Monat: Oktober 2013

  • Einfu?hrung Medientheorie bei Hartmut Winkler

    Der Donnerstag startet mit Medientheorie bei Winkler. Die Lehrveranstaltung findet im Gebäude P5 statt, welches am Rande des Campus liegt. Nach einem kurzen Umweg komme ich im Hörsaal an und erfahre dass der Grund für den Ort die Menge der Teilnehmer_innen ist.

    Winkler spricht zuerst allgemein über das Studium der Medienwissenschaften. Er hat das Institut damals mitgegründet und es ist heute das drittgrößte in Deutschland. Das Institut hat sich dafür eingesetzt, dass Bologna aus der Universität keine Schule wird und die Studierenden weiterhin viele Freiheiten haben.

    Dann schauen wir einen Teil des Filmes Hellzapoppin‘ von 1941 (Stichwort ‘Watch the birdie’). Anschließend unterhalten wir uns darüber und Winkler weißt darauf hin, dass dies der letzte Film war, den wir in dieser Lehrveranstaltung geschaut haben werden. Als ‘Filmfuzzis’ würde uns der Inhalt interessieren, etwa die Darstellung der Frauen, als ‘Medienfuzzies’ interessiert uns aber stärker die Art, das wie und was. Wir kommen etwa zu dem Schluss, dass der Film medienreflexiv ist, da er immer wieder bewusst macht, dass es ein Film ist. Beispiele sind das Spiel mit typischen Filmfehlern (verrücktes Bild, Bild auf Kopf) und die direkte Ansprache der Zuschauer_innen.

    Medien sind schwierig zu untersuchen, da wir ständig von ihnen umgeben sind. Jeder weiß zu viel über Medien. Wenn wir jemanden erzählen, dass wir Medienwissenschaften erzählen, werden wir schnell erzählt bekommen, wie Medien funktionieren und wie unser Studium auszusehen hat. Bei Atomphysik würde uns das nicht passieren. Alltagswissen über Medien ist oft Unsinn, weshalb man versuchen wird uns im ersten Semester die Selbstverständlichkeit mit der wir Medien begegnen auszutreiben. Wenn wir jedoch zuviel Wissen auf einmal loslassen, landen wir in der Psychiatrie. Das kann ich aus meiner Erfahrung in Wien bestätigen. Manchmal stellt man zu viel in Frage und die eigene Welt droht auseinanderzubrechen.

    Winkler arbeitet, wie fast alle, mit einer selbst geschriebenen Einführung. Das Konzept davon finde ich spannend. Jede zweite Seite wurde leer gelassen, um die Studierenden zu ermutigen die Inhalte selbst zu vervollständigen. Und dann gibt es zu jedem Thema noch zwei Zahlen als Marker. Einer ist die Einschätzung Winklers, wie wichtig das jeweilige Thema ist und der zweite gibt an, ob es zu diesem Thema einen Konsens im wissenschaftlichen Diskurs gibt. Die zweite Nummer wurde von zwei Fachkollegen vergeben.

    Ein Bachlor Studium ist kein volles Studium.

    Dennoch wird man mit einem sinnvollen Abschluss die Universität verlassen. Festigt meine Entscheidung den Master direkt anzuhängen.

    Angeblich hat Winkler einen Theoriekurs zu Metaphern angeboten, den fast niemand besucht hat. Hätte ich spannend gefunden.

    Großen Schein gibt es bei einer Einführung nicht. Für den kleinen Schein ist das typische zweiseitige Feedbackpapier mit Erwartungen, Abschnitten zu allen behandelten Themen und Feedback selbst nötig. Semesterprogramm.

    Wagen sie ruhig einmal etwas in einer Hausarbeit. Sie sind nicht zum Noten sammeln hier.

    Am Ende der Lehrveranstaltung habe ich Winkler beim Austeilen der Reader geholfen und anschließend die übrig gebliebenen gemeinsam mit ihm zum Institut zurück gebracht. Auf dem Weg haben wir über die Unterschiede zum Studium in Wien gesprochen und wie das mit der Anrechnung funktionieren wird.

  • Grundzu?ge der Betriebswirtschaftslehre A

    Normalerweise habe ich vier Lehrveranstaltungen am Dienstag, allerdings fangen zwei davon erst in der zweiten Semesterwoche an und #medienchina fiel aus. Somit blieb nur noch ‘Grundzüge der BWL’.

    Andreas Eggert stellte sich kurz vor und wies direkt darauf hin, dass er die Vorlesung nur organisiert, nicht jedoch hält und wir ihn höchstwahrscheinlich nach dem heutigen Termin nicht wieder sehen würden. Dann ein paar kleine Umfragen. Sehr viele Wirtschaftsingenieure; die meisten Studierenden sind im dritten Semester, einige im ersten.

    Die Lehrveranstaltung wird mit koaLA begleitet, einer Lehr-/Lernplattform. Dort sind auch die Folien der einzelnen Einheiten zu finden und man kann sich mit anderen Studierenden und Tutor_innen austauschen. Weiters kann man in ILIAS sich selbst testen. Dorthin kommt man aus koaLA.

    Inhaltlich ist BWL A in fünf Fächer unterteilt. Grundbegriffe, macht mir jetzt eher wenige Sorgen, vor allem bei Beispielen wie Inventar-Inventur und Einnahmen-Einlagen. Jahersabschlüsse hingegen ist komplett neu für mich. Besteuerung ebenso, aber das finde ich interessant. Beschaffung und Produktion sowie Marketing sollten mich nicht zu stark anstrengen.

    Neben den Vorlesungen gibt es noch Tutorien zu denen man sich ab heute anmelden können soll. Diese haben leider sehr unpassende Zeiten. Entweder von 7:30 bis 9:00 oder von 18:00 bis 20:00 Uhr. In der Selbstlernphase wird man von Lernlettern unterstützt, die nochmals Inhalte nahe bringen sollen.

    Mal schauen wie interessant/fordernd das ganze wird.

  • Tauschen, Austauschen, Kommunizieren – Ökonomie aus medien- und kulturwissenschaftlicher Sicht I bei Hartmut Winkler

    Die zweite Lehrveranstaltung bei Winkler ist zugleich die dritte und letzte an meinen Montagen dieses Semester. Hashtag #tausch. Vielleicht schwenke ich da jedoch noch auf #austausch um.

    Bei Tausch geht es um Waren, bei kommunizieren um Medien und Austausch kann in beide Bereiche fallen.

    Winkler beginnt damit uns einen Text vorzulegen, den wir lesen sollen. “Ein Joghurt geht auf Fahrt”. Ein Artikel aus der Zeit 1993. Nachdem ihn alle durch sind, die Frage, was wir gelesen haben. In meinem Kopf formen sich Sätze wie: “Einen Artikel über eine Studie.”, “Möglicherweise PR.”, “Ein paar Nachrichtenfaktoren sind sofort erkennbar. Etwa die Nähe, weil es um einen Joghurt geht, etwas das fast jeder täglich auf den Tisch hat. Auch ist es etwas neues, etwas überraschendes, weil man sich im Alltag wenig Gedanken über die zurückgelegte Strecken eines Produktes macht.”, “Seitdem gab es ähnliche Studien zu zahlreichen anderen Produkten.”. Die Diskussion drehte sich dann jedoch mehr um den Inhalt des Artikels selbst als um eine Metaebene. Winkler möchte darauf hinaus, dass Verkehr etwas greifbares ist, etwas das wir uns vorstellen können. Wir vergleichen verschiedene Sphären, Waren zu Medien.

    Eine Kulturwissenschaft muss in der Lage sein kritisch zu sein. Indem man auf etwas starrt, ein Medium, lernt man wenig darüber. Über Banden und Distanz bekommt man neue Perspektiven und kann den Gegenstand manchmal besser betrachten.

    Semesterplan. Schein gleich wie bei #telehist. Für einen kleinen Schein ein zweiseitiges Feedbackpaper, für einen großen eine Arbeit.

  • Post, Telefon, Telegrafie – Theorie und Geschichte der Telekommunikation bei Hartmut Winkler

    Das erste von drei Seminaren, die ich dieses Semester bei Winkler mache. Als Hashtag habe ich mich für #telehist entschieden.

    Wir werden uns unterschiedliche Stationen der Mediengeschichte anschauen, aber Winkler glaubt nicht an eine Mediengeschichte als solches. Also an ein aneinanderreihen von Medien auf einem Zeitstrahl.

    In einer angenehm offenen Diskussion nähern wir uns dem Thema. Dinge die hängen geblieben sind: Fax arbeitet mit Bild, ist von der Maschine nicht als Information verarbeitbar. Der Fernschreiber hingegen arbeitete mit Zeichen direkt und hat somit das gleiche Modell wie Emails oder sogar das Internet selbst heute. Uns, in #telehist, interessieren nicht Etiketten sondern Modelle.

    Medienwissenschaft ist fast immer vergleichende Wissenschaft. Wir beschäftigen uns mit den Räumen zwischen den Medien. Unter anderem weil wir uns auch für das interessieren, was erst kommt und es dafür einer anderen Perspektive bedarf. Harold Adams Innis war nicht der erste (Telegrafiediskurs), aber hat es vertieft, dass die Zeitüberbrückung ein wichtiges Element von Medien ist. Post ist auf einer Ebene auch many-to-many. Post gibt es schon sehr lange. Auch das Telefon ist nicht synchron, selbst wenn die Verzögerung nur minimal ist.

    Wer keine Zeit für den Reader hat, soll das Seminar direkt wieder verlassen.

    Ein Satz, der sich durch alle meine Seminare bei Winkler zieht. Finde ich gut. Vor allem weil ich in Wien Literatur oft vernachlässigt habe. Für den großen Schein muss man eine Arbeit schreiben, das Thema zuerst mit Winkler abklären und erst dann anfangen. Für einen kleinen Schein, die sogenannte qualifizierte Teilnahme, ist ein zweiseitiges Feedbackpaper nötig. Erwartungen an das Seminar, ein Absatz zu den unterschiedlichen Themen, die behandelt wurden und Feedback selbst. Semesterprogramm.

    Winkler besteht darauf, dass jeder Teilnehmer den Reader ausgedruckt besitzt. Ich habe einen genommen, vermute aber dass ich das meiste digital lesen werde.

  • Grundlagen der Medieno?konomie 1 bei Jörg Müller-Lietzkow #mök

    Das könnte jetzt etwas anstrengend für euch werden, aber mir ist gerade danach die erste Uni Woche zu verbloggen. Jede Lehrveranstaltung einzeln. Teilweise, weil für die qualifizierte Teilnahme ein Feedbackdingens gefordert wird, bei dem auch die Erwartungen an das Seminar enthalten sein sollen, und ich mich am Ende des Semesters mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr daran erinnern werde. Teilweise weil ich es gerne zum reflektieren nutze. Überspringen, entabonnieren, ihr kennt das Prozedere.

    Mein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Paderborn beginnt mit Jörg Müller-Lietzkow, welcher selbst in den Gesprächen zwischen den Studierenden als JML abgekürzt wird. Ich muss dabei immer an Jonas M. Luster denken, dessen URL jml.is ist. Das Seminar beginnt ct. Wie es sich für ein Institut gehört, das Wert auf die alte Lehre legt. Während ich mir einen Hashtag überlege – ich habe für mein Studium den Account @mewipb @medienforschung gestartet – sehe ich auf dem Bildschirm einer Kommilitonin MÖK und nutze fortan #mök. In Wien lief eine Vorlesung mit ähnlichem Thema unter OEKO. Damals bei Michael Latzer. Ich habe ihm gerne zugehört. Der erste Satz auf der ersten Folie war:

    Bru?cke zw. Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaft: wirtschaftswissenschaftl. Ansa?tze & kommunikationswissenschaftl. Fragestellungen

    JML wiederholt ein paar Dinge, die er schon bei der Begrüßung in der Woche zuvor sagte. Und neues. Etwa dass wir, die Medienwissenschaftenstudierenden, in einer interessanten Zeit studieren. Medienökonomische Fragestellungen und Entwicklungen betreffend. Die großen Veränderungen im Mediensektor. Zeitungen, die, jedenfalls in ihrer Papierform, obsolet geworden sind und Medienunternehmen, die es nicht mehr hinbekommen Geld zu verdienen. Zugleich neue Unternehmen, denen es sehr gut mit dem Ganzen geht. JML selbst ist großer Freund der Digitalisierung, vor allem Tablets. So viele Bücher und Zugang zu Informationen ständig dabei haben. Daher ist für ihn ein fehlender Literaturzugang auch kein Argument für schlechtes Abschneiden oder irgendetwas nicht zu machen. Neben Literatur wird es bei ihm auch einen Foliensatz geben. Ich mag seine Sicht auf die Digitalisierung und der Zuneigung zu klassischen Lehr-/Lernmethoden. JML erzählt wie er darunter litt klüger als mancher der Dozent_innen in seiner Studienzeit zu sein, weshalb niemand der klüger ist als er in den Lehrveranstaltungen anwesend sein muss. JML erzählt, wie er teilweise schneller las, als Dozent_innen Stoff vortrugen, weshalb er nicht erwartet, dass wir anwesend sind, wenn wir uns den Stoff schneller selbst aneignen können. Evaluation gibt es bei ihm auch keine, weil da meist nur Sympathie rauskommt und wenig sinnvolles Feedback.

    Ökonomen sind pragmatisch. In #mök wird wenig neues an sich geschaffen (gewissenschaft?), sondern neues aus vorhandenem. Mutterkategorien sind BWL, VWL und KoWi.

    JML macht ein paar kleine Umfragen. Wer ein Tageszeitungsabo hat, mehr als erwartet; wer ein Smartphone hat, nur eine Person ohne; zwei Facebookverweigerer. Er zählt als die drei Gründe für das noch nicht ganz ausgestorben sein von Tagsezeitungen als Todesanzeigen, Lokaler Sport und lokale Events. Er empfiehlt hin und wieder in überregionale Angebote wie FAZ oder Süddeutsche zu schauen. Nur eine Person glaubt mehr als 2 Stunden pro Tag fern zu sehen. Fernsehen ist zum Langeweilemedium geworden, weil es so viele Alternativen gibt. JML glaubt, dass es einen gewissen Engpass bei der Inhaltegenerierung gibt, wobei er später noch etwas weiter darauf eingeht, dass er neue Arten von Inhalten meint und nicht mehr vom gleichen.

    In Medienökonomie geht es sowohl um Theoriemodelle als auch Empirie. Ein paar Formeln (Bsp. Lorenzkurve) wird es auch geben. Und wieder neu dieses Semester: Zwangslesen.

    Am Ende des Semesters wird es eine vierstündige einstündige Klausur geben. Für die es 4 ECTS gibt. Sie besteht aus einem kleinen Multiple Choice Teil (etwa 10 Minuten), etwa 5 Denkaufgaben und “Aufsätzchen”, wobei die stärkste Gewichtung auf dem Freitext liegt.