Monat: März 2012

  • Der beste Fernseher

    Ich helfe hin und wieder Freunden und Bekannten bei der Auswahl neuer technischer Geräte. Geschäfte mit guter Beratung wurden weitgehend ausgerottet und die Ketten, die übrig blieben sind mit Verkäufer_innen vollgestopft, die meist nur die Daten von den Schildchen ablesen, welche teilweise sogar falsch sind. Hinzu kommen teilweise von den Marken bezahlte Verkäufer, die sich besser auskennen, aber darauf drängen die Marke, von der so kommen, zu kaufen.

    Gerade sind es die Eltern meiner Freundin, die einen neuen Fernseher suchen, da ihr Röhrengerät gerade den Geist aufgibt. Seit Weihnachten. Jetzt kann man es gar nicht mehr nutzen. Mehr als 500€ sollte es das neue Gerät nicht kosten. Nachdem klar war, was benötigt wird, habe ich mich auf Amazon etwas umgeschaut, was es denn so gibt in der Preisklasse, recht schnell war klar, dass es 40 Zoll Gerät wird, was auch zum Sitzabstand passt. Ebenfalls kein Modell der aktuellsten Generation, sonder der vorhergehenden. Und siehe da, die meisten Marken haben für die Preisklasse recht ähnliche Modelle. Innerhalb von +/- 50€. Hier als Widget zusammengefasst.

    Ich habe die Geräte noch nicht konkret verglichen, gehe aber davon aus,d ass sie sich sehr wenig geben. Dass man die nicht einfach so findet, sondern sich erst durch zig Ergebnisseiten klicken muss ist eher doof. Hängt aber mit anderen Faktoren zusammen.

    Marketinggetriebener Unsinn
    Was ich hier schreibe ist sicherlich nichts neues, aber die Gedanken sind mir heute Morgen durch den Kopf gegangen bevor ich aufgestanden bin und fand sie teilenswert.

    Am Abend hat mich ihr Vater gefragt, was die ganzen Dinge, die das Gerät hat bedeuten und als ich bei einem beispielhaft alles durchgegangen bin, hat er sehr richtig geschlussfolgert: “Also alles was man nicht braucht.”. Ich bin auch der Meinung, dass der Großteil der Dinge, mit denen die Geräte angepriesen werden für den Großteil der Nutzer überflüssig sind. Smart TV und 3D sind der aktuelle Unsinn. Teilweise bin ich durch Apple verblendet, die das Weglassen von Unsinn recht gut hinbekommen und selten ihre Geräte mit technischen Spezifikationen vermarkten, sondern durch Funktionen und Übertreibung. Teilweise.

    Ich fürchte, dass viele Entwicklungen bei großen Unternehmen heutzutage marketing- und nicht produktgetrieben sind. Es geht nicht darum das beste Display zu machen, sondern die meisten Funktionen hineinzupacken. Displays spielen eine große Rolle, aber man ist auf einem Niveau, wo für den Endnutzer Unterschiede sehr schwer, wenn überhaupt, erkennbar sind und es oft vorkommt, dass ein Hersteller die Hälfte der Marken mit dem Display beliefert und dort nur das rundherum gemacht wird. Also versucht man sich durch Unsinn zu differenzieren und alle andere ziehen mit, stecken einen ähnlichen Unsinn in das Gerät und packen noch weiteren Unsinn dazu, um sich zu differenzieren. Irrsinn.

    Online Reviews
    xkcd über die schöne neue Shoppingwelt

    Wie würde ich den besten Fernseher bauen?
    Durch mein aktuelles abhängen mit Startup Menschen, habe ich mir eine solche Sicht angelegt, wodurch ich das ganze als Unternehmen angehen würde.

    Zuerst wird der Fernseher auf seine Bestandteile heruntergebrochen, dann auf seine Funktionen. Zweiteres ist für mich ohne tieferes Wissen einfacher. Der Fernseher muss Bilder in fantastischer Qualität darstellen. Alles andere gehört aus meiner Sicht nicht in einen Fernseher für die heutige Zeit. Einen Triple Tuner in einen Fernseher zu packen ist unsinnig. Auch wenn die Kosten dafür minimal sind. Einige Menschen, ich etwa, brauchen gar keinen Tuner, da sie nicht klassisch Fernsehen. Ein externer Tuner kostet meist gleich viel, wie der der Aufpreis für den Fernseher, wenn er integriert ist. Zumindest für DVB-S2. Der externe bietet meist bessere Qualität und kürzere Umschaltzeiten. Dank HDMI braucht es auch keine eigene Fernbedienung, um den Fernseher and oder auszuschalten. Diese würde ich daher auch wegrationalisieren. Bei den Eingängen ist HDMI relevant. Wer etwas anderes braucht, soll sich einen Adapter holen. OSD macht ohne Fernbedienung wenig Spaß. Hier denke ich an eine automatische Kalibrierung. Klingt für Leute, die sich auskennen, vielleicht unmöglich, halte es aber für sinnvoll und man müsste es probieren. USB, Codecs, WLAN, Streaming, Apps, bla kommt alles weg.

    Am Ende sollte ein Fernseher bleiben, der von den Funktionen eher an einen Computerbildschirm erinnert. Aber großartig aussieht und für Filme optimiert ist. Ohne genaueres zu wissen, gehe ich davon aus, dass man das Gerät 10-20% unter dem Preis von gleichwertigen anbieten könnte. Hier ist zu überlegen, ob man nicht 10-20% draufschlagen sollte. Aus Marketinggründen.

    Zu Beginn würde man nun zum Hersteller mit den Displays gehen (Samsung?) und einen Deal aushandeln. Dann setzt man großartige Produktdesigner in einen Raum und arbeitet mit ihnen an Aussehen und Funktionen. Idealerweise kommt der Großteil der Leute aus anderen Bereichen oder ist offen genug für komplett neue Wege und Ideen. Dann braucht man noch jemanden, der das Ding produziert. Vertrieben wird nur über die eigene Website. Es gibt zwei Modelle, die sich lediglich durch die Größe unterscheiden. Direkt dazu kann man sich passende Boxen, die keinen externen Verstärker brauchen (etwa so eine Leiste) und ein Apple TV, einen Tuner oder etwas anderes bestellen.

    Später, wenn man genug Geld für Entwicklung hat, kümmert man sich selbst um die Displaytechnologie und verbessert immer weiter. Fernseher mit Retina Display? Nice.

    Vermarktet wird ohne technischen Blabla. Es ist ein Fernseher. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist der beste Fernseher in der jeweiligen Kategorie. Das mit der Kategorie sagt man nicht dazu. Dass es kein Schnickschnack gibt, sagt man auch nicht.

    Das meiste ist von Apple abgeschaut. Es geht darum ein einfacheres und besseres Produkt zu bauen.

    Wenn ich bei work|i|o nicht mehr täglich gefordert bin und sich noch niemand darum gekümmert hat, werde ich es vielleicht probieren. Und wenn es mit Fernsehern funktioniert, macht man weiter mit allen anderen sinnvollen Elektrogeräten. Und danach Haushaltsartikel, die man sich im Abo bestellen kann. Pro Kategorie ein Produkt. Ohne Schnickschnack, einfach etwas gutes. Klopapier, Zahnbürsten, Socken, Katzenfutter.

  • Gedanken Platz geben

    Die letzten Tage etwas anders gemacht. Hin und wieder klickt es in meinem Kopf und dann läuft es. Einfach so.

    Aktuell schaffe ich es Druck Druck sein lassen. Wenn man tausend Dinge im Kopf hat, die man noch machen muss und dazu noch schlecht ist einen Anfang zu finden bzw. irgendwo anzufangen ist das eine ungute Kombination. Jetzt bin ich an dem Punkt, wo es auch schon egal ist bzw. ich gar nicht so übel bin.

    Stattdessen habe ich mir GTA IV gekauft. Erinnerungen wie ich GTA und GTA 2 gespielt habe. Ja, damals hat man einfach 2 geschrieben, nicht II. Am iPhone III und China Town Wars. Finde es nicht mehr so großartig wie früher, aber man immer noch Spaß.

    Die Gedanken bekommen Pause. Ich mache was mir gerade in den Sinn kommt. Einzelne Gedanken verfolge ich, schreibe ein paar Dinge zusammen, mache ein Mindmap, werfe sie jemand anderem zu. Vor Zeiten über Meditation gelesen, der Versuch nichts zu denken. Spannender der Weg dorthin, das aktive abwehren von Gedanken und sich einen rausnehmen, den man dann beackert. Aber nur, wenn er wichtig ist. Statt am Laptop arbeite ich immer wieder am iPhone. Weil es mich zwingt eine Sache zu machen. Hält mich natürlich nicht davon ab, immer wieder App zu wechseln und andere Dinge zu tun.

    Komme weiter. Tut gut.

  • Welche Services ich nutze und wie sie zusammenhängen

    Vor einigen Wochen habe ich mich mit Sascha ausgetauscht, welche Services (Social Media ist das neue Web 2.0 und so 2010) er nutzt, wo er was postet, wie was zusammenhängt und welche Inhalte von wo wohin gelangen. Ziel war die Wiederbelebung seines Blogs und etwas Ordnung reinbringen. Und so. Kann man bei ihm nachlesen, wo es auch eine schöne Grafik mit seinen Plattformen gibt. Ich wollte das auch. Schließlich muss man als selbstbewusster Mensch, der manchmal dieses Internet nutzt, wissen, wo man sich so herumtreibt. Und Flowcharts!

    Als erstes habe ich alle Services zusammengeschrieben, die ich zumindest einmal pro Woche nutze. Dann habe ich versucht sie sinnvoll zusammenzuschieben. Von links oben: Konsumieren, Originäre Inhalte, Inhalte anderer, die ich mag, mobile, statische bzw. sammelnde Profile und andere Tools. Lässt sich nicht alles so klar trennen, weil auf vielen Plattformen konsumiert und erstellt wird und einige mehre Funktionen haben, die sich auch überschneiden. Dann habe ich begonnen ein Flowchart zu erstellen, das erst etwas verwirrend war, am Ende aber zu oben stehender Grafik führte, die recht gut zusammenfasst, welche Services ich momentan nutze.

    Ausführliche Erklärung

    Die gepunkteten Linien bedeuten, dass ich das Service privat nutze und es nicht öffentlich einsehbar ist. Gestrichelt bedeutet, dass nicht alles weitergeleitet wird. Etwa von last.fm nur Lieder, die als Favoriten gekennzeichnet werden und nicht alles, was ich höre.

    Dunkelgrün sind die wichtigsten Services. Hellgrün mag ich sehr, nutze ich nicht ganz so intensiv.

    Grau sind Services, die nur durch andere gefüttert werden und ich keine eigenen Inhalte produziere.

    Kreise
    Private Services.

    Ich liebe Path. Dazu habe ich schon länger einen Blogpost angekündigt und der wird auch irgendwann kommen. Es ist mein Rückzugsgebiet, wo ich fernab von jeglicher Erwartung und Schere im Kopf Dinge aus dem Alltag poste. Fotos, Gedanken, Videos. Kleine Dinge und manchmal auch große. Habe ich früher behauptet, dass alles im Internet öffentlich ist, habe ich für Path eine Ausnahme gemacht. Ich habe nur sehr wenige Kontakte dort, diesen fühle ich mich jedoch sehr verbunden.

    Nike+ habe ich bisher nicht genutzt, sondern Runkeeper und runtastic. Ist von den Funktionen auch eher schwach. Als sie die Integration mit Path angekündigt haben, habe ich damit begonnen. Jetzt wird es fürs Laufen, Radfahren und Spazierengehen genutzt. Für das teilhaben lassen.

    Rechtecke
    Services, die für sich stehen und mit selbst erstellten Inhalten befüllt werden.

    Im Zentrum stehen meine beiden Blogs. 2-blog.net für deutschsprachige und lucahammer.tumblr.com für englische Beiträge. Ich liebe es zu schreiben und halte es für eine ganz großartige Möglichkeit sich auszudrücken. Mir hilft es meine Gedanken zu ordnen und auf neue Ideen zu kommen. Zusätzlich sind die Blogs meines. Hier bin ich nicht einer von vielen, sondern das ist mein Blog und ich kann machen, was ich will. Neue Inhalte werden manuell über Twitter, Facebook und Google+ verbreitet.

    Quora habe ich letztes Jahr wiederentdeckt und bin fasziniert von den Einsichten, die dort geboten werden. Manchmal schreibe ich selbst Fragen und beantworte welche.

    Formspring läuft immer schon nebenbei. Die Plattform möchte nicht sterben und ich stolpere immer wieder über Dinge, die ich sonst nirgends lesen könnte. Manchmal antworte ich auf Fragen ausführlicher als ich es in Blogposts mache.

    Wolken
    Services, die Inhalte für mich bereit halten.

    Dropbox und Archify passen nur so halb rein. Bei Dropbox liegen meine wichtigen Dateien, Archify speichert alle Websites, die ich besuche, als Volltext und Screenshot. Damit ich alles wiederfinde, auch wenn ich im Moment nicht daran denke, dass ich es einmal brauchen werde.

    Google Reader ist immer noch meine Informationszentrale, auch wenn seine Relevanz gesunken ist. Dort habe ich alle für mich relevanten Websites abonniert. Ist ein Artikel zu lange, um ihn direkt zu lesen, erscheint aber dennoch spannend, wird er in Instapaper gespeichert. Das gleiche passiert mit Links, über die ich bei Twitter stolpere. Instapaper selbst nutze ich nur auf dem iPhone. Immer wenn Zeit und Lust ist, lese ich ein paar Artikel und war anfangs überrascht, wie schnell die Texte weg gelesen sind. War einer gut, wird er mit Herz markiert.

    Spotify wird seit letztem Jahr zum Musik hören genutzt.

    Dreiecke
    Einzweckservices. Vor allem, um Inhalte anderer, die ich gut finde und/oder die ich konsumiere, zu verarbeiten.

    Auf soup.io werden Bilder gepostet, die ich großartig finde. Manches davon wird auf Pinterest zweitverwertet. Bei quote.fm Texte über Zitate empfohlen. Pinboard ist allgemeiner Bookmarkingdienst. Wird ein Text in Instapaper gekennzeichnet, landet er automatisch auf pinboard. Gute Texte im Reader werden manuell auf pinboard gespeichert und wo es passt auf quote.fm zitiert. Miso weiß meist was ich gerade sehe; last.fm was ich gerade höre; foursquare wo ich gerade bin. Auf Foodspotting wird das Essen gepostet, weil ich das besser finde als allgemein über das Restaurant zu schreiben. Hipster bekommt hin und wieder ein Foto, wenn ich gerade unterwegs bin und ein tolles Postkartenmotiv sehe.

    Trapeze
    Mischung aus neuen Inhalten und Verbreitung.

    @Luca als der aktivste Kanal, wo ich einerseits ständig Updates schreibe und andererseits Updates aus bestimmten Einzweckservices raus poste. Immer manuell und englisch. @lucahammer für Hashtag- und Eventkommunikation. Gerade bei europäischen Ereignissen oder Events tendiere ich in letzter Zeit öfter dazu meine 30 Tweets pro Stunde auf diesen Account auszulagern, um Follower des Hauptaccounts nicht zu nerven. Fin hat so etwas auch. Finde ich angenehm, weil man temporär schneller entfolgen kann ohne schlechtem Gewissen. Auch entfernt es beim schreiben ein paar Scheren.

    Google+ läuft so nebenbei. Manchmal schreibe ich längere und eigens produziertes Zeug, aber meist wird es nur zur Verbreitung genutzt. Keine Ahnung, ob sich das ändern wird.

    Sechsecke
    Außenpräsentation und Endlager.

    Bei Facebook stimmt es nicht ganz, da ich dort manchmal eigens Updates schreibe. Ansonsten dient es aber als Trichter für Dinge, die ich woanders mache, weil viele Kontakte nicht überall sind. Bei Facebook mag ich, dass man Services ausblenden kann und sollte jemanden nun nicht interessieren, was ich bei Spotify höre, kann er das machen ohne mich ganz zu entfernen. Noch besser wäre es, wenn man Services je Person ausblenden könnte, wie Sascha vorgeschlagen hat. Ist es nicht spannend, dass man früher granulare Privacy Settings wollte, weil alle Angst hatten zu viel preis zu geben, und man jetzt bessere Möglichkeiten braucht Dinge auszublenden, weil so viel veröffentlicht wird? Facebook ist jedenfalls Schnittstelle für Menschen, die sich für mich interessieren, aber mich nicht auf allen neunundzwanzig anderen Plattformen abonnieren möchten. Hier überlege ich in Zukunft noch mehr Inhalte reinzuleiten.

    Linkedin ist halt auch da. Hauptsächlich weil manche Leute es nutzen, um mehr über Geschäftspartner etc. zu erfahren. Ich lasse meine Tweets automatisch reinlaufen, damit dort auch etwas Aktivität ist und es mich selbst nicht stört, wenn dies andere machen.

    soup.me ist ganz neu. Also ziemlich. Irgendwie. Jedenfalls der (noch) kleine Bruder von soup.io und die Möglichkeit seine Aktivitäten zu bündeln und zu präsentieren. Also alles, was ich hier vorgestellt habe mit einer hübschen Oberfläche. Noch sind sie nicht voll offen und es wird noch viel geschraubt, aber man kann sich mein Profil schon einmal ansehen. Schön etwa die Karte, wo alle Inhalte mit Koordinaten verortet und eine Heatmap erzeugt wird (etwas rauszoomen, dann sieht man es besser).

    about.me nutze ich momentan, um Leuten die Möglichkeit zu geben selbst zu entscheiden, was von mir sie interessiert. Wird wahrscheinlich von soup.me abgelöst, wenn es stabiler läuft, da ich dort mehr Möglichkeiten habe. Gerade wie meine Inhalte präsentiert werden. Außerdem speichert soup.me nochmals. Bei about.me hat mich oft genervt, dass die Inhalte selbst untergehen, aber es auch keine richtigen Links zu den eigenen Seiten gibt. Ein bisschen gefangen auf der Seite, die Interessierte zu meinen Inhalten bringen soll.

    Neu dazu gekommen ist @LucaFlood. Ein Twitteraccount, der durch ifttt automatisch mit all meinen Inhalten befüllt wird. Für die Menschen, die gerne die volle Dröhnung bekommen. Ausgenommen sind Facebook Updates, Google+ und Tweets auf den anderen Accounts. Inspiriert von @assbach_feed und @kosmarfeed. Muss noch optimiert werden und einen RSS Feed möchte ich auch noch machen, aber das hat Zeit.

    Gedanken

    Ich bin überrascht, wie ich das ganze bisher unbewusst gelöst hatte. Wenn jemand fragte, konnte ich ein paar Services nennen und sagen, dass dies oder das zusammenhängt. Aber wenn ich die Grafik so sehe, macht das alles Sinn und die unterschiedlichen Dinge sind relativ gut voneinander getrennt. Facebook, Google+ und Twitter sind am stärksten überschneidend. Wobei sie auch sehr unterschiedlich genutzt werden können. soup.me und about.me sind ähnlich, werden aber nicht auf Dauer parallel betreut werden, sondern eines wird sich durchsetzen.

    Mal schauen, ob ich das ganze etwas kompakter an Herren Sauer für seine Social Media Setup Sammlung schicken kann.

    Mir geht es gut mit dem aktuellen Aufbau und ich kann jetzt gedanklich weiterziehen.

  • Startup Camp Berlin 2012 Rückblick

    Seit Bruno einen Gastbeitrag bei RWW veröffentlicht hat folge ich ihnen auf Twitter und als sie zwei Tickets für das Startup Camp Berlin verlost haben, war ich gleich dabei. Berlin ist etwa 4 Stunden entfernt und Austausch mit anderen Startups fehlt mir momentan sehr. Ich war schnell genug und so fuhr ich letzten Freitag nach Berlin und am Samstag zurück. Zwei volle Tage von denen ich einiges mitnehmen konnte.

    Wo Camp draufsteht ist nicht immer Camp drinnen

    Ich wusste schon im Vorfeld, dass es sich um kein klassisches Barcamp handelte. Schließlich war der Ticketpreis im dreistelligen Bereich und einige Speaker angekündigt. Am Ende war es eine recht klassische Veranstaltungen. Vier Slots gefüllt mir mehr oder minder spannenden Vorträgen. Ein paar Extra Workshops, die mich allesamt nicht interessierten. Mein Hauptgrund war auch der Austausch mit Startups, weshalb ich mich erst während der Anreise mit dem Programm auseinandergesetzt habe. Die ersten Sessions habe ich trotz aufstehen um 5:00 Uhr morgens verpasst.

    Neue Kontakte und alte Bekannte

    Angenehm fand ich die Camping Area, wo es Sitz- und Stehmöglichkeiten gab um sich gemütlich aufhalten zu können. Statt gleich in eine Session zu stürzen, plauderte ich erstmal mit Andreas Pilz über seine Screencastingtätigkeiten und freute mich, dass ich jemanden kannte. Dann lief mir Max von Archify über den Weg. Als ich gegen 12:00 Uhr zu meiner ersten Session wollte, traf ich auf Walter Palmetshofer (ebenfalls Archify) und wir redeten bis das Mittagsbuffet geöffnet wurde. In der Zeit kamen die erste neuen Gesichter dazu, an die ich mich in wenigen Tagen vermutlich nicht mehr erinnern werden kann. Die Namen sind jetzt schon verflogen. Das europäische Team von elance. Bei der “Party” am Abend lernte ich weitere Leute kennen, aber dazu mehr bei den Startups weiter unten.

    Wenn ich jetzt zurückblicke, würde ich sagen, dass ich nur einen neuen Kontakt mitgenommen habe, mit dem ich öfter in Kontakt sein werde. Den einen oder anderen Vortragenden schreibe ich vielleicht noch an, aber das war es dann schon.

    Für persönlich nehme ich etwas mit, das Jana mir vor Jahren auf einem Digitalks als eine Art Netzwerkfatigue beschrieb. Ich war neu in der Stadt und heiß darauf, neue Menschen kennen zu lernen. Sie meinte, dass sie auch froh ist bekannte Gesichter zu sehen, wo man nicht ständig bei Null anfangen muss. (Oder so ähnlich. Die Unterhaltung ist schon ein paar Jahre her.) Mir ging es in Berlin ähnlich. Etwas das ich auch schon bei anderen Veranstaltungen feststellte. Zu vielen Events gehe ich um weak ties zu treffen, die ich grundsätzlich kenne, aber nicht so nahe, dass man sich öfter einfach so treffen würde. Barcamps sind da angenehm, weil man aus einem Gespräch auch schnell wieder rausgehen kann und genügend andere Menschen da sind. Schwieriger ist es, zumindest für mich, wenn fast keine weak ties anwesend sind. Menschen offline kennen lernen, empfinde ich als anstrengend. Ich beobachte lieber erst und schließe erst dort an, wo ich mich wohl fühle. Im Web ist das einfach und niemand fühlt sich davon angegriffen. Offline müsste ich dafür Gesprächen zuhören und dann reinplatzen. Kann man machen, möchte ich aber meist nicht. Das kalt ansprechen finde ich noch schlimmer. Hallo ich bin Luca von work|i|o. Wir machen Arbeit. Und nach den ersten paar Sätzen stellt man fest, dass man mit dem Gegenüber nicht so wirklich zusammen passt. Nach einer gewissen Zeit kann man das Gespräch höflich beenden. Unangenehm. Ich will nicht verkaufen, ich will mich austauschen. Ich will mich begeistern lassen und begeistern. Eine Vorstellungsrunde würde zumindest helfen, dass man ungefähr weiß, wer was macht und ist zugleich ein willkommener Gesprächsopener. Gab es beim Startup Camp leider nicht. Alternativ könnte man ein paar Infos auf den Namensschildern unterbringen. Oder Teilnehmerlisten veröffentlichen, damit man sich im Vorfeld etwas informieren kann. (Ja, bei amiando gibt es sowas, aber das wird selten ausgefüllt und 200 Teilnehmer googlen ist nicht so spannend. Da freue ich mich, wenn ich es über work|i|o erledigen lassen kann.)

    Am Nachmittag habe ich das Camp verlassen, bin quer durch Berlin spaziert (ganz alleine, das tut gut nach den ganzen Menschen) und habe mich mit Torsten getroffen, der mir von Bruno empfohlen (persönliche Kontakte ftw) wurde. Wir setzten uns in einen Park, sprachen über Politik, Startups und das Leben. Sehr angenehm. Leider musste Torsten dann weiter und das angepeilte Extra-Treffen (Flexibilität ftw) in der Nacht fiel aus (ich war zu müde).

    Treffen in kleinem Kreis, am besten zu zweit, würde ich einer Veranstaltung jederzeit vorziehen. Natürlich gegeben, dass es die für mich passende Menschen sind.

    Sessions und Startups

    Elance
    Die einzige Session zu der ich es am Freitag geschafft habe. Unternehmenspräsentation at it’s finest. Elance ist für mich daher spannend, weil sie in die gleiche Richtung wir work|i|o gehen, aber das ganze anders umsetzen. Dort findet man Mitarbeiter für bestimmte Projekte, während man bei uns konkrete Aufgaben erledigen lassen kann. Die Präsentation war ok. Nichts wirklich neues. Ich mag ihre radikale Transparenz, dass man alle bisherigen Aufträge von Arbeitnehmern sehen kann. Auch wie lange sie gebraucht haben, wie viel es gekostet hat und welche Bewertung sie bekamen.

    Airbnb
    Ich mochte Airbnb seit ich das erste Mal davon hörte. Der Vortrag erneut eine tadellose Unternehmenspräsentation. Aber ich schrieb bereits, dass von Barcamp beim Startup Camp nicht viel zu finden war. Das europäische Team hat an einer ähnlichen Idee gearbeitet, als sie bei Airbnb einstiegen, kurz nachdem diese ein dickes Funding bekamen. Ich habe mich immer gewundert, warum dort alle Wohnungen so stylisch aussehen. Die Erklärung ist einfach. Airbnb schickt eigene Fotografen in die Wohnungen, die eben stylische Fotos machen. Neben der guten Präsentation der Angebote hat es den zusätzlichen Vorteil, dass die Wohnungen damit verifiziert werden. Schön fand ich auch die Aussage, dass sie Dinge machen, die nicht skalieren. Etwa lange Gespräche mit einzelnen Vermietern. Auch die größere Vision gefällt. Access is the new property. Wie es doof ist, dass die meisten Autos nur herumstehen, ist es doof, dass viel Wohnfläche ungenutzt ist. Statt alles neu zu produzieren, sollte man bestehendes besser nutzen. Sie arbeiten viel an multidimensionalen Kriterien, um Menschen zu bewerten. Wichtig für Vertrauen und Dings. Insgesamt hat mich der inhaltlich wenig überraschende Vortrag, inspiriert. An unserer Zukunft arbeiten. Die Welt verändern. Und so.

    keksbox
    Eigentlich eine Marketingagentur. Aber kann man auch als Startup bezeichnen. Sprach darüber, dass Geld nicht so wichtig ist und man Spaß haben sollte. Und Dinge machen, die sich nicht rentieren. Weil sie Spaß machen.

    EyeEM
    Die Session habe ich verpasst, aber die App habe ich mir geholt. Another photosharing app. Man macht Fotos und fügt ihnen Tags zu. Welche auch Orte sein können. So entstehen gemeinsame Fotoalben. Für Veranstaltungen sehr nett. Auch für Geburtstagsfeiern. Und Orte. Popset macht sowas ähnliches. Finde ich interessant. Grundsätzlich. Nutze ich auch gerne in unterschiedlichen Situationen. Ob es sich durchsetzt? Keine Ahnung.

    Text zu seinem Talk gibt es hier. Hat einige begeistert.

    Archify
    Hatten zwar keine Session, aber da ich mit ihnen am meisten geredet habe, finde ich es passend. Ein Service, dass alles speichert, was man sieht und durchsuchbar macht. Momentan beschränkt auf Websites, Tweets, Facebook Updates und Zeug. Man installiert eine Browserextension und es gibt sogar Screenshots von allen Seiten. Man kann sie Volltext durchsuchen. Großartig wenn man sich erinnert man hat irgendwas gesehen oder gelesen, aber nicht mehr weiß wo. Man kann den Zeitraum einschränken und unterschiedliche Suchoperatoren nutzen, um zum Ergebnis zu gelangen. Ich warte darauf, dass sie irgendwann eine Kamera rausbringen, die auch den kleinen Teil außerhalb des Netzes durchsuchbar macht.

    Weiter

    Ich werde mehr online kommunizieren und mir weniger Sorgen machen, dass ich nicht so viele Leute persönlich treffe. Emails sind etwas großartiges. Lange Emails. Mit viel Persönlichkeit und genug Zeit Dinge durchzudenken, statt sie im synchronen Gespräch rausblasen zu müssen. Außerdem ist Berlin bei gutem Wetter sehr großartig. Veranstaltungen kann man auch abbrechen, um das zu genießen und dann einfach heim zu fahren.

  • Mehr-Länder-Barcamp

    Seit 2008 mache ich alle zwei Jahre eine einfache grafische Auswertung meines Netzwerkes auf Facebook.

    Und was fällt uns auf? Seit vier Jahren kann man österreichische und deutsche Kontakte daran unterscheiden, dass sie vor allem untereinander vernetzt sind. Das ist kein grundsätzlicher Vorwurf, ich bin momentan sowieso auf einem Reduktions- bzw. Einigelungstrip. Interessant finde ich, dass man 2012 in der österreichischen Webszene eine Aufteilung nach Themen feststellen kann. Politik (hellblau) und Startups (orange). Diese sind jedoch umso weiter (sprich weniger Kontakte) von der deutschen Webszene entfernt. Warum eigentlich? Meine These, der ich früher noch widersprochen habe, ist die Rolle von offline Kontakt. Vor allem Veranstaltungen. Meist Barcamps.

    Zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland gäbe es nicht einmal größere Sprachunterschiede.

    Ich fände es schade, wenn das Gemeinschaftsgefühl, das es teilweise zwischen Menschen, die das Internet für real halten, gab, weil wir nicht so viele waren, ganz verloren geht, anstatt sich in Themencluster umzuwandeln. Ich möchte nicht, dass sich jeder mit jedem versteht, aber dass man die Grenzen, die man angeblich nicht mehr sieht, auch im Unbewusstsein ausschaltet, indem man sie sich bewusst macht. Muss ich selber machen. Es ist das Internet. So wichtig die Nähe für bestimmte Dinge ist (schließlich bin ich letzten Sommer zu meiner Freundin gezogen), so unwichtig ist er für andere. Etwa den Austausch über Themen.

    Oliver organisiert schon seit mehreren Jahren das Barcamp Bodensee, wo genau dieser Austausch über nationale Grenzen hinweg fokussiert wird. Habe es bisher nur einmal hingeschafft, aber das war großartig. Kann man auch in meinem Bericht nachlesen. Der Abschluss, wo wir das Papernet erfanden (liegt noch irgendwo in Tirol herum), war besonders großartig. Aber auch die ungezwungene Atmosphäre von Barcamps, die nicht in einer großen Stadt stattfinden. Beim Barcamp Bodensee sind zwar wie bei den großen Städtebarcamps viele Leute, aber die meisten davon kommen nicht aus der Stadt, sondern sind selbst weiter oder weniger weit angereist. Dadurch entsteht ein anderes miteinander, weil man am Abend gemeinsam Dinge unternimmt, in der gleichen Unterkunft ist und ähnliches. Der internationale Touch hat auch etwas. Friedrichshafen ist für mehrere Länder besser erreichbar als viele Barcamps im eigenem Land.

    Dieses Jahr bin ich wieder dabei und freue mich darauf. Besonders empfehle ich den Kontakten und Lesern aus Österreich. Um mit Leuten in Kontakt zu kommen, mit denen man nicht die Herkunft teilt, sondern die Interessen.

    Anmeldung über mixxt. Wie es sich bei Barcamps gehört ist die Teilnahme kostenlos.
    Um das zu ermöglichen, werden auch weitere Sponsoren gesucht. Empfehlenswert wenn man etwa Mitarbeiter sucht, den Barcampteilnehmern tolles Zeug anzubieten hat oder einfach mit ihnen in Kontakt kommen möchte. Infos bei Oliver Gassner (og ät carpe.com)