Monat: November 2013

  • A Line Describing a Cone

    A Line describing a cone

    Ein kleiner Raum. Etwa fünfundzwanzig Quadratmeter. Die Menschen sitzen auf quadratischen Kissen. In einer Ecke eine Leinwand und schräg gegenüber der Projektor. Sechzehn Millimeter. Er rattert und leuchtet. Dann kommt der Nebel. Zwei kräftige Schübe und alles wird weich.

    Minuten vergehen bis ein kleiner Punkt auf der Leinwand erscheint. Im Nebel zieht er eine gerade Schnur hinter sich her. Der Punkt bewegt, noch ist die Richtung nicht auszumachen. Erst als eine etwas schmaler Linie an der Stelle erscheint, wo er gestartet ist. Im Uhrzeigersinn. Von unten. Aus der Schnur wird eine Fläche. Je weiter der Punkt voranschreitet desto besser lässt sich die Wölbung der Fläche erkennen.

    A line describing a cone. Als das erste Viertel des Kreises sichtbar ist, beginnen die erste Menschen damit es zu begreifen. Noch sitzend strecken sie ihre Hände nach oben und fühlen das Licht. Licht, das wir ansonsten nur dort wahrnehmen, wo es aufschlägt. Der Nebel macht seinen Weg sichtbar.

    Die Zeit vergeht langsam. Fast qualvoll. Dann ist die Hälfte des Kegels im Raum. Es ist kein Symbol auf einer Leinwand. Kein Zeichen, das man übersetzen könnte. Menschen bücken sich, wenn sie sich durch den Raum bewegen. Sie legen ihren Kopf seitlich in den Kegel. Immer wieder gleiten die Hände am Licht entlang. Sie betrachten das Licht an ihren Fingern und die Schatten an der Leinwand.

    Als nur noch eine kleine Öffnung vorhanden ist, stecke ich meinen Kopf hinein. Die Menschen verschwinden, ihre Stimmen wirken gedämpft. Ein Raum im Raum. Zum Projektor zieht er sich in die Ewigkeit. Auf der anderen Seite begrenzt die Leinwand und ist zugleich nur ein Tor. Noch jemand begibt sich in den Kegel und das Außen fühlt sich nur noch weiter weg an.

    Auf dem Boden kniend sehe ich, wie der Kegel und der Kreis sich schließen. Das Licht schafft eine Grenze, die von allen akzeptiert wird. Am intensivsten ist die Wahrnehmung solange der Kegel noch offen ist. Solange es eine Verbindung gibt. Sobald der Kegel zu ist, verliert er vieles von seiner Spannung. Von außen ist es nur noch ein Dreieck. Von innen hell. Der Kegel als Grenze braucht eine Öffnung, um als Grenze wahrgenommen zu werden.

    Auf dem Heimweg baut jede Laterne ihre eigene Welt im Nebel.


    Ich habe den Film (eigentlich: die Installation; USA 1973, Regie: Anthony MaCall, 16mm) im Rahmen meines Medienwissenschaftenstudiums an der Uni Paderborn für das Seminar ‚Foucault und die Medien‘ bei Katrin M. Kämpf im Sputnik Paderborn geschaut. Zur Vorbereitung wurde der Text Die Heterotopien (Radiovorrrag: France Culture, 7. Dezember 1966. 1m Original zuersr als CD: INA, rnernoire vive – Michel Foucault, Utopies et heterotopies, Paris 2004.Ubersetzt von Michael Bischoff) von Foucault gelesen.

  • Anrechung von Publizistik- und Kommunikationswissenschaf in Medienwissenschaften

    Anrechung von Publizistik- und Kommunikationswissenschaf in Medienwissenschaften

    Heute hatte ich das abschließende Gespräch bezüglich der Anrechnung meines PuKW Studiums für das MeWi Studium. Bei ein paar Lehrveranstaltungen gab es noch Unklarheiten, was dort gemacht wurde, aber das konnte ich klären. Hilfreich war auch, dass man bei der Uni Wien alle Lehrveranstaltungen der letzten Jahre inklusive der Beschreibung online abrufen kann.

    Man hat sich Mühe gegeben, dass ich möglichst viel mitnehmen kann, auch wenn die ECTS Leistungspunkte nicht immer komplett übereinstimmen. Außerdem wurden für die Modulabschlüsse jeweils die besten Noten genommen (wenn die Lehrveranstaltung gepasst hat). Von den 161 Leistungspunkten wurden mir 74 angerechnet. Womit ich gut leben kann. Für den Bachelor Medienwissenschaften fehlen mir somit nur noch zwei qualifizierte Teilnahmen für das Aufbaumodul Medienanalyse, um alle kulturwissenschaftlichen Module abzuschließen. Hierfür mache ich in diesem Semester ein Seminar über Foucault und eines über Human Enhancement. Als Praktikum werde ich mir meinen Blogjob anrechnen lassen können. BWL mache ich auch schon, wenn auch mit wenig Begeisterung. Medienökonomie I belege ich aktuell, Medienökonomie II folgt nächstes Semester und schließt dieses Modul ebenfalls ab. Fehlen noch die Module ‘Einführung in die Informatik für Geisteswissenschafter’ und ‘Grundkonzepte des WWW’, sowie die drei Medienpraxismodule. Und natürlich die Bachelorarbeit. Macht zusammen 88 Leistungspunkte, wovon ich 22 dieses Semester mache. Weitere 16, die ich ebenfalls schon begonnen habe, werde ich mir für den Master anrechnen lassen können. 4 werden vermutlich verfallen, da es sich um die Einführungslehrveranstaltung zu Medienwissenschaften handelt, die ich aber weiter besuchen werde, um das Feld besser trennen zu können.

    Ich gebe mir 3 Semester. Allerdings mit dem Hintergedanken, dass ich den Abschluss nicht für einen Beruf brauche, sondern er für mich ist. Und vielleicht finde ich den Weg in Lehre zurück.

    Anrechnung Medienwissenschaften

  • Überlegungen zur Visualisierungen der Verbreitung von Hashtags

    Der neue Computer steht. Gebaut für Visualisierungsprojekte. Energie bleibt dafür neben Uni und Familie nur noch wenig. Gedanken dazu schwirren mir dennoch ständig durch den Kopf. Erstmal festhalten. Twitter finde ich so spannend, weil die Daten per default öffentlich sind. Inzwischen gibt es auch ein paar Metadaten, die mich aber vorerst nicht besonders interessieren.

    Immer wieder bin ich bei der Geburt oder dem Versuch viraler Hashtags dabei. Hashtags, wo es meist möglich ist einen eindeutigen Startpunkt zu finden. Oft sind Geburtshelfer_innen zu beobachten, die teilweise noch intensiver als die erste Person sich für dessen Erfolg einsetzen. Und irgendwann kommen andere dazu. Erst im nahen Netzwerk und später auch immer weiter weg bis sich der Hashtag verselbständig hat. Es gibt dieses Video von der Person, die ein Movement startet. Wurde über einen TED Talk populär, aber ich finde es gerade nicht nötig es rauszusuchen. Jedenfalls erinnert es mich daran. Und genau das würde ich gerne visualisieren.

    Das große Problem bei Twitter ist der Zugang. “Hast du nicht oben das Gegenteil geschrieben?”. Nein. Die Daten sind zwar öffentlich, aber der Zugang zu ihnen wird von Twitter stark reguliert. API Limits und eine Suche, die meist nur ein paar Tage zurückgeht. Die aktuell einzige Möglichkeit scheint mir die Tweets live aufzuzeichnen. Damit ist das nächste Problem die Auswahl. Es ist nicht sinnvoll möglich für jeden Hashtag ein Archiv zu starten. Daher werde ich dies wohl manuell machen. Ein bisschen geht die Suche schließlich.

    Wenn das Datenproblem irgendwie gelöst ist, kommen wir zur Visualisierung. Ich denke das muss immer mit einer Zeitkomponente passieren. Das kann schon ganz simpel mit Balkendiagrammen beginnen. Reihenfolge nach erster Beteiligung und Länge nach Anzahl der Tweets. Natürlich nur für den Beginn der Verbreitung sinnvoll. Dann gebe es die Möglichkeit Tweets zu verorten, wie es etwa Max Kossatz bei #unibrennt gemacht hat. Da es in diesem Fall aber keine Ereignisorte gibt, halte ich es für weniger spannend. Spannender stelle ich mir vor, wenn man nach einer gewissen Zeit den Netzwerkgraphen aller Teilnehmer nimmt, ihn nach einem Algorithmus, etwa Force Atlas 2, darstellt und die Twitterer dann aufleuchten lässt, wenn sie sich beteiligen. Zugleich könnte man zeigen wer welche Tweet jeweils lesen könnte. Auch Retweets könnte man da gut einbauen. Noch spannender wäre es, wenn man die kompletten Graphen der beteiligten Personen dafür nehmen würde. Da könnte es aber schnell unübersichtlich werden. Weiter könnte man dann auch inhaltliche Dinge machen. Etwa populäre Wörter oder bestimmte Muster. Am besten aus dem ganzen etwas interaktives bauen, aber Bewegtbild fände ich auch schon gut.

    Update:
    Bei #OccupyGezi wurden schöne Visualisierungen zur Verbreitung von Bildern gemacht: http://viralgezi.outliers.es/index.html
    Google Drive TAGS Archive habe ich einmal probiert, aber damals war es zu schnell übergelaufen.

  • Gaming in Asien – Vorlauf und Recherche

    Zotero Asia Games

    In meinem zweiten Seminar bei Jörg Müller-Lietzkow geht es um Medien in Asien. Hashtag auf Twitter #chinamedien. Wir erarbeiten in Kleingruppen unterschiedliche Themen und schreiben je Thema einen 20-30seitigen Aufsatz.

    Der Fokus liegt auf China, aber uns interessiert der gesamte asiatische Raum. Es gibt zwei Gruppen zu Fernsehen, eine zu Film, eine zu Comics und eine zu Games. In der letzten bin ich, wie der Titel schon andeutet.

    Aktuell befinden wir uns in einer Recherchephase, wobei einige Gruppen bereits konkrete Fragestellungen herausgearbeitet haben, mit denen sie sich beschäftigen werden und andere ihre noch verfeinern müssen, damit man zu Ergebnissen kommen kann.

    Ich nutze für das Seminar zum ersten Mal ernsthaft Zotero. Ein Firefoxplugin, welches die Literaturverwaltung stark vereinfacht. Da ich nicht nur alleine recherchiere, habe ich eine Gruppe dazu erstellt und unsere Literatur ist somit öffentlich einsehebar: Games in Asia. Neben den selbst recherchierten Papers haben wir einen Pack von JML bekommen. Neben neuen recherchieren bin ich dabei die schon gefundenen zu verschlagworten und auf Relevanz für uns zu überprüfen.

    Meine Gruppe hat sich dazu entschieden, sich auf China und Südkorea (ab jetzt nur noch Korea) zu konzentrieren. Wobei jeweils die Ballungsgebiete für uns interessant sind, da eine weitere Einschränkung Onlinegames sind. Hier gibt es auch viele Ähnlichkeiten, Zusammenhänge und spannende Unterschiede. Korea ist im Spielebereich sowohl national, als auch international äußerst erfolgreich. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Staat bereits 1995 den Bereich forcierte. Auch gibt es eine sehr hohe Breitbandanschlussdichte. Beim Spieleexport geht etwa 40% nach Japan und 20% nach China. Eine Besonderheit sind sogenannte PC Bangs, “Computercafés”, die sozialer Treffpunkt sind und wo man sich zum spielen trifft. Selbst wenn man zuhause einen guten Computer hat. Populär in Korea und Japan sind free-to-play Games, die sich meist über Mikrotransaktionen (in game purchases) finanzieren. In China könnte man annehmen, dass der Grund dafür die niedrige Kaufkraft ist, in Korea funktioniert diese Erklärung jedoch nicht. Dafür gibt es die PC Bangs, für die Free-To-Play Games möglicherweise praktischer und günstiger sind. In China gibt es zusätzlich eine hohe Rate an nicht autorisierten Spielekopien, womit für Entwickeler möglicherweise nur Mikrotransaktionen als Geschäftsmodell funktioniert. Aus ökonomischer Sicht wäre also eine Fragestellung rund um Free-To-Play spannend.

    Import/Export ist ein weiteres Thema. China orientiert sich dabei am koreanischen Vorbild. Es gibt auch die Besonderheit des Staates, der gerade bei Medien fast immer mitmischt. Eine Zeit lang waren Konsolen und Spiele(?) aus dem Ausland verboten. Man kauft von erfolgreichen Spielen die Lizenz das Spiel für den Markt anzupassen und vermarktet es anschließend als chinesisches Spiel. Die ursprünglichen Entwickler bekommen dafür einen Anteil des Gewinns. Koreanische Spielehersteller produzieren direkt eigene Versionen für den chinesischen Markt. Etwa mit chinesischer Musik und speziellen Cutscenes.

    Falls ihr wissenschaftliche Arbeiten rund um das Thema China/Korea und Spiele habt, gerne in die Kommentare oder per Mail lucahammer@gmail.com.

  • Mein neuer Job: Bloggen

    Luca beim Touchpoint Event
    Foto: Fabian Pimminger

    Vor etwa zwei Monaten hat Rolf eine Stellenausschreibung in die Facebook Gruppe österreichischer Blogger_innen gepostet. Technologieblog mit Fokus auf Studierende. 10-20 Stunden. Da ich gerade dabei war mein Studium in Paderborn fortzusetzen und mich aus meinem Startup zurückzog, schaute ich es mir an. Die Ausschreibung schien wie auf mich zugeschnitten. Passenderweise hatte ich in den Monaten zuvor bereits geplant einen Rechner mit Tripleboot zu basteln. #build2013. Rolf kannte ich seit meinem ersten Barcamp in Wien in 2007, welches er organisiert hatte. Also bewarb ich mich das erste Mal in meinem Leben für einen Job.

    Kurz darauf wurde ein Bewerbungsgespräch über Skype vereinbart, wir sprachen über das Projekt und unsere Erwartungen. Es gäbe noch zwei weitere Bewerber_innen, mit denen gesprochen wird. In der folgenden Woche bekam ich die Mail, dass man mit mir zusammenarbeiten möchte. Meine Freude war groß. Zuerst eine Probewoche (die auf meinen Wunsch verdoppelt wurde), wenn es für beide Seiten passt, Vereinbarung über eine Zusammenarbeit über ein halbes Jahr. Die Probezeit ist inzwischen vorbei und seit Anfang der Woche bin ich offiziell Teil des AmbassadorBase Teams.

    AmbassadorBase ist ein Technologieblog für Studierende von Microsoft. PR Menschen würden etwas von Contentmarketing schwurbeln. Für mich bedeutet es über Dinge zu schreiben, die mich interessieren, in meinem eigenem Stil, und dafür bezahlt werden. Das finde ich wunderbar.

    Mein erster Artikel, wie man sein Studium mit Excel organisieren kann, wurde bereits einmal durch die österreichsiche Universitätslandschaft getragen und von mehreren Unis gefeatured. So gab es auch schon Lesereinsendungen dazu. Zuletzt habe ich mich mit dem Unterschied von Hybrid Tablets und Convertible Ultrabooks beschäftigt. Weitere Beiträge findet man auf meiner Profilseite. Ambassador Base auf Facebook und Twitter.

    Schöner Nebeneffekt: Bezahltes Bloggen hat bei mir zu einem Motivationsschub beim unbezahlten Schreiben geführt. Plötzlich sprudeln die Ideen wieder und das schlechte Gewissen, das mich monatelang verfolgte ist verschwunden.