Thema beschäftigt mich seit etwa drei Jahren. Fühle mich aber immer noch nicht ganz fit darin. Würde gerne gute Artikel dazu lesen. Danke.
Monat: August 2012
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Arbeiten als Selbständige_r
Vor langer Zeit habe ich darüber geschrieben, dass Arbeiten in großen Unternehmen nicht immer toll ist. Eher im Gegenteil. Damals kündigte ich an, dass ich auch die aktuellen Alternativen nicht berauschend finde. Daher möchte ich heute einige Gedanken zum Arbeiten als Selbständige_r schreiben. Hier habe ich neben der Zusammenarbeit auch ein Einblicke aus der Zeit, als ich selbst auf Werkvertragsbasis gearbeitet habe.
Selbständige arbeiten auf eigenes Risiko. Wenn man als Angestellter versagt wird man im schlimmsten Fall gefeuert und selbst das ist in Europa dank gesetzlichem Arbeiterschutz nicht immer der Fall. Man könnte auch verklagt werden, aber dafür muss man als Angestellter bewusst das Unternehmen schädigen. Als Selbständiger ist das einfacher. Man kann aus irgendwelchen Gründen den Vertrag nicht voll erfüllen und schon kann man sich vor Gericht wiederfinden. Selbständige werden für ihr tun voll verantwortlich gemacht, selbst wenn es nicht immer ihr Fehler ist, und die Folgen können auch Privatkonkurs bedeuten. Eine gewisse Zeit ohne Aufträgen oder unerwartete Ausgaben, etwa Gerichtskosten, und zack weg.
Das tolle am selbständig sein ist, dass man selbst bestimmt was man macht. In der Praxis ist man aber meist davon abhängig Aufträge zu erledigen und somit hat man nur einen geringen Spielraum. Ich kenne einzelne Personen, die es sich leisten können nur die angenehmsten und spannendsten Aufträge anzunehmen, doch die überwiegende Mehrheit ist froh, wenn sie jedes Monat etwas zu tun hat. Man bestimmt zwar selbst bestimmte Rahmenbedingungen und fast alle lehnen bestimmte Aufträge ab, weil sie nicht mit ihrem Gewissen vereinbar sind, aber man arbeitet auch als Selbständige_r für andere. Diese sagen, was gebraucht wird und wie sie es sich vorstellen. Wie anstrengend dies teilweise ist, kann man auf clients from hell oder im deutschen Pendant Kunden aus der Hölle nachlesen.
Das noch größere Problem ist, dass Kunden nicht von alleine kommen, nicht wissen, was sie brauchen, nicht so freiwillig zahlen, wie sie sollten und auch sonst einiges and Aufwand rundherum aufkommt. Neben der Arbeit, die man gut und gerne macht, ist ein großer Haufen, der vor allem nervig ist, aber auch gemacht werden muss. Am Anfang ist das Marketing, damit Menschen wissen, dass ich eine bestimmte Dienstleistung anbiete, warum sie sie brauchen könnten und warum sie mich und nicht ihren Neffen damit beauftragen sollten. Manchmal schaltet man eine Anzeige, manchmal sucht man Unternehmen raus und kontaktiert sie direkt, irgendwann hat man eine Liste and Interessenten, die man erneut kontaktieren kann und so weiter und so fort. Da gibt es dann oft kostenlose Beratung, um zu erklären, warum etwas nötig ist, wie es gemacht wird, wie das Resultat aussehen könnte. Irgendwann muss man einen Vertrag aufsetzen und den möglichen Kunden zum Unterschreiben bringen. Dann den Vertrag noch dreimal abändern, weil der mögliche Kunde etwas nicht direkt versteht oder es ein Kommunikationsproblem gab. Außerdem ist der Preis zu hoch und der Neffe würde das ja für 50€ machen. Da sind schon einige Stunden draufgegangen, die nicht bezahlt wurden. Jedenfalls nicht direkt. Und bloß nicht offen erklären, dass die Geschäftsanbahnung über das Werk mitgezahlt wird. Im Idealfall beginnt dann das eigentliche Arbeiten. Der Kunde reizt zwischendurch immer wieder die Nerven, siehe oben, aber irgendwann ist das Werk fertig und es kommt zur Abnahme. Spätestens beim zweiten Kunden steht im Vertrag drinnen, dass nur eine Überarbeitung im Budget enthalten ist und jede weitere über den Stundensatz XY bezahlt werden muss. Je nach Kunde muss man das dann noch einmal erklären, auf den Vertrag verweisen, sich entschuldigen, dass man auch überleben möchte und die zweite Überarbeitung dann mit halben Stundensatz verrechnen. Es ist vollbracht! Der Kunde ist zufrieden. Also Rechnung fertig machen. Möglicherweise eine Erklärung dazu, was welcher Posten bedeutet und auf die schriftliche Kommunikation vom ZXten verweisen, wo dies vom Kunden beauftrag wurde. Kurze Freude über die Antwort des Kunden, dass er sich bald darum kümmern wird bzw. dass er es an die Buchhaltung weitergeleitet hat. Kurz vor Ablauf der Zahlungsfrist, die man nach dem zweiten Auftrag immer im Voraus ganz klar ausmacht und schriftlich festhält, schickt man eine Erinnerung oder ruft an. Ist wohl untergegangen oder die Buchhaltung braucht da immer etwas, man solle sich gedulden. Bei kleinen Kunden kann es dann noch dazu kommen, dass der Betrag eigenständig abgeändert wurde, weil man für das Entfernen von etwas ja wohl nicht bezahlen würde. Auch sei der Stundensatz viel zu teuer und als Stammkunde hätte man sich 30% Rabatt gegeben. Schließlich gibt es noch viele lukrative Folgeaufträge und überhaupt. Große Kunden zahlen zwar den vollen Preis, aber immer erst am oder kurz nach Auslaufen der Zahlungsfrist. Es wird gar gemunkelt, das hätte System. Jedenfalls ist das Geld jetzt am Konto, man muss nur noch einen großen Teil für den Staat zur Seite legen, einen anderen für schlechte Zeiten und mit dem Rest kann man den Kredit, den man für die Unternehmensgründung aufgenommen hat, weiter abbezahlen. Buchhaltung und Steuererklärung nicht vergessen. Und sich um Kooperationen kümmern.
Wenn man es lange genug aushält, dann kann es sogar sein, dass man echte Stammkunden hat, durch die man grundsätzlich finanziert ist und nebenbei nimmt man nur noch Aufträge an, die man gerne hat. Und die unkompliziert sind.
Zum Glück gibt es einige Tools, die das Selbständig sein erleichtern. Und das bisschen Freiheit, das man durch die Selbstbestimmung erlangt, reicht vielen aus, es zu machen. Selbst wenn man weniger verdient und mehr gestresst ist.
Es gibt Menschen, die in großen Unternehmen glücklich sind. Es gibt Menschen, die als Selbständige glücklich sind. Und es gibt mich. Der sich in keinem der beiden wohl gefühlt hat. (Über kleine Unternehmen schreibe ich vielleicht auch noch.) Weshalb ich work.io so großartig finde und ich es kaum mehr erwarten kann, bis wir in die public beta gehen.
Aber unter meinen Lesern sind viele Selbständige, die die Problem noch viel besser kennen. Ihr wärt eine große Hilfe, wenn ihr Dinge, die ich noch nicht erwähnt habe in die Kommentare schreibt oder mir per Email and luca.hammer@workio.com schicken würdet. work.io wird keine Freelancer Plattform. Etwas eigenes. Gründe gegen die Selbständigkeit helfen uns jedoch etwas zu großartigeres zu bauen. Danke.
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Dinge, die mich jede Nacht beschäftigen
- Wie wird es ab Februar?
- Startup.
- Was habe ich heute geschafft?
- Zufrieden.
- Studium abschließen.
- Startup.
- Bin ich ein guter Freund?
- Startup.
- Was ist mit meinem Körper los? Jucken bei Wärme. Sollte zum Arzt.
- Wie funktioniert die Welt?
- Was will ich ändern?
- Startup.
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Social vs. Service
Ich habe den ganzen Vormittag Artikel über app.net gelesen und mich mit dem Ding selbst beschäftigt. Als ich genügend Gründe fand, weshalb ich dabei sein wollte und versuchte es finanziell zu unterstützen, konnte ich nicht, weil ich momentan keine Kreditkarte habe.
Was ist app.net?
Das ist nicht ganz klar. Auch hat sich seit des Beginn die Richtung geändert. Es handelt sich um ein API Service. Im Grunde Twitter mit 250 Zeichen. Zentrales Unterscheidungsmerkmal: Keine Werbung. Niemals. Dafür muss man 50$ pro Jahr zahlen, um Mitglied zu werden. Entwickler zahlen das doppelte. Bis übermorgen möchte man 500.000$ gesammelt haben (Account Vorauszahlungen) und somit etwa 10.000 Mitglieder. Schafft man das nicht, wird das Geld nicht eingesammelt und das Projekt eingestampft. Oder so.
Nun bin ich schon länger Befürworter von Diensten mit Premium Accounts. Das sichert ihr Überleben meist besser als werbefinanzierte Modelle. Außerdem, was auch eines der Prinzipien hinter app.net ist, stellt der Dienst die User in den Vordergrund und nicht die Werbekunden. Bei Twitter ist aktuell das Problem, dass Drittanbietern abgeraten wird Clients zu bauen. Man möchte, dass alle User die offiziellen Clients nutzen. Möchte ich nicht. Ich nutze lediglich den offiziellen auf dem Mac. Aber der wird schon lange nicht mehr richtig unterstützt, weil man dort lieber auf Tweetdeck setzt, das man gekauft hat. Ein Grund für diese Maßnahmen ist das wiedererlangen von Kontrolle über die Userexperience und somit auch bessere Möglichkeit Werbung und ähnliches einzublenden. Ich bin sofort bereit ein paar Euro pro Monat zu zahlen, damit ich weiterhin vollen API write/read access habe und meinen geliebten Tweetbot am iPhone und vielleicht auch bald am Mac nutzen zu können.
Dalton, der Gründer von app.net, glaubt/hofft durch das 50$ Membership Modell Unabhängigkeit zu erlangen. Aber app.net ist von einem Netzwerk Effekt abhängig, welchen andere Services, mit denen er sich vergleicht, nicht haben. Spotify kann ich wunderbar alleine nutzen. Außerdem gibt es einen free Account mit dem man eine gewisse Anzahl an Stunden pro Monat kostenlos hören kann. Github ist grundsätzlich free und nur private Repositories kosten. Pinboard (hat er bisher nicht genannt, glaube ich) bezeichnet sich als anti social. Außerdem kostet es einmal statt immer wieder, wenn man nur das reine bookmarking nutzt. Instapaper (auch nicht genannt) ist grundsätzlich kostenlos und wird auch alleine genutzt.
Ich habe app.net eingangs als API Service bezeichnet. Das stimmt. Aber dennoch braucht jeder User einen Account, damit sie sich untereinander vernetzen können. Leute mit Account können dann jeden Client nutzen, den sie möchten, aber nur Leuten folgen, die auch einen Account haben.
Ich schätze, dass lediglich 20-30% der Leute, mit denen ich auf Twitter kommuniziere, bereit sind 50$ jährlich für ein solches Service zu zahlen. Diese sind es auch, die auf frei Clientwahl bestehen. Ich gehöre dazu. Meine Bereitschaft zu zahlen schwindet aber schnell, wenn ich mit der Hälfte der Menschen, die mir wichtig sind, nicht mehr kommunizieren kann.
Mit dem momentanen Setup, dass jeder zahlen muss, gehe ich davon aus, dass sie im Idealfall ein low noise, sehr techy und semi private Forum schaffen, wo sich die gleichen Leute tummeln, die auch sonst in vielen Alphas und Betas von Consumer Social Networks zu finden sind. Momentan liest sich der Global Feed sehr ähnlich wie der von identi.ca in einem ähnlichen Stadium. Da ist es spannend Teil von zu sein, aber eben auch dieses Pseudoelitengefühl. Spaßaccounts wird es eher nicht geben. Ich nutze momentan sechs Twitter Accounts mehr oder weniger aktiv. Vier davon als persönliche Accounts. Einer semi-automatisch befüllt, einer mit high volume bursts und zwei normale. Bei app.net müsste ich 200$ im Jahr zahlen. Würde ich nicht. Also nur ein Account. Zugleich würde die Gebühr viel Spam unterbinden, weil es sich nicht mehr rentiert, wenn man dafür zahlen muss. Auf der anderen Seite könnte es sich rentieren, wenn die Aufmerksamkeit dort wesentlich höher ist. Oder man mit einer Gebühr mehrere Accounts erstellen könnte.
Ein Vorschlag den ich las: jedem zahlenden Mitglied ermöglichen 5-20 Follower die Nutzung ermöglichen. Halte ich für unrealistisch. Kann dann die Person, die zahlt, die die er nicht mag wieder rauswerfen? Was passiert, wenn sie nicht mehr zahlt? Und ähnliches.
Ein anderer Vorschlag, der mir besser gefällt, sind free accounts. Dadurch verliert man allerdings wieder viele Vorteile, die durch zahlende Mitgliedschaften entstanden. Aber das eigentliche Ziel ist lediglich ein Service, das nicht von Werbung abhängig ist. Würde man free Mitgliedern Werbung zeigen? Dann wäre die ganze Idee unterlaufen.
Von den vagen Ideen von Revenue Sharing mit Developern halte ich sehr wenig. Das erzeugt viel Komplexität bei wenig Nutzen. Außerdem regt es an, das ganze zu missbrauchen. Ich zahle gerne für gute Apps. Daher glaube ich auch nicht, dass die App Entwickler über andere Kanäle vergütet werden müssen. Natürlich erzeugt es interessante Modelle, weil ein anderer Wettbewerb entsteht. Aber ich glaube nicht, dass der gut ist.
Vielleicht wird es etwas ähnliches wie Quora. Tolle Community, aber keine Massenadaption. Für Marketing ist es zugleich spannend und nutzlos. Je nachdem was man möchte, erreicht man eine bestimmte Personengruppe, aber nicht große Massen.
Der Nutzen, weshalb ich momentan gerne mitspielen würde, sind die Leute, die sich im Moment anmelden. Mit denen austauschen und für eigene Dinge begeistern. Wenn ich nochmal drüber nachdenke eher doof.
Das wird nix. Leider.
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Abschlusszeugnis Gymnasium

2,5
2,4666…Nicht konsequent.
Momentan erfüllt es mich vor allem mit schmerzhaften Erinnerungen. Stress. Viel davon. Jetzt kann ich ein bisschen drüber lachen. Aber auch nur soweit, dass es Zahlen sind. Zahlen, die schnell einmal alles mögliche bedeuten und beeinflussen. Die Reifeprüfung selbst fand in einem Container in der prallen Sonne neben dem Flughafen statt. Aber das Sakko durften wir ausziehen.
Gerade etwas den Blog durchsucht. Der Tag an dem ich erfuhr, dass ich in Mathematik vermutlich durchgefallen bin. Das ausbleibende Jubeln nachdem ich bestanden hatte. Irgendwann später. txt, der versucht zu verarbeiten. Oder so.
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Inspiriert durch Serotonic.