. Je länger die Pausen sind, desto schwerer ist das Anfangen, einen Beitrag zu schreiben. Zu Beginn haben viele Menschen ähnliche Ängste. Ich weiß nicht, worüber ich schreiben soll. Das interessiert doch niemanden. Ich kann sowieso nicht schreiben. Und dann gibt man sich doch den Stoß und schreibt. Über irgendwas. Ich habe damit begonnen über einen Spieleabend mit Freunden zu schreiben, dann über die Schule, dann über Politik, dann über Internet und irgendwann konnte ich mich vor Themen gar nicht mehr retten. Das Gute ist, dass es zu Beginn niemanden interessiert, was man schreibt. Man hat keinen Druck, liest sowieso niemand, wenn man sie nicht explizit darauf hinweist. Oder ein verirrter Google Besucher. Wobei das bei einem neuen Blog auch unwahrscheinlich ist. Heute ist das etwas schwieriger, weil durch metavernetzung Dinge unglaublich schnell wahnsinnig populär werden können. Passiert aber in der Regel nicht. Zumindest nicht sehr schnell. Und wenn doch, kann man davon ausgehen, dass man gut schreibt und man sich sowieso keine Sorgen machen muss. Oder man hat etwas dummes geschrieben. Und ist Politiker oder berühmt. Ich bin über das Blog lesen zum bloggen gekommen. Aber darüber habe ich schon oft genug geschrieben. Stattdessen eine Grafik, die eigentlich ein Screenshot von meinem Archiv, wo man sehen kann, wann ich wie viel gebloggt habe. So ungefähr.

    An den Tagen, die angezeigt werden, habe ich zumindest einen Post veröffentlicht. Früher auch mehr. Man sieht schön, wie 2006 meine Liebe für das Schreiben entfacht wurde, 2007 angehalten hat und 2008 gesunken ist. 2008 war übrigens auch das Jahr, in dem mir Nahe gelegt wurde, dass ich weniger emotional schreibe, weil das die Kunden nicht verstehen würden. Ich glaube nicht, dass dies der einzige Grund war, warum mein Auswurf so stark zurück gegangen ist, aber es war sicher auch Schuld. Im Jänner 2008 habe ich meinen ersten Twitteraccount gestartet und ein paar Monate später meinen zweiten. Weil es bestimmten Menschen auch dort zu emotional war. Parallel dazu startete ich einen weiteren Blog mit ähnlichem Ziel, der gegengleich zum Abfall der Beiträge hier, wuchs. Allerdings sich nicht auf hohem Niveau (in Zahlen) halten konnte und seitdem mal mehr, mal weniger Text produziert. In diesem Sommer kam dann noch ein Gemeinschaftsblog dazu.

    Nie war es mein Interesse oder meine Leidenschaft, die nachgelassen hat, sondern Einflüsse von außen, die ich zu wichtig nahm. Ich bin harmoniebedürftig und habe mich in der Vergangenheit sehr stark an meine jeweilige Umgebung angepasst, was ich teilweise auch heute noch mache, aber versuche dagegen anzukämpfen. Gerade bei Menschen, von denen ich viel halte, fällt das schwer.

    Bloggen ist Abfall

    Bei work|i|o haben wir vor kurzem den Blog online geschalten und seitdem zweifle ich an mir, weil ich es nicht schaffe zu bloggen. Ich habe vermutlich den gleichen Fehler gemacht, wie viele Menschen und Unternehmen, die sich dazu entscheiden, jetzt auch zu bloggen. Ich habe geplant. Falsch geplant. Und dies erkläre ich mir dadurch, dass bloggen eben nur die Späne sind, die beim Hobeln fallen. Die Wiederaufbereitung von Abfall.

    Ich habe mich beraten lassen, mich in die Thematik eingelesen und Tipps geholt, wie man das bloggen für ein Startup am besten angeht. Dann habe ich ein Konzept geschrieben, wer die Zielgruppe ist, welche Themen wir behandeln, wer schreibt, wie das ganze organisiert wird, welche Möglichkeiten wir wann nutzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und so weiter. Dann habe ich begonnen mich mit Leuten im Startup abzusprechen und wir haben erste Themen gesammelt, Entwürfe für Blogposts erstellt, Links gesammelt. Doch was dabei heraus kam war Müll. Nicht Abfall. Müll. Holpriges Zeug, wie man es aus vielen schlechten Unternehmensblogs kennt. Emotionslos, kalt, verkaufend, doof.

    Ich habe mir auch in diesem Blog Gedanken gemacht, worüber ich schreiben könnte, doch das war die Ausnahme. In der Regel interessiert mich ein Thema und ich beschäftige mich dann damit. Das Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu sortieren, sie auszubreiten und manchmal destillieren. Ich bekomme tolles Feedback in den Kommentaren und alle profitieren davon. Doch der Blog ist nicht das zentrale, sondern die Auseinandersetzung mit Gedanken. Der Denkprozess. Das Tun. Sich gute Themen zu suchen und diese dann zu bearbeiten ist Journalismus. Bloggen ist der umgekehrte Prozess.

    Ein Beitrag pro Tag. Pro Blog (3x). Plus Tweets (4x), Google+ (2x), Facebook (2x) und Mails (xx). Macht grob geschätzt einen Aufwand von 12 Stunden? Falsche Rechnung. Die persönlichen Accounts füllen sich von allein durch die Dinge, die mein Leben macht. Ein Blogpost dauert dann 15min bis 3 Stunde. Für das Startup beschäftige ich mich den ganzen Tag mit entsprechenden Themen, wo ich mich für das beste entscheiden muss und das gut aufarbeiten. Was ich auch ohne Blog machen würde. Also könnte ich dies auch auf die Schreibzeit reduzieren, wobei mir das schreiben beim denken hilft und somit nicht einmal das wirklich gilt. Folglich spare ich Zeit, indem ich blogge. Finde ich gut.

    Und ihr so?

  • Praktikumsbewerbung einmal anders

    Praktikumsbewerbung einmal anders

    Vor zwei Wochen hat mich mein bester Freund angeschrieben, dass er sich gerade nach einem Praktikum für nächstes Jahr umsieht, gerne eine kleine Website dazu machen würde und ob ich ihm dabei helfen könnte. Da ich bei work|i|o gerade feststeckte kam mir das als kleines Nebenprojekt gerade recht. Direkt zur Website.

    Vorspiel

    Als Einstieg haben wir uns in der großartigen Sammlung von Sascha Assbach zu Online-Portfolio, Personal Branding, Resumé und Vita umgesehen.

    Sehr gut hat uns die Website von Jan Ploch gefallen. Eine Flasche als Hintergrund, die beim scrollen ausgetrunken wird. Sehr erfrischend ((‚Schuldigung)). Ich mag das Design, die raue Struktur, meine Freundin würde wohl Vintage sagen. Die Schriftarten sind zum übrigen Stil passend. Insgesamt eben aus einem Guss und am Ende ein Call-to-Action. Wie die lieben Marketeers sagen.

    Auch iwannaworkatinstagram.com fanden wir gut. Das ganze konkreter angehen und ein gewisser Witz. Auch wenn es bereits Vorlieben gibt, wollten wir uns nicht auf ein konkretes Unternehmen festlegen. Es gibt viele tolle Firmen da draußen, von den meisten weiß man gar nichts und vielleicht findet eine von denen, dass man genau zu ihnen passen würde.

    vanityclaire.com mit den bunten Farben, dem Vektorstil, der Interaktivität und dem brechen von Konventionen ist toll. Auch wenn Martin tolle Vektorsachen macht, ist das Portfolio breiter und ich scrolle zu gerne, um eine seitliche Website zu bauen. (Auch wenn man seitwärts scrollen kann, ist das nicht das gleiche.)

    Auch nett: tobolic.com und chiragjsolanki.com

    Neben diesen ganzen Seiten haben wir uns auch mit WordPres Themes beschäftigt, die in Frage kommen würden: http://www.tutorialchip.com/wordpress/35-best-premium-portfolio-wordpress-themes-in-first-half-of-2011/

    Einseiter

    Recht schnell war klar, dass sich alles auf einer Seite abspielen sollte. Außerdem sollte es nicht zu aufwändig werden, weil es ”nur“ für ein Praktikum und bei mir ein Nebenprojekt war.

    Am nächsten(?) Tag twitterte Andreas Klinger von Garmz äh LOOKK den Link zur Investorenseite von dressrush. Schöne Seite und ziemlich genau, was ich mir für Martin vorgestellt habe. Eine Seite, Interaktion durch das Menü, etwas mit Konventionen brechen, alles was man braucht.

    Nachdem ich Martin die Seite als Inspiration geschickt habe, mailte ich gleich dem Gründer von dressrush, Aaron Hall, ob ich Code und Grafiken von der Website nutzen dürfte. Eine halbe Stunde später antwortete er schon, dass das in Ordnung geht, wenn wir sie verlinken. Und die Grafiken sollen wir nicht verwenden.

    Am gleichen Tag schickte mir Martin einen ersten Entwurf für die Website, ich hatte inzwischen den Code zusammengestellt und verwurstelte das Ganze zu einem ersten Prototyp. Leider habe ich davon keine Screenshots gemacht, aber es sah wie eine Mischung aus dressrush und Martins jetziger Seite aus.

    Nach zwei Tagen war die Seite fertig, danach wurden nur noch Details verbessert und an den Galerien gearbeitet.

    Die Website

    Wir wollten die Seite einfach halten. Im Mittelpunkt was Martin kann, dann er als Person und das ganze im Rahmen der Praktikumssuche. Die Seite lässt sich in 7 Stücke unterteilen, die je nach Bildschirmgröße, jeweils einen Bildschirm ausfüllen, wenn man drüber scrollt.

    Einleitung
    Auf der ersten Seite stehen zwei Sätze.
    »My name is Martin.
    I am looking for an internship in the area of Marketing, Advertising or Graphic Design in Cologne from April to July 2012.«

    Darunter »I can« und drei Stifte und eine Tasse. Wenn man darüber fährt, erscheint jeweils was es bedeutet und wenn man drauf klickt wird man zum jeweiligen Abschnitt gescrollt. Für alle, die das nicht verstehen ist darunter noch ein Button, auf dem »Start here« steht, womit man zum nächsten Abschnitt kommt. Dies wird bei jedem Abschnitt mit Pfeilbuttons fortgeführt, sodass man auch ohne scrollen auskommt.

    Portfolio
    Die nächsten drei Abschnitte sind dem Können von Martin gewidmet. Draw, design, illustrate. Jeweils mit einer Bildergallerie mit Martins Arbeiten. Klickt man drauf werden die Arbeiten größer. Code von Highslide. Man kann auch mehrere Bilder zugleich vergrößern und nebeneinander schieben.

    Person & skills
    Bei der Teetasse steht ein kurzer Text über Martin selbst, um auch seine Persönlichkeit, zumindest Ausschnittsweise zu repräsentieren.

    Es folgt der skills Bereich, wo das bereits gezeigte Können nochmals stichpunktartig verschriftlicht wurde. Ebenfalls ist dort ein mittelklassischer Lebenslauf als PDF Download sowie ein Bild von Martin.

    Kontakt
    Im letzten Abschnitt die Kontaktmöglichkeiten. Email, Blog und nochmals der Lebenslauf, wo Adresse sowie Telefonnummer enthalten sind.

    Am oberen Bildschirmrand gibt es noch das Menü, das sich je nach Abschnitt verändert, sodass man immer weiß, wo man sich gerade befindet und auch schnell zu den anderen Bereichen wechseln kann. Dort sind noch Facebook und Twitter verlinkt.

    Feedback & Bitte

    Mich interessiert nun, wie ihr die Website findet. Einfach in die Kommentare schreiben. Vielleicht habt ihr ultimative Verbesserungsvorschläge oder wir haben etwas wichtiges vergessen.

    Weiters bitte ich euch darum, die Seite zu liken, wenn sie euch gefällt und weiterzuverbreiten. Besonders falls ihr jemanden kennt, der ein interessantes Praktikum für Martin haben könnte oder wiederum jemanden kennt. Ihr wisst ja, wie das läuft. Danke.

  • Eine einfachere Bank

    Eine einfachere Bank

    Ich war dreizehn Jahre alt, als ich mein eigenes Konto bekommen habe. Meine Eltern waren davon überzeugt, dass es mir später helfen würde, wenn ich schon früh beginne, mein Geld selbst zu verwalten. So bekam ich nicht nur ein bisschen Taschengeld (Taschengeld als solches habe ich nie bekommen) jedes Monat auf das Konto, sondern eine größere Summe. Wie viel genau es war, weiß ich nicht mehr, für einen dreizehnjährigen Jungen fühlte ich mich recht reich. Von dem Geld sollte ich mir alles selbst bezahlen, begonnen beim Mittagessen, wenn ich Nachmittags Schule hatte über Kleidung bis zu Kino und andere Freizeitausgaben. Miete musste ich nicht zahlen. Auch nahmen meine Eltern es nicht ganz so streng und so bekam ich weiterhin, wenn man gemeinsam einkaufen ging, bestimmte Dinge bezahlt. Der wichtigste Teil ist, dass sie mich das Geld tatsächlich selbst verwalten ließen und ich ihnen nie Rechenschaft schuldig war. Vermutlich, weil ich mich nicht ganz doof angestellt habe. Die Bank hatte ein Schülerkonto, das man mit 13 eröffnen konnte, ebay und amazon nicht. Daher hatte ich dort Accounts unter der Identität meiner Mutter, die ich mit 18 auf meinen Namen geändert habe. Vor allem auf diese Umstände führe ich es zurück, dass ich bisher nie Geldprobleme hatte. Ich bin sparsam und gebe Geld sehr bewusst aus. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass ich nie gezwungen war, selbst Geld zu verdienen und noch heute von meinen Eltern mit einem monatlichen Betrag unterstützt werde. Das gab mir immer die Flexibilität Jobangebote abzulehnen und mich für Dinge zu entscheiden, die mir weniger Geld bringen, aber mich ansonsten weiter. Auch ein Grund, warum ich ein bedingungsloses Grundeinkommen gut fände.

    Umgang mit Geld

    Wie schon erwähnt bin ich eher sparsam. Ich benötigte nicht viel und scheue mich davor Dinge zu kaufen, die mich nicht interessieren. Kleidung gehört in die Kategorie, wo ich den Geizhals raushängen lasse. Die Hälfte meiner T-Shirts sind von Barcamps, die beste Qualität haben die Bambusshirts, die es in Wien gab (Danke Michaela). Auch sehe ich bei vielen Funktionsgegenständen nicht ein, dass ich mehr für eine Marke oder besonderes Design zahlen sollte. Das Putzmittel muss putzen, nicht nach Orchideen duften. Auf einem Stuhl muss man gemütlich sitzen können, es muss keine Automarke drauf stehen. Insgesamt ein komplexes Thema, das ich hier auch nicht weiter behandeln möchte. Mein neuestes Hobby ist Dupes (duplicates) zu Markenprodukten, die ich gut finde, finden. Und gibt es noch den Witz von dem Herren an der Tankstelle, der von jemanden angesprochen wird, warum er nicht bei der Tankstelle die Straße runter tankt, wo es günstiger. Er antwortet: “Ein gesparter Euro ist ein verdienter Euro.” Nicht verstanden? Vielleicht als Bild. Wenn man mehr 10 Minuten investiert, um einen Doller (Wechselkurs bla) zu sparen, arbeitet man für weniger als den US Mindestlohn. Es geht darum, dass das Preisvergleichen oft mehr Zeit kostet als man in der gleichen Zeit verdienen könnte. Und bringt uns weiter zu einem anderen Witz, dass wir arbeiten, um uns Dinge zu kaufen, für die wir keine Zeit haben, weil wir die ganze Zeit arbeiten.

    Ich habe ein Jahr gebraucht, um meinen ersten Laptop zu finden, weil ich das beste Preis/Leistungsverhältnis wollte. Hätte ich die ganzen Stunden, die ich zum vergleichen nutzte, gearbeitet, hätte ich einfach das derzeit beste Modell nehmen können und fertig. Da muss man dann aber mit einrechnen, dass mir das Vergleichen bestimmter Dinge auch Spaß macht. Laptops damals mehr als heute. Ich lese gerne Kommentare auf Bewertungsportalen, informiere mich über neue Technologien und schaue welche Leistungszahlen tatsächlich relevant sind. Das habe ich bei unserem Staubsauger und auch beim Fernseher (ja, ich habe seit langem wieder einen Fernseher, der meist am Latop hängt) gemacht. Ich möchte es aber nicht für alltägliche Dinge machen. Dort gibt es zu geringe Unterschiede, da habe ich wenig Spaß daran.

    Unterstützung beim Sparen

    Wäre es nicht großartig, wenn man automatische Hilfe bekommt, wo und wie man am besten sparen könnte? Ich habe unterschiedliche Apps ausprobiert, manche haben besser funktioniert, andere nicht so gut. Das Hauptproblem war immer, dass man zu viel selbst machen musste. Ich habe keine Lust nach jedem Einkauf alle Produkte einzutragen, alleine schon der Gesamtbetrag ist mit der Zeit nervig. So habe ich es nach kurzer Zeit immer wieder gelassen.

    Ich war Fan von Blippy und Swipely, welche auf die Kreditkartendaten zugreifen und diese auslesen und teilbar machen. Beide Startups habe ich aus den Augen verloren und soweit ich mitbekommen hat zumindest eines seinen Fokus gewechselt. Aussehen tun beide nicht mehr sehr viel versprechend. Aber da ich keine Kreditkarte besitze, hätte sie mir auch nicht wirklich geholfen.

    Warum ich keine Kreditkarte habe? Ich habe mich nie darum gekümmert, weil ich den Bedarf nicht hatte. Wenn ich eine brauchte, lieh mir immer jemand eine. In letzter Zeit mehren sich die Dinge jedoch. Ich habe aber wenig Lust das bei meiner aktuellen Bank zu tun, habe mich aber auch nicht über Alternativen informiert.

    Vor einigen Wochen hat mir Bruno von Bank Simple erzählt, die das doch etwas verstaubte Bankbusiness neu aufrollen wollen. Vor kurzem habe ich mich dann für die Beta angemeldet und heute auf die automatische Mail, warum ich denn mitmachen möchte geantwortet, was auch der Auslöser für diesen Blogpost war.

    Eine einfachere Bank

    Bank Simple, die jetzt nur noch Simple heißen sehen sich selbst nicht als Bank, sondern als mehr und als Bank Service. Sie verwalten das Geld auch nicht direkt, sondern arbeiten mit klassischen Banken zusammen, mit denen man selbst aber nichts zu tun hat. Eigentlich komisch, in einer Zeit wo überall Zwischenhändler ausgeschaltet werden, einen Zwischenhändler zu bauen.

    Im Zentrum von Simple steht die Simple Visa Karte und die mobile App sowie die Webapp. Zahlen soll man alles mit der Karte, Überweisungen etc. macht man mit der App.

    Spend, Save, Pay, Learn

    Ich mag onlinebanking und finde es schon gut, dass ich bei meiner Bank meine Ausgaben und Einnahmen etwas sortieren kann und so zu sehen, wofür ich wie viel ausgebe. Verglichen mit dem was möglich ist, ist es aber lächerlich. Simple möchte viel mehr machen. Simple zeigt alle Ausgaben in der App an, wird eine API anbieten, sodass auch Dritthersteller Sachen auf den Daten anbieten können und das ganze verbessern. Simple zeigt nicht nur welche Ausgaben gemacht wurden und die kryptischen Angaben der Zahlungsempfänger, sondern sortiert das schön danach, wofür das Geld ausgegeben hat und so kann man dann einfacher sehen, wie viel man etwa für Essen ausgegeben hat. Und wo. Und überhaupt. Man kann direkt bei Simple Sparziele angeben, etwa jeden Tag drei Euro für den nächsten Urlaub und ähnliches. Die App sagt einem, wie viel man heute ausgeben kann, um den restlichen Monat nicht eingeschränkt zu sein, alles immer im Blick und grafisch schön aufbereitet. Auch Dauerüberweisungen hat man immer im Auge und kann einfach neue erstellen. Gerade letztens habe ich eine für eine Hilfsorganisation in Wien nach zwei Jahren gekündigt, die ich in einer dummen Situation abgeschlossen habe aber mir nie die Mühe machte, sie zu beenden.

    Die Bank Revolution

    Nein. Simple ändert, leider, nichts am Gesamtkonstrukt Finanzmarkt. Für einen Moment dachte ich, wow, eine Bank, die keine Fonds hat, keine Aktiengeschäfte, nichts dubioses, sondern einfach Service macht. Da würde ich auch gerne etwas mehr für das Service zahlen und dafür ist alles sauber und transparent. Simple ist eben keine Bank an sich, sondern ein Servicepartner. Sie sorgen dafür, dass ich das bekomme, was ich möchte. Sie haben zwar eine No Fees policy, möchten also für keines ihrer Services Gebühren nehmen (außer Dinge, die für sie zu teuer sind wie internationale Geldtransfers), aber das Geld geht im Hintergrund dennoch an klassische Banken. Was ich schade finde. Eine Bank, die sich auf das Verwalten des Geldes und Service beschränkt, wäre mir sympathischer gewesen und eben auch gewisse Gebühren wert. Im Idealfall etwas monatliches. Es wäre auch noch ok, wenn man klassische Kredite vergibt, um das alles besser zu finanzieren. Aber das ist Simple nicht.

    Fazit

    Auch wenn Simple nicht alles besser macht, machen sie vieles besser. Ein wichtiger Punkt ist für mich auch Sicherheit durch Transparenz. Dadurch, dass man eine Push Notification bei jeder Transaktion bekommt, kann man Missbrauch wesentlich schneller feststellen, als es bisher möglich war. Dass sie keine Gebühren einheben wollen, weil eine Bank das Geld zum arbeiten braucht und daher froh ist, wenn die Leute es ihnen überlassen, sowie komplett online ist um weitere Kosten zu sparen, ist auch gut. Die Transparenz, die man bisher gezeigt hat, gibt ein gutes Gefühl.

    Momentan ist das ganze auf die USA beschränkt und ich befürchte, dass sich das auch nicht so schnell ändern wird. Gerade weil die rechtliche Situation bei Banken noch komplizierter ist. Aber der Spotify Launch in Österreich gestern stimmt mich positiv, dass sie es vielleicht trotzdem schaffen. Gerade durch das Modell, dass sie mit klassischen Banken zusammenarbeiten, gäbe es die Möglichkeit für sie, das auch mit europäischen Banken zu machen.

    Link: simple.com/

    Video

  • Arbeiten in großen Unternehmen

    Arbeiten in großen Unternehmen

    Ich glaube die Arbeitswelt ist kaputt. Ziemlich sogar. Warum ich das glaube und was work|i|o damit zu tun hat.


    Bild: Georg Schütz ((Ich und Werner Drizhal bei einem anderem Talk.))

    Vor zwei Wochen war ich beim #sbsm Camp ((Veranstaltung zum Buch bei dem ich Autor war.)) in Wien. Am zweiten Abend habe ich an der Podiumsdiskussion ‘Arbeitsplatz 2.0 – quo vadis? Potentielle Veränderungen in der Arbeitswelt von morgen’ teilgenommen. Obwohl das Thema die Zukunft war, sprachen wir vor allem über Dinge, die schon statt finden. Finde ich auch besser. Für mich war es wieder einmal ein Einblick in die derzeitige Arbeitswelt, wie sie für viele aussieht.

    Ein Punkt der hängen geblieben ist, ist die Aufteilung der Arbeitnehmer in geniale Alleskönner und einfache Arbeitskräfte. Die genialen Alleskönner sollten etwa 20 Jahre alt sein, 40 Jahre Berufserfahrung haben und sich sowohl mit ihrem jeweiligen Gebiet, dem gesamten Unternehmen und Prozessen auskennen. Sie sind dazu da Prozesse zu gestalten, wichtige Dinge zu tun und dafür zu sorgen, dass alles reibungslos läuft. Auf der anderen Seite der normale Arbeitnehmer, der keine besondere Qualifikation braucht (aber muss natürlich trotzdem top ausgebildet und bitte, bitte herrschaftshörig sein). Diese sind die neuen Fließbandarbeiter. Sie bekommen ein Teilgebiet, wo sie in der Regel die immer gleichen Arbeiten erledigen müssen. Sie wissen weder wie das ganze eigentlich funktioniert und können auch nur schlecht auf Veränderungen reagieren. Sie arbeiten nach dem Schritte-Schema. Es gibt einen Trigger, etwa der Kunde, der in das Geschäft kommt. Dann wird gewartet und nach einer gewissen Zeit, wenn er nichts von selbst nimmt, angesprochen. Je nach Frage wird er an jemand anderen weitergeleitet oder es werden ein paar Produkte empfohlen. Je nachdem, was von oben gerade vorgegeben wurde. Regelmäßig bekommen sie neue Informationen, welche Produkte gerade an wen verkauft werden sollen. Mit den Produkten selbst kennen sie sich nicht wirklich aus, sondern sie arbeiten stärker nach dem Frage-Antwort Schema, das von oben vorgegeben wurde. Und auf nicht vorgesehene Fragen kommt das “Das weiß ich leider auch nicht.”. Das ist natürlich alles stark übertrieben und trifft nicht auf alle zu, aber so klang es in meinem Kopf, was ich auf der Podiumsdiskussion hörte.

    Die Unternehmen sind so groß, dass die einzelnen Räder (Arbeitskräfte) keine wichtige Rolle mehr spielen. Die Prozesse stehen im Mittelpunkt. Alles muss optimiert werden. Die normalen Arbeitskräfte sind Rohmaterial (nicht dumm, aber auch nicht zu intelligent, damit das System nicht hinterfragt wird) von der Uni, das dann durch Schulungen auf das jeweilige Einsatzgebiet getrimmt wird. Es ist zwar nicht der eine Handgriff, wie bei Ford, aber hat dennoch gewisse Ähnlichkeiten. Dass die Arbeitskräfte somit austauschbar sind, sollte auch jedem bewusst sein. Außerdem spielt, wie schon gesagt, die Qualifikation des einzelnen eine geringere Rolle. Das Bakkalaureat, wo die Arbeitskräfte nach flotten 3 Jahren fertig sind, ist ein idealer Zulieferer.

    Die genialen Alleskönner sind auch gerne externe Berater. Die kennen sich dann wiederum konkret mit einem Prozess aus, den sie für das Unternehmen erstellen oder optimieren sollen. Und die betriebsinternen Alleskönner, müssen das dann irgendwie implementieren, wobei der Prozess nochmals vergewaltigt wird, damit er auch mit den vorhandenen Strukturen zusammenhängt. Da gibt es auch das schöne Beispiel, wo in einem Lager das Ordnungssystem geändert wurde, weil es auf Farben basierte und neue Lagerbestände umständlich einzuordnen waren. Also überlegte man und kam mit einer Taxonomie, mit der alles sauber organisiert wurde. Implementiert und schon kam das ganze Lager zum Stillstand. Viele Lagerarbeiter hatten es nämlich nicht so mit dem Lesen.

    Zurück zu den Unternehmen. Ich glaube dass, das aktuelle System funktioniert. Und durch die ständige Optimierung und vor allem Leuten, die sich nicht an die Regeln halten, wird es auch noch länger gehen. Die Folge sind allerdings viele Menschen, die arbeiten, um Geld zu verdienen, um sich Dinge zu kaufen, für die sie keine Zeit haben. Vollbeschäftigung ist auch so ein Unsinn, über den ich noch irgendwann schreiben werde. Ich glaube, dass viele Menschen mir ihren Jobs unzufrieden sind. Während dem Studium oder danach über ein Praktikum reingeschlittert (“Ich brauchte das Geld.”), übernommen worden und danach sich nicht mehr aufgerafft etwas anderes zu suchen. Schließlich hat man immer höhere Fixkosten mit der Zeit, die Arbeit bringt gutes Geld und so schlimm ist sie dann auch wieder nicht. ((Hier wird es so bald keine Revolution geben, weil es uns zu gut geht.)) Arbeitswechsel ist immer mit Risiko verbunden, schließlich will man nicht vom Staat abhängig sein. Arbeitslosengeld, Hilfe! Also weiterarbeiten und sich über die Gehaltserhöhung freuen, die gerade mal die Inflation ausgleicht.

    So ein Arbeitsplatz ist auch sehr sicher. Und immer brav die Pension einzahlen! Nur doof, dass Unternehmen vor allem über den Aktienkurs funktionieren. Wenn der sinkt, muss man halt ein paar Leute entlassen. Das kommt immer gut. Kostensenkung ftw! Und die Produktion könnte man auch auslagern. Vielleicht noch irgendwas mit den Steuern schieben. Ich habe gehört Lobbying funktioniert auch recht gut. Und dann noch etwas EU Förderung. Ich werde unverschämt. Eine Spur zu viel Übertreibung. Siehe Kommentare.

    Von den Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, hatte bisher noch jeder bestimmte Fähigkeiten und Talente. Bestimmte Dinge, die sie so richtig gern macht und auch gut darin ist. Manchmal wird es Hobbys ausgelagert, manchmal erstickt es unter Zeitmangel, manchmal wird es zum Beruf gemacht. Meist als Alleskönner, in einem kleinem Unternehmen oder als Selbständiger. Selten als kleines Rad in einem großen Konzern.

    Und irgendwo da oben liegt mein Faden, den ich jetzt nicht mehr aufhebe, sondern auf den Beitrag von Bruno bei ReadWriteWeb verweise. The Long March from Crowdsourcing to a Global Meritocracy

    Bruno ist der Gründer von work|i|o und ich kümmere mich um Kommunikation. Gemeinsam mit unserem großartigen Team wollen wir die Arbeitswelt auf den Kopf stellen. Aber mehr dazu in den nächsten Tagen und Wochen.

    Und jetzt sagt mir, warum ich vollkommen falsch liege und meine Sicht viel zu extrem ist. Irgendwie funktioniert das System schon und alle sind eh zufrieden. Und so.

  • Email Anfrage

    Wichtig!!!

    Hallo Sebastian,

    Mein Name ist Luca. Ich habe das Theme, zu dem du eine Frage hast vor einigen Jahren übersetzt. Seitdem habe ich zahlreichen Menschen dabei geholfen ihre Blogs einzurichten und das Theme zu nutzen. Meist kostenlos. Obwohl ich es lediglich übersetzt habe und nicht der Entwickler bin. Durch meinen eigenen Blog habe ich über die Jahre genug Erfahrung gesammelt, um bei den meisten Problemen zu helfen. Auch dir könnte ich helfen. Möchte ich aber nicht. Ich habe deinen Blog angeklickt. Du schreibst übers Geld verdienen. Ein Thema, gegen das ich grundsätzlich nichts habe. Trotz meinem komplizierten Verhältnis zu Geld (ich möchte mich nicht darum kümmern müssen.). Das Problem an deinem Blog ist, dass er aus allen Ecken schreit, dass er nur dazu da ist Menschen abzuzocken. Du möchtest über Affiliatescheiße und Werbung Geld verdienen. Aber nicht indem du, den Lesern einen Mehrwert bietest, sondern indem du ihnen eine falsche Welt vorgaukelst. Wegen Menschen wie dir ist etwa SEO so verpönt. Weil es bei dir ein Selbstzweck ist und nicht zum erreichen von anderen Zielen. (Außer dem Geld verdienen. Aber das zählt in dem Fall nicht.).

    Ich mag Menschen wie dich nicht, aber ich ignoriere euch größtenteils. Doch das reicht dir nicht. Du musst dich in meine Inbox drängen. Mit dem lächerlichen Titel ‘Wichtig!!!’. Und einer dummen Frage, für jemanden der behauptet anderen beibringen zu können, wie man Geld im Internet verdient. Du regst mich auf. An einem schönen Feiertag. (Selbst wenn es für mich so etwas nicht gibt, genieße ich ihn mit meiner Freundin.).

    Ich helfe Menschen gerne, die das Internet nutzen, um sich mit anderen auszutauschen, um zu lernen, um ihre Meinung preis zu geben und vielen anderen Gründen. Dir nicht.

    Einen schönen Feiertag wünsche ich allen anderen.

    Beste Grüße,
    Luca