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Blogger für Flüchtlinge

2 Kommentare

Ich bin in der privilegierten Position eine Meinung dazu zu haben, ob man Menschen helfen soll oder nicht. Darüber zu diskutieren, wie man Menschen am besten hilft. Ob bestimmte Arten von Hilfe schaden.

Menschen werden getötet. Menschen geben alles auf, um zu überleben. Menschen legen ihr Leben und das Leben ihrer Liebsten in die Hände von gefährlichen Menschen, weil sie keine andere Möglichkeit haben.

Ich sitze vor meinem Bildschirm und sehe zu. Ich sitze hier und lese hasserfüllte Botschaften. Sehe wie Menschen angegriffen werden. Menschen kommen in einem fremden Land an, dessen Sprache sie nicht sprechen, dessen Kultur sie nicht kennen. Sie haben vielleicht gehört, dass es hier sicher ist. Da sind Menschen die Unterkünfte niederbrennen. Hasserfüllte Menschen, die andere Menschen verbrennen würden. Verbrannt haben. Ermordet haben. Ich sitze vor meinem Bildschirm und lese, dass es schwierig ist. Man sei mit dem Unternehmen im Gespräch, das sich um die Menschen kümmert. Das Unternehmen. Die Menschen. Ich stelle mir vor, wie die Menschen in den Verträgen untergebracht wurden. Zahlen, die erfüllt werden müssen. Ist das ausreichend oder können wir noch etwas einsparen? Dafür sind wir jetzt aber nicht zuständig. Ich stehe auf und gehe Mittagessen. Mein Kind legt seinen Kopf in den Teller und schlürft die Suppe. Wir lachen. Unser Leben ist einfach.

Es ist in Ordnung nicht Tag und Nacht zu verzweifeln. Alle könnten mehr helfen. Alle könnten diese Welt besser machen. Mir ist wichtig, dass ich mich nicht komplett abwende. Ich kann die Konflikte nicht lösen, ich möchte niemanden in unserer Wohnung aufnehmen. Aber ich kann und muss dazu stehen, dass es mir nicht egal ist. Ich möchte in einer Welt leben in der niemand Angst haben muss. Ich erwarte, dass der Staat sich um das Wohlergehen aller kümmert. Unabhängig davon wer sie sind. Das ist nicht einfach und auch ein Staat kann sich nicht um die gesamte Welt kümmern. Komplexe Probleme erfordern oft komplexe Lösungen. Den Menschen, die zu uns gekommen sind, mit allem, was sie benötigen versorgen. Die Konflikte nicht sich selbst überlassen und anerkennen, dass wir uns in einer globalisierten Gesellschaft befinden und entsprechend handeln müssen.

Ich stehe für Menschlichkeit und möchte durch meine Teilnahme an der Aktion Blogger für Flüchtlinge andere ermutigen es auch zu tun. Zeigen, dass in unserer Gesellschaft kein Platz für Hass ist. Politiker_innen auffordern sich für alle Menschen einzusetzen. Im direkten Umfeld Menschen in Notsituationen unterstützten. Mit Sach-, Zeit-, und Geldspenden kurzfristig helfen.

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Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite freiberuflich als Social Media Analyst und veröffentliche jährlich einen Blogbeitrag. | | | Newsletter

2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Schön, Luca! Es ist schon so, dass wir mehr tun könnten. Das bewegt auch viele. Und einige davon werden aktiv in die Hilfe einsteigen. Vielleicht auch ein bisschen deshalb, weil sie einen tollen Text wie deinen gelesen haben. VG Horst

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  2. Es kann gar nicht genug Menschen geben, die für Menschlichkeit und Nächstenliebe stehen. Und, dass es Blogger gibt, die da offen „Farbe bekennen“ ist gut. Vielleicht erreichen wir noch ganz viele Menschen im Netz. Dein Beitrag gefiel mir sehr. HG Hans

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