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Noch 30 Minuten

3 Kommentare

Ich wollte über Zeiteinteinteilung bei Familie, Studium und Arbeit schreiben. Aber ich schaffe es wieder einmal nicht mich zu konzentrieren. Wie so oft in letzter Zeit. Abends bin ich aggressiv und kann Kleinigkeiten nicht verkraften. Das Kind tatscht auf dem Bildschirm, eine doofe Mail, ein anstrengendes Kommentar, kein Wasser getrunken, mich vertippt. Ich verliere jegliches Vertrauen in mich selbst, würde mich am liebsten umbringen. Verschwinden. Einfach so. Natürlich sind das dumme Gedanken und noch weiß ich das auch. Aber es schwankt so stark, dass ich Angst habe, dass es einmal nicht mehr so ist. Alles wirkt so schwer, unschaffbar. Es regt mich so sehr auf. Und ich komme nicht weiter. Ich kann nichts lesen, nichts schreiben, nichts planen, nicht sprechen, nicht sein. Was mich dann noch mehr aufregt. Und wenn man mit der Faust gegen die Wand schlägt tut es weh. Ich weiß, dass es dämlich ist und dass ich es nicht schaffe es zu ändern regt mich noch mehr auf. Tränen in den Augen.

Noch 15 Minuten.

Irgendwann beruhige ich mich wieder. Dann gehen Berührungen wieder und helfen sogar. Bis es wieder schlimmer wird. Ich habe das Gefühl, mich von mir selbst zu entfernen. Ein bisschen wahnsinnig. Ich nutze den kurzen klaren Moment, um wieder um Hilfe zu Bitten. Nur ein winziger Schritt. Die Frage nach Empfehlung von jemanden, der mir weiterhelfen könnte. Das letzte Mal hat es nicht geklappt.

Sowas schreibt man nicht öffentlich. Dann bekommt man nie eine Arbeit. Für immer als etwas durchgeknallt abgestempelt. Dann lest bloß nicht meine alten Einträge. Ich war jung. Aber auch nicht so jung. So sehr habe ich mich nicht verändert. Viel Erfahrung gesammelt. Viele Menschen kennen gelernt. Viele Dinge gemacht. Und interessanterweise habe ich mich unter Kontrolle, wenn es wichtig ist. Aber das ist auch alles nicht so wichtig.

5 Minuten noch.

Es ist alles viel komplizierter/einfacher. Ich schaffe das/nicht. Weiter.

Der Morgen danach.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite freiberuflich als Social Media Analyst und veröffentliche jährlich einen Blogbeitrag. | | | Newsletter

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  1. Doch, du schaffst das. Das gehört dazu. Vor allem, wenn man weiß, was man in guten Momenten imstande ist zu leisten.

    Ich hab dazu nur einen Tipp: wirf mal alles hin zwischendurch. Für 30 oder mehr Minuten. Und wenn’s ganz übel wird, dann zwing dich zum Rumhängen mit dem Kind. Und denk erst dann wieder, wenn du gar nicht mehr anders kannst.

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  2. Aus der Ferne, weil ich nicht mehr Nähe schaffe (weil es mir so sehr anders und so sehr ähnlich geht): Bitte, bitte um Hilfe. Das klingt nicht so, als könnte oder müsste man das alleine schaffen können. Niemand muss alles alleine schaffen.
    Bitte pass auf Dich auf.

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  3. Hoert sich vielleicht komisch an, aber in solchen situationen, hilft mir, abschalten alles, ins bett gehen, schlafen,regenerieren, am naechsten tag, sieht das alles ganz anders aus, und man hat einen besseren ueberblick

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