Monat: Januar 2012

  • Einfach telefonieren – vox.io

    Ein Startup ist aufgebrochen das Fernsprechen für die heutige Zeit neu zu erfinden. Ich habe mit Tomaž Štolfa, einem der Gründer von vox.io, gesprochen und mich gefragt, ob man sowas noch braucht.

    Seit mein erster iPhone Vertrag (dumme Idee) ausgelaufen ist habe ich nie wieder auf die Kosten einer Sprachminute geachtet. Ich telefoniere ungern mit fremden Menschen. Für alle anderen habe ich Skype, Google Talk und sogar der Facebook Chat lässt sich erstaunlich gut fürs fernsprechen nutzen. Einen eigenen Festnetzanschluss hatte ich noch nie und bei Mobilverträgen interessiert mich nur wie viel das Gigabyte kostet und wie stabil das Netz ist.

    Was ist vox.io
    vox.io ist telefonieren.

    Nach dem einloggen sieht man ein Eingabefeld. Erinnert an Google, als sie noch Wert auf Einfachheit legten. Dort gibt man die Nummer ein, die man anrufen will und klickt enter. Schon wird die Verbindung aufgebaut. Kein Programm, das man runterladen, kein Plugin das man installieren muss (sowohl bei GTalk als auch FB Chat nötig). Einziges Manko ist momentan noch, dass man Flash den Zugriff auf das Mikro gewähren muss. Dies sind einmalig zwei Klicks, durch die die Seite einen durchnavigiert. Tomaž meinte, dass sie sobald es möglich ist dies anders lösen werden. Aber noch ist weder HTML5 noch eine andere bei den Menschen bereits verfügbare Technologie dazu fähig.

    Dem Angerufenen wird die Nummer angezeigt, mit der man sich authentifiziert hat. Es gibt ein Kontaktbuch und man kann sich auch mit anderen Leuten auf vox.io verknüpfen. Nichts Social Media Dings, sondern ein knappes Profil mit Kontaktinfos. Neben Nummern kann man auch Namen und Emailadressen in den Anrufschlitz schreiben. Telefonbücher werden noch nicht durchsucht, kommt aber vielleicht in Zukunft. Neben der Nummer, die man anrufen möchtet, steht sofort wie viel der Anruf kosten wird. Anrufe zwischen Mitgliedern sind kostenlos. Festnetz kostet 2, Mobilnummern 5 Cent pro Minute (.at/.de). Anrufe werden sekundengenau abgerechnet. SMS kosten 5 Cent. Getestet habe ich es mit meinem Vater, der gar nicht mitbekommen hat, dass ich über vox.io angerufen habe. Halbe Stunde vox.io zu österreichischem Festnetz. Qualität war stabil und sehr gut. vox.io zu vox.io habe ich mit Tomaž gesprochen. Auch problemlos. Bis auf das Video. Weil er eine Dev Version laufen hatte. Über vox.io/luca könnt ihr mich jederzeit anrufen. Einfach so. Kommt statt Telefonnummer auf meine Visitenkarte (Visitenkarte?). Meine Telefonnummer wechselt sowieso zu oft, als dass ich die sinnvoll weitergeben könnte.

    Alleine durch die Einfachheit und Transparenz habe ich den Dienst schon unter meinen Lieblingen abgespeichert. Aber vox.io hat noch mehr auf Lager.

    Lieblingsfeature
    Quick Call
    Ähnlich einer Wegwerfemail. Durch einen Klick auf der Website generiert sich ein Link, den man jemanden schicken kann, um angerufen zu werden. Mit Klick auf den Link kommt man auf mein Profil, wo man gebeten wird seinen Namen anzugeben, sonst nichts, und kann dann auf Anrufen klicken. Bei mir klingelt dann der Browser (der Browser!) oder das iPhone. Schon kann ich mir der Person sprechen. Der Link ist nur einmal verwendbar. Hat jemand Onlinedating gesagt? Oder jegliche sonstige Erstkontaktaufnahme, wo man nicht gleich seine Nummer verstreuen möchte. Steht bei mir zwar im Impressum. Finde es dennoch super.

    Group Call
    Gleiches Verfahren. Link auf der Website erstellen, an die Teilnehmer schicken lossprechen. Können auch direkt mit einem Google Calendar Event verbunden werden. Das Vorgehen ist so einfach, dass ich niederknien möchte. Die Leute, mit denen ich am ehesten Konferenzsschaltungen mache, sitzen die meiste Zeit des Tages vor einem Computer. Link klicken, sprechen. Großartig. Dieser Link löst sich nicht nach dem ersten Nutzen auf, schließlich wollen ja mehrere daran teilnehmen.

    App
    Favoriten, Vergangene Anrufe (inkl. wie viel sie gekostet haben), Kontakte, Keypad und Account. Sync mit Telefonbuch. Fertig. Kein Schnickschnack, nur was man braucht. Jetzt müssen nur noch die Anbieter ihre Verträge und Netzabdeckung für Daten optimieren.

    Braucht man das alles?
    So wenig Sympathie ich für synchrone Kommunikation mit Fremden habe, so sehr macht es dieses direkte reagieren einfacher. Gerade wenn man unterschiedliche kulturelle Hintergründe hat. Statt hunderter Tweets und oder Mails wird in ein paar Sätzen klar, was das eigentliche Problem ist.

    Skype ist ein Monster. Bei mir läuft es ständig, vor allem weil ich ein paar für mich relevante Gruppenchats offen habe, die woanders nur umständlich möglich wären. Aber für ein schnelles Telefonat ist es nur selten geeignet. SkypeOut hilft wenn man die Nummer kennt, aber ist mehr eine Zwischenlösung. Eine Telefonnummer ist auch mehr eine IP Adresse und wer gibt die noch manuell ein?

    vox.io vereint Telefonie mit dem Internet und man muss sich keine Gedanken um die Technik machen. Name oder Nummer eingeben, Enter. Das ist schneller als alle anderen Services. Und einfacher. Quick und Group Call bieten praktische Erweiterungen. Ich bin gespannt was Tomaž und das Team noch planen.

  • Neuer Blog

    Seit gestern blogge ich in schlechtem englisch. Auf tumblr. http://lucahammer.tumblr.com/

    Begonnen habe ich, weil ich einen Beitrag für den Startup Blog geschrieben habe, der dort aber nicht hinpasst, wer mir aber auch zu schade zum wegwerfen ist. tumblr erschien mir als guter Ort, um so etwas zu veröffentlichen. Außerdem kann ich dort immer wieder Gedanken reinwerfen. Kann ich hier auch. Aber anders. Dort wird es mehr startupzentrisch zugehen. Glaube ich. Hier wieder alles quer durch.

    Die ersten Beiträge.
    reboot
    Etwas ausführlicher, warum ich den Blog starte und was euch dort erwartet.

    unified notification system
    Kostenlose Startup Idee. Wie ich mir ein zentralisiertes Benachrichtigungssystem vorstelle.

  • #startuplife

    Das macht Spaß, haben sie gesagt.

    Mir war klar, dass ein Startup nichts einfaches wird. Der Teil, der über die Blogs gejagt wird ist ein kleines Bruchstück von dem was los ist. Und selbst die verschwinden oft. Manche erfolgreich, viele nicht. Und dann muss man wieder aufstehen und weiter machen.

    Bei mir ist es bisher vor allem ein Kampf mit mir selbst und mit Dingen von denen ich keine Ahnung habe. In der Vergangenheit bin ich gerne auf all die Dinge eingegangen, die ich nicht kann. Man erzeugt damit eine gewisse Verbundenheit zu den Leuten, weil sie die Dinge ja auch nicht können. Dann ist der Schritt in ein gegenseitiges Mitleidsgejammer zu fallen nicht weit weg. Darf auch sein. Jetzt möchte ich mich aber eher darauf konzentrieren, dass es weitergeht. Damit ist zwar noch nicht klar, ob rauf oder runter, in den meisten Fällen ist das aber sowieso nicht genau deutbar und somit irrelevant.

    Vorsatz für dieses Jahr: Fehler machen.

  • trend.meiner

    In drei Monaten blogge ich seit 6 Jahren. Das entspricht grob einem Viertel meines Lebens. Ich halte mich weiterhin an keine Regeln. Diese Blogparade ist wegen Überfüllung geschlossen. Weil es mein Blog ist, ist mir das egal. Twitter bleibt, auch wenn es durch diverse Updates und Kursänderungen meist nebenbei vor sich hindümpelt und der Failwhale schon lange nicht mehr von den kleinen Vögelchen gerettet wurde. Manchmal einen guten Gedanken rauswerfen, manchmal etwas Frust. Facebook ist das neue MySpace und mehr vor allem ein Adressbuch, um in neuen Services bekannte Gesichter wiederzufinden. Identitätsmanager könnte man es auch nennen. Zum trollen eignet es sich auch. Besonders die Social Media Gruppen. Google+ gibt es auch. Mein Kopf gehört Quora, mein Herz Path. Auf der einen Platform lerne ich täglich neues, auf der anderen komme ich den Menschen näher, die mir wichtig sind anstatt sie aus den Augen zu verlieren.

    Der Blog wird wieder Meta und Basis. Dort wo man sich Gedanken über alles andere und sich selbst machen kann. Und der Ort, wo man sich in Themen vertieft. Und der Ort, wo man Gedanken abladen kann.

    /via diplix

  • Weil es mein Blog ist

    Das beste an Blogs ist die Freiheit. Man kann damit machen was man will. Und wenn man meint, das beste ist immer wieder zu schreiben, dass man schreiben wird, dann ist das halt so.

    Blogs werden aus unterschiedlichsten Gründen gelesen. In den meisten Fällen, glauben die Leser, dass der Autor wichtig ist. Stimmt auch. Der Autor wird vor allem dadurch wichtig, dass er Leser hat. Ein kleiner Kreislauf, der Blogs am Leben erhält. Eigentlich alle Medien. Selbst diese selbsverherrlichenden Branchenmagazine sind wichtig.

    Am allerwichtigsten, und daran erkennt man schon, dass dieser Beitrag nicht besonders ernst zu nehmen ist und dass er vor allem als Folgepost an den ersten des Jahres gedacht ist, falls sich da noch jemand erinnern kann und diesem Satz folgen, der nun wieder an den Anfang anschließt, ist das schreiben selbst. Der Prozess des Schreibens. Weil sich dabei der Autor Gedanken über die Gedanken, die er hat, macht. Man zersticht sich seine eigene Blase, indem an den Leser denkt, ob das auch so nachvollziehbar ist, oder auch nicht.

    Bloggen. Welch wunderbares Ding. Wussten Sie, dass ich noch letztes Jahr im Fernsehen war? Heuer reicht es nur noch zum Blogger. Nur noch. Welch eine abartige Einstellung. Wir müssen Wertetraining machen. Gedanken sind das höchste. Nur der Austausch von ihnen ist noch höher. Wenn man das möchte. Fernsehen ist irrelevant, weil es mich nicht mehr erreicht. The Voice schaue ich aber auch. Weil das meine Freundin schaut. Und Christian. Somit sind das beide wichtige Multiplikatoren, weil durch sie selbst mich das Fernsehen wieder erreichen kann. Deshalb sollten alle Sender sie mit Geld überhäufen. Dann würden wir schön essen gehen und darüber lachen, dass ihr uns Geld gebt. Denn sobald man an die Leute, die einen unterstützen Geld gibt, untergräbt man deren Glaubwürdigkeit. Etwas kompliziertes Thema, zugleich auch recht wunderbar. Ich nehme Geld. Meist für einzelne Beiträge, in denen ich irgendeinen Unsinn über irgendein komisches Thema schreibe, weil die Leute vor allem an dem Backlink interessiert sind. Ich erinnere mich hin und wieder über all die Diskussionen, ob man Geld nehmen kann und dabei glaubwürdig bleibt. Ja, kann man. Aber glaubwürdig bleibt man nur in allen anderen Themen. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass ich Nokia mag? Die Produkte sind meist mehr mittelmäßig. Ein Gigant der gegen die Bedeutungslosigkeit kämpft. Aber Nokia hatte tolle PR Leute in Österreich, die mich immer wieder über diverse Kanäle erreicht haben und sich mit mir austauschten. Somit gab ich ihnen immer wieder eine Chance. Ich habe nie Geld von ihnen bekommen. Nur Produkte. Hätte ich sie mir selbst kaufen müssen, hätte ich sie nicht einmal von der Seite angeblickt. So habe ich sie komplett durchgetestet und plötzlich hunderten Leuten sagen können, was ich davon halte, was gut ist und was schlecht ist und ihnen zusätzlich Tipps zur Nutzung gegeben. Mein Beitrag über das N900 ist immer noch einer der meistgelesenen. Und ich halte Maemo/MeeGo immer noch für ein tolles System. Aber es wurde ja in die Bedeutungslosigkeit geschupft. Windows Phone 7 fand ich auch gut. Das Lumia fände ich spannend. Aber selbst kaufen kommt nicht in Frage. Ich habe ein Startup. Da kann man nicht mal eben ein teures Gadget kaufen, nur weil man es interessant findet. Jetzt lebe ich in Deutschland und meine Kontakte zu PR Firmen sind gering. Dadurch hat mich auch noch niemand gefragt und ich bin momentan auch zu faul eine anzuschreiben. Hint. Hint. Aber ich bin ja auch schon wieder anders positioniert.

    Worüber wollte ich schreiben? Blogs. Tolle Dinger. Am liebsten sind mir jene, zu denen ich eine gewisse Beziehung aufgebaut habe. Nicht weil sie mir besonders sympathisch sind, was zwar in den meisten Fällen dazukommt, aber nicht alleine wichtig ist, sondern weil sie mich schon lange begleiten. In den letzten Wochen mache ich mir immer mehr Gedanken über den Faktor Zeit. Ich sollte mich in solche Themen viel mehr reinlesen, aber dazu fehlt mir oft die Motivation. Jedenfalls glaube ich, dass Zeit und damit einhergehend Konsistenz eine der wichtigsten Faktoren ist, um Bindung herzustellen. Die unterschiedlichsten Strategien, die Menschen und Unternehmen, bewusst und unbewusst anwenden sind nur noch Nebenfaktoren. Die meisten Blogs habe ich abonniert, weil sie immer und immer wieder auf meinem Bildschirm waren. Manchmal weil ich über Google dort gelandet bin, oft weil sie irgendjemand verlinkt hat.

    Wussten Sie schon, dass sich mein Twittervolumen in den letzten Monaten mehr als gezehntelt hat? Parallel dazu ist weder meine Facebook noch Google+ Nutzung angestiegen. Statt über 1000 Tweets gibt es jetzt noch ein paar hundert. Ich bin wieder in eine Phase der Rezeption zurückgegangen, habe viel nachgedacht und beginne nun wieder mehr zu kommunizieren. Ich glaube, dass es fast überall Wellenbewegungen gibt. Oder wie man das nennt. Ist auch ganz gut so. In diesem Fall, weil es wieder mehr Reflexion gibt. Eines der besten Dinge am bloggen ist die regelmäßige Selbstreflexion. Zumindest finde ich das. Bloggen erzwingt nicht nur das nachdenken über den Blog, sondern auch über das eigene Handeln und die eigene Person.

    Es wäre Illusion zu denken, dass noch besonders viele Menschen diesem Blog folgen, weil sie erhoffen Beiträge mit Mehrwert (haha) zu einem bestimmten Thema zu bekommen. Dafür schreibe ich zu viel über mich. Zugleich erleichtert dieses Wissen. Bzw. der Plan. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, ob das hier jemanden interessiert, weil sich die Leser dafür interessieren, weil ich es schreibe. Und langsam werde ich auch arrogant genug, um dies zu akzeptieren. Euch ist sicherlich aufgefallen, dass da oben mein Name als Blogname steht.

    Ich habe begonnen auf Quora zu bloggen. Und überhaupt habe ich mich neu in diese Plattform verliebt. Ebenso in Path. Zwei großartige Services. Bei beiden hat es etwa ein Jahr gedauert von der ersten Anmeldung bis zur intensiveren Nutzung. Aber dazu schreibe ich dann das nächste Mal. Vielleicht.