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Tagebuch: Paket aus Japan vom Zoll abholen

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Mein Laptop, ein Sony Vaio Fit Multi-Flip, hat einen Touchscreen, der auch mit einem Stift bedienbar ist. Da ich schon bisher gerne mit dem Finger Skizzen auf dem Bildschirm gezeichnet habe, wollte ich mir auch den Stift zulegen. Empfohlen wird der Sony VGP-STD2 Stylus. Den wollte ich mir einfach im Sony Online Store bestellen. Aber dort war er nicht lieferbar. Bei Amazon auch nicht. Und auch sonst habe ich keinen Onlineshop aus Europa gefunden, der den Stift verkauft. Also ebay. Ein Anbieter aus Japan bot den Stift mit etwa 50% Markup gegenüber der Preisempfehlung an. Zumindest portokostenfrei. Und weil der Stift sonst nirgends verfügbar war, bestellte ich ihn nach etwas grübeln.

Nach gut einem Monat war die angegebene Lieferzeit (2-4 Wochen) verstrichen und ich beschwerte mich. Innerhalb von Minuten bekam ich eine Antwort mit Entschuldigung, man würde das Paket mit Trackingnummer losschicken und kurz darauf bekam ich auch die Trackingnummer. Es dauerte 3 Tage bis das Paket von Japan nach Deutschland kam. Und sechs weitere Tage bis ich die Benachrichtigung im Briefkasten hatte, dass das Paket beim Zoll liegt, weil keine Rechnung außen angebracht war. Der Benachrichtigung lag ein Infoblatt bei, dass ich das Paket innerhalb von 14 Tagen abholen müsse und dafür die Rechnung mitbringen solle.

Heute habe ich endlich die Zeit gefunden zum Zoll in Paderborn zu fahren. Ich habe die Angebotsseite auf ebay sowie meine Zahlungsbestätigung auf Paypal ausgedruckt und mitgebracht, da ich keine klassische Rechnung hatte. Aus einer kurzen Recherche wusste ich, dass ich vermutlich eine Einfuhrumsatzsteuer zahlen müsste.

Der Zoll befindet sich im Gewerbegebiet und ist ein recht großes Gebäude. Für Postsendungen ist ein kleines Büro zuständig, wo vor mir nur eine weitere Person wartete. Als ich dran war übergab ich die Benachrichtigung sowie meine Ausdrucke, erzählte kurz worum es sich handelte und fügte ungefragt hinzu warum ich den Stift aus Japan zu einem höheren Preis gekauft habe. Ich erfuhr, dass ich nicht der erste sei, der in letzter Zeit einen Stylus bestellt habe, der beim Zoll einen Zwischenstopp machte. Dann wurde das Päckchen geholt und ich gebeten es zu öffnen, um sicherzugehen dass auch drinnen ist, was auf der Rechnung stand. Ich wurde gefragt, ob ich weiß, dass ich eine Gebühr zahlen müsse. Ich bejahte und wurde gebeten kurz draußen zu warten während die Unterlagen fertig gemacht wurden.

Nach etwa acht Minuten wurde ich gerufen, mir wurde der zu zahlende Betrag genannt und nach der Zahlung eine Bestätigung ausgestellt sowie das Päckchen ausgehändigt. Alles weniger spektakulär als ich es erwartet habe.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite freiberuflich als Social Media Analyst und veröffentliche jährlich einen Blogbeitrag. | | | Newsletter

3 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Wenig spektakulaer? Nehmen wir mal an, Sie sind in der Softwarebranche taetig. Dann haben Sie i.d.R. 50 euro Stundensatz aufwaerts (als Selbstaendiger). Und jede Menge Kosten. Jede Arbeitsstunde zaehlt. Wegen ein paar popliger Euro zum Zoll fahren und dafuer netto vermutlich zwei Stunden opfern, das sind fuer mich zusaetzlich zum Preis des Einfuhrartikels 100 Euro. Auf hunderttausende Besuche im Jahr hochgerechnet: volkswirtschaftlicher Selbstmord!

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    • Würde man sich an dieser Rechnung orientieren, dürfte man auch nicht mehr einkaufen gehen, sondern würde sich jegliches Essen liefern lassen. Und dreimal täglich kommt eine Reinigungskraft. Dafür muss man dann auch 18 Stunden pro Tag arbeiten. Lang lebe die Volkswirtschaft!

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