Schlagwort: barcamp

  • Mehr-Länder-Barcamp

    Seit 2008 mache ich alle zwei Jahre eine einfache grafische Auswertung meines Netzwerkes auf Facebook.

    Und was fällt uns auf? Seit vier Jahren kann man österreichische und deutsche Kontakte daran unterscheiden, dass sie vor allem untereinander vernetzt sind. Das ist kein grundsätzlicher Vorwurf, ich bin momentan sowieso auf einem Reduktions- bzw. Einigelungstrip. Interessant finde ich, dass man 2012 in der österreichischen Webszene eine Aufteilung nach Themen feststellen kann. Politik (hellblau) und Startups (orange). Diese sind jedoch umso weiter (sprich weniger Kontakte) von der deutschen Webszene entfernt. Warum eigentlich? Meine These, der ich früher noch widersprochen habe, ist die Rolle von offline Kontakt. Vor allem Veranstaltungen. Meist Barcamps.

    Zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland gäbe es nicht einmal größere Sprachunterschiede.

    Ich fände es schade, wenn das Gemeinschaftsgefühl, das es teilweise zwischen Menschen, die das Internet für real halten, gab, weil wir nicht so viele waren, ganz verloren geht, anstatt sich in Themencluster umzuwandeln. Ich möchte nicht, dass sich jeder mit jedem versteht, aber dass man die Grenzen, die man angeblich nicht mehr sieht, auch im Unbewusstsein ausschaltet, indem man sie sich bewusst macht. Muss ich selber machen. Es ist das Internet. So wichtig die Nähe für bestimmte Dinge ist (schließlich bin ich letzten Sommer zu meiner Freundin gezogen), so unwichtig ist er für andere. Etwa den Austausch über Themen.

    Oliver organisiert schon seit mehreren Jahren das Barcamp Bodensee, wo genau dieser Austausch über nationale Grenzen hinweg fokussiert wird. Habe es bisher nur einmal hingeschafft, aber das war großartig. Kann man auch in meinem Bericht nachlesen. Der Abschluss, wo wir das Papernet erfanden (liegt noch irgendwo in Tirol herum), war besonders großartig. Aber auch die ungezwungene Atmosphäre von Barcamps, die nicht in einer großen Stadt stattfinden. Beim Barcamp Bodensee sind zwar wie bei den großen Städtebarcamps viele Leute, aber die meisten davon kommen nicht aus der Stadt, sondern sind selbst weiter oder weniger weit angereist. Dadurch entsteht ein anderes miteinander, weil man am Abend gemeinsam Dinge unternimmt, in der gleichen Unterkunft ist und ähnliches. Der internationale Touch hat auch etwas. Friedrichshafen ist für mehrere Länder besser erreichbar als viele Barcamps im eigenem Land.

    Dieses Jahr bin ich wieder dabei und freue mich darauf. Besonders empfehle ich den Kontakten und Lesern aus Österreich. Um mit Leuten in Kontakt zu kommen, mit denen man nicht die Herkunft teilt, sondern die Interessen.

    Anmeldung über mixxt. Wie es sich bei Barcamps gehört ist die Teilnahme kostenlos.
    Um das zu ermöglichen, werden auch weitere Sponsoren gesucht. Empfehlenswert wenn man etwa Mitarbeiter sucht, den Barcampteilnehmern tolles Zeug anzubieten hat oder einfach mit ihnen in Kontakt kommen möchte. Infos bei Oliver Gassner (og ät carpe.com)

  • Random Apps and Services (Linkliste)

    Linkliste von der Random Links Session beim Almcamp 2010. Gemeinsam mit Heinz.

    Lanyrd
    Social Conference Dingens

    Think Up
    Eigene Social Web Aktivitäten analysieren. Muss am Server installiert werden.

    Defensio
    Facebook Anti Spam App Zeug. Funktioniert angeblich nicht richtig.

    Nutshell Mail
    Reports über Twitter und Facebook Aktivitäten via Mail.

    Google URL Shortener
    Wie bit.ly. Zusätzlich QR Codes.

    Facebook Notifications
    Growl Notifications von Facebook, um sofort alles mitzubekommen.

    Twitterjunkie
    Growl Notifications sofort von Twitter (Reply, Message, Search) erhalten.

    Skitch
    Screenshot Tool für Mac. Einfach, schnell, hübsch.

    Jing
    Screenshot und Screencast Tool für Mac und Windows.

    Little Snitch
    Internet Traffic am Mac überwachen. Welches Programm kommuniziert mit welchen Server.

    Just Notes
    Simples Notizenprogramm für Mac.

    Dropbox
    Bestes Tool, um Ordner mit anderen zu teilen und Dateien zu sharen.

    Evernote
    Digitales Gedächtnis. Einfach abspeichern allermöglicher Schnipsel. Auch von Bilder, Text wird automatisch erkannt und durchsuchbar.

    Cloud App
    Schnellstes sharen einzelner Dateien. Mac. Auf das Logo ziehen und schon hat man den Link dazu in der Zwischenablage.

    f.lux
    Programm, das die Farbtemperatur des Bildschirms an die Tageszeit anpasst. Schont die Augen und den Kopf. Zumindest subjektiv.

    Alternative To
    Alternativen für Tools und Webservices finden.

    Wakoopa
    Tracken welche Programme man wie lange verwendet. Zusätzlich Empfehlungen zu Programme von Usern mit ähnlichen Pattern.

    Boxee
    Social Multimediacenter. Erkennt automatisch Filme und Serien und stellt sie hübsch dar. Bookmarklet „watch later“.

    Graph your inbox
    Chrome Extension, um Gmail visuell darzustellen. Man gibt Begriffe ein und bekommt eine Statistik.

    Gist
    Personal Social Relationship Management Tool. Holt sich von überallher Daten und versucht sie zusammenzufügen.

    dlvr.it
    Twitter und Facebook via Feed befüllen. Toll mit Yahoo Pipes.

    Mindmeister
    Mindmaps online erstellen und teilen.

    Social Safe
    Facebook sichern und Unterschiede sichtbar machen. „Wer hat mir die Freundschaft gekündigt?“

    Gipfelmoshen

    ???
    Cloudflare
    Seevolution
    OneTrueFan

  • #bcvie versus #meshed2

    Kann das Barcamp Vienna als Community Veranstaltung mit der professionell organisierten Konferenz Meshed mithalten? Wo trifft man die spannenderen Leute? Macht es überhaupt Sinn zu solchen Veranstaltungen zu gehen oder kann man in Zukunft gleich zuhause bleiben, weil man alle Informationen im Internet viel umfangreicher und schneller erhält? Ich habe an beiden Veranstaltungen teilgenommen und beschäftige mich in diesen Beitrag mit den Vor- und Nachteilen der beiden Formate. ((Sorry für die Einleitung.))


    Bild: dchris

    Die Kontrahenten

    Das erste Barcamp in Österreich fand 2006 statt. Seitdem fanden fast 50 dieser Nicht-Konferenzen statt. Die Organisation kann jeder übernehmen, als Tool steht das Wiki unter Barcamp.atzur Verfügung, wo man sich auch informieren kann, wann das nächste Barcamp stattfindet. Das Barcamp, welches mir als Beispiel dient hat am 29. Mai 2010 in Wien stattgefunden. Der Eintritt war frei wie in Freibier.

    Die erste Meshed fand 2009 in Linz statt. Sie wird von der Agentur Netural organisiert und Meshed-Converence.com angekündigt. Ich wurde zur meshed#2 am 2. Juni 2010 eingeladen, das Ticket kostet normalerweise EUR 275,- exkl. MWSt.

    Doch genug der trockenen Fakten. Wir wollen Blut sehen!

    Kann man zwei so unterschiedliche Veranstaltungen überhaupt miteinander vergleichen, fragt ihr euch? Ich sage ja. Beides sind Veranstaltungen, bei beiden geht es um Internet und Social Media Gedöns und unsere Zeit ist beschränkt. Somit muss man sich manchmal entscheiden wofür man sie einsetzt. Das kann auch bedeuten, dass man zu keiner der beiden Events geht.

    Sessiontafel #bcvie
    Sessions beim , Foto: Martin

    Die Struktur

    Das wurde von Max und Rolf organisiert. Sie haben damit keinen Gewinn gemacht und hoffentlich auch nicht draufgezahlt. Hätten sie es nicht gemacht, hätte es wer anderer getan. Oder auch nicht. Die Grundaussage eines Barcamps ist, wenn dir etwas nicht passt, mach es besser. Damit entzieht man sich einerseits schnell der Verantwortung, aber andererseits regt man die Menschen stärker an mitzuhelfen und sich einzubringen. Und dass Max und Rolf sowie alle anderen beteiligten sich redlich darum bemüht haben, dass alles passt, konnte man spüren. Speaker gibt es bei einem Barcamp nicht. Auch keine Besucher. Alle sind Teilnehmer und das bedeutet, dass jeder aufgerufen ist eine Session zu halten, das kann ein Vortrag, eine Diskussionsrunde oder irgendwas anderes sein. Qualitätskontrolle gibt es nur durch die anderen Teilnehmer indem sie bei einer Session nicht hingehen oder einfach rausgehen. Da ist normalerweise auch niemand beleidigt. Somit konnte ich am zweiten Tag auch eine „Autogrammstunde“ machen, bei der ich über mich selbst gesprochen habe. Das wäre bei der undenkbar gewesen.

    Die hingegen wurde von oben organisiert. Wie eine klassische Konferenz. In diesem Fall Netural. Ihhh, Kommerz. Natürlich war die damit auch eine Marketingveranstaltung von Netural, die sich dafür auch noch bezahlen haben lassen. Nicht doof. Wie viel tatsächlich Gewinn gemacht wurde oder nicht kann ich nicht sagen, einige Tickets wurden auch an Kunden(?), Presse(?) und Blogger(!) vergeben. Jedenfalls weiß man nicht genau, wer für die Organisation bei Netural zuständig war, aber man kann dennoch wunderbar auf ihnen herumhacken, wenn irgendwas nicht passt. Etwa, wenn es keine Germknödel gibt. Oder keine Twitterwall. Auch sind die Teilnehmer klar unterteilt in Vortragende und Zuschauer. Oder nennt man das Zuhörer? Auf jedenfall wären die Gäste bei der , wären sie auf einem Barcamp als Touristen beschumpfen worden, weil sie sich passiv die Vorträge besucht hätten ohne selbst etwas zu machen. Dafür haben sie aber auch bezahlt. Und die Vortragenden haben Geld bekommen. Jedenfalls gehe ich davon aus. Da stellt sich dann auch die Frage, wie sich denn so ein Barcamp finanzieren kann, schließlich braucht man einen Raum und Essen hat es auch gegeben. Dafür gibt es Sponsoren. Ihhh, Kommerz. Im Fall vom Microsoft, Digital Affairs, netidee und Modul University. Vielen Dank an dieser Stelle. Natürlich auch Danke an Netural, dass sie mich zur eingeladen haben.

    Wir haben also auf der einen Seite ein für alle offenes Barcamp, wo es um den Wissenstransfer zwischen den Teilnehmern geht und auf der anderen Seite eine mehr oder weniger exklusive Konferenz, bei der es um den Geldtransfer von den Gästen zu den Vortragenden und einen Wissenstransfer in die andere Richtung geht.

    Die Menschen

    Barcamp Panorama
    Panorama vom : vollwertmedia

    Jeder kann zum Barcamp gehen. In der Theorie. In der Praxis gibt es eine Kerngruppe, die ich jetzt lapidar als Österreichische Webszene bezeichne. Die Leute kennen sich und beschäftigen sich vor allem mit sich selbst und dem Internet. Ein paar Teilnehmer sind jedes Mal neu dabei, die aber nicht wiederkommen, wenn sie sich nicht schnell genug an die Kultur anpassen. Dann ist es nicht nämlich nicht sonderlich angenehm bei dem Barcamp. Man sollte offen sein. Und nicht für Netzsperren oder ähnliches. Das ist natürlich überspitzt und auch solche Themen werden behandelt und diskutiert. Geld spielt meist eine Rolle, aber im Vordergrund stehen andere Dinge. Die Menschen begeistern sich für das was möglich ist, machen sehr viele Sachen selbst und sind meist selbständig unterwegs. Twitter und Blog gehören zum Standardrepertoire. Die meisten Leute kennen sich.

    Nicht so bei der meshed. Dort ist man wahrscheinlich angestellt und in einer Agentur. Oder Kunde einer Agentur. Das Social Web interessiert einem vor allem aus kommerziellen Gründen. Wie kann man es als Marketingtool einsetzen, wie verkauft man darüber, wie macht man PR und Zeug. Würde man den Standardmeshedbesucher in eine Session beim Barcamp setzen würde er vermutlich nur einen Bruchteil verstehen. Die Menschen sind nicht dumm. Nicht alle. Aber vielen fehlt die Erfahrung im Social Web. Vor allem, weil man es meist nur beruflich einsetzt, während Barcamper es auch privat nutzen. Es kann leicht passieren, dass bei der meshed jemand versucht sein Produkt oder seine Firma im Pausengespräch zu verkaufen. Allerdings kommt es auch nur selten vor, dass man einen Vortrag auslässt. Schließlich hat man dafür bezahlt. Und so. Twitter und Blogs kennt man. Eingesetzt wird es nur in seltenen Fällen. Die meisten verstehen den Nutzen von Twitter nicht. Es gibt viele die sich untereinander kennen und deshalb in Trauben zusammenstehen, aber im Gegensatz zum Barcamp gibt es nicht das jeder kennt jeden Phänomen.

    Die Inhalte

    Beim Barcamp gibt es drei und mehr Sessions parallel. Somit verteilen sich die etwa 200 Personen recht gut. Die einzelnen Sessions sind so unterschiedlich, wie die Teilnehmer. Da gibt es welche zu wissenschaftlichen Studien über 4chan (wetten bei meshed kennt das niemand), zu Web Dev Frameworks, Kachingle oder Social Media bei Microsoft. Alles nachzulesen im Barcamp-Wiki. Die einzelnen Sessions gehen meist sehr tief, die Teilnehmer bringen ein hohes Vorwissen mit und die Sessions sind sehr interaktiv. Oft gibt es Insights zu Projekten und Wissen, das man sonst nirgends bekommt. Die Vorträge sind teilweise speziell für das Barcamp erstellt worden und sind tagesaktuell. Einige werden auch während dem Barcamp erstellt. Es finden sich spontan Leute, die gemeinsam etwas machen und der Sessionplan wird erst am Tag des Barcamps selbst von den Teilnehmern erstellt. Die Qualität der Sessions variiert stark.

    Bei der gibt es nur einen Track. Man weiß schon im Vorfeld, wann welcher Vortragende worüber sprechen wird. Thematisch geht es um Marketing im Social Web. Nach einer Begrüßung durch Netural startet man mit dem wichtigsten Speaker, Erik Qualman. Er zeigt seine eigenen Videos und erzählt, was man in seinem Buch Socialnomics ((Affiliate Link)) lesen kann. Vermutlich hat er den Vortrag schon fünfzig Mal gehalten. Nachdem er fertig ist, muss er auch gleich wieder weiter. Es ist eine allgemeine Einleitung, wie wichtig doch das Social Web ist und dass man es nicht nicht machen kann, sondern man es nur gut oder schlecht machen kann. Sowas in die Richtung. So ähnlich geht es weiter. Allerdings später nicht mehr optimistisch amerikanisch, sondern problemorientiert deutsch. Am Ende gibt es eine Podiumsdiskussion mit Twitterwall, die natürlich sofort von den anwesenden der österreichischen Webszene übernommen wird. Allerdings recht gepflegt und ohne bösen Kommentaren, wie man es von anderen Veranstaltungen gewöhnt ist. Die Vorträge haben alle eine gute Qualität, es wird selten Unsinn geredet, aber auch nicht immer alle Seiten aufgezeigt. Würde auch zu lange dauern. Insgesamt ein guter Einstieg in dieses Social Webs. Und wer mehr wissen will, kann im Anschluss von Netural oder einem der Vortragenden das Komplett-Sorglos-Paket kaufen.

    Ich bin hier eindeutig auf der Barcamp-Seite. Es ist interessant auf welcher Stufe die anderen stehen, aber neues erfahren konnte ich bei der nicht. Anders beim Barcamp. Auch dort ist es nicht mehr, wie vor zwei Jahren, als ich in jeder Session mit glänzenden Augen saß, aber es sind immer wieder Dinge, die ich mitnehmen kann. Auch aus den Gesprächen zwischen und statt den Sessions.

    vor Beginn, Foto: Oberndorfer

    Atmosphäre und Verpflegung

    Das hat im Firmengebäude von Microsoft stattgefunden. Das bedeutet viele gut ausgestattete Konferenzräume in unterschiedlichen Größen, eine gemütlich eingerichtete Lounge mit Sesseln und ein Innenhof mit Teich und viel Grünzeug.

    Die fand in der Aula der Wissenschaft statt. Eine Event Location mit großen Konferenzraum im zweiten Stock. Im Erdgeschoß ein Raum mit Gewölbe, wo die „Party“ am Abend stattgefunden hat. Alles sehr modern und hübsch. Statt gemütlicher Lounge aber Stehtische hinter der Bühne.

    Menschen beim , Foto: dchris

    Die hatte Gebäck zum Frühstück, während es beim am ersten Tag nur pikante Snack gab. Das Barcamp hatte dafür leckeres Mittag- und Abendessen. Die meshed wiederum einen großartigen Schokokuchen am Nachmittag. Beim Barcamp gab es am Abend Bier und Wein, bei der meshed Cocktails, allerdings musste man dort für alle Getränke bei der Party zahlen. Die meshed versuchte mit einem nach eigener Aussage Top-DJ auftrumpfen, ebim Barcamp konnte jeder auflegen. Parallel dazu gab es gemeinsames Songcontestschauen via Beamer. Das hat wesentlich mehr Spaß gemacht als der leider nicht überzeugende DJ bei der meshed. Beim Barcamp gibt es mehr rundherum, während die meshed sehr auf die Inhalte konzentriert ist. Etwa hat dchris Fotos von den Teilnehmern gemacht. Im Gegenzug gibt es einen Link für seinen neuen Fotoblog. Oder der Barchair von mabacher. Oder das Panorama mit den Teilnehmern von vollwertmedia.

    Insgesamt war das Barcamp persönlicher, ein bisschen Klassentreffen, während die meshed etwas steifer und mit ein paar Businesskaspern durchsetzt war.

    Fazit

    Sieht man sich nur die Inhalte an, hat weder noch eine Daseinsberechtigung, weil man sich die Inhalte auch über andere Wege aneignen kann. Meist sogar effizienter.

    Die ist ein guter Einstieg, wenn man sich noch nicht wirklich auskennt, man bekommt etwas Orientierung und kann sich mit Menschen auf einem ähnlichen Niveau austauschen.

    Für mich ist das Barcamp interessanter, weil ich dort selbst aktiv sein kann ohne dass mich Netural als Speaker einlädt. Ich kann dort die Menschen treffen, die ich übers Web kenne und mich mit ihnen über sehr spezielle Dinge austauschen. Es macht einfach Spaß.

    Veranstaltungshinweise

    26./27.06. Sustainovation, Open Space IdeenKonferenz „Nachhaltigkeit als Motor für Innovation“
    18.09. Mediencamp
    2./3.10. Barcamp Vienna
    6./10.10. AlmCamp

    Weitere Termine auf Barcamp.at und Webtermine.at

  • Barcamp Vienna Oktober 08

    Ein BarCamp ist eine Ad-Hoc-Zusammenkunft entstanden aus dem Wunsch, in einer offenen Umgebung zu lernen und Wissen zu teilen. Es ist ein intensiver Event mit Diskussionen, Software-Demos und Vorträgen. Es gibt keine Zuhörer, nur Teilnehmer.

    Ich kann mich noch gut an mein erstes Barcamp, vor ziemlich genau einem Jahr, erinnern. Damals bin ich gerade nach Wien gekommen, habe noch fast niemanden gekannt. Wohnte noch bei einer Arbeitskollegin meines Vaters und suchte nach einer Wohngemeinschaft. Die ersten Vorlesungen meines Wirtschaftsstudium waren gerade vorüber und ich begann mich langsam umzuschauen, was denn sonst noch los ist in dieser großen Stadt.

    Damals war mir das zu kurzfristig (Offtopic: Interessante Entwicklung des Schreibstils). Doch ein gewisser Hannes Offenbacher meinte in den Kommentaren, dass so ein Barcamp ganz harmlos sei. Somit habe ich mich doch noch überreden lassen und bin einfach hingegangen. Zu diesem Barcamp. Weil ich nicht wusste, was ich präsentieren sollte, habe ich live gebloggt. War auch interessant. Am zweiten Tag, dem Sonntag, hat mir Hannes in einem längerem Gespräch auch noch empfohlen, dass ich mir einmal das Kommunikationswissenschaften Studium anschauen sollte, wofür ich mich noch am gleichen Tag angemeldet habe. Weiters habe ich bei diesem Barcamp viele neue Leute kennen gelernt und somit wurde mir ein Blitzstart in der neuen Stadt ermöglicht. Wenige Wochen später, kam auch schon der Anruf von Hannes, dass wir uns einmal treffen sollten. Dann habe ich beim Wiener Institut für Vernetzung angefangen und schließlich in diesem Jahr das Projekt Blögger übernommen.

    Das Barcamp hat einiges in meinem Leben verändert und darüber bin ich sehr froh.

    Nach einem weiteren Barcamp in Wien, einem weiteren am Bodensee und unzähligen via Livestream wird dieses mein viertes Barcamp sein, worauf ich mich schon sehr freue.

    Ich kann nur jedem, der sich für Internet und so interessiert, empfehlen zu kommen. Weitere Infos gibt es hier und die Anmeldung findet ihr hier. Das Barcamp ist für die Teilnehmer, dank den Sponsoren, vollkommen kostenlos.

    Und wer es nicht nach Wien schafft, kann das Barcamp online verfolgen. Ich werde beide Räume live streamen und zusätzlich qiken (livestream übers Handy). Wo die Streams und weitere aktuelle Dinge vom Barcamp sind, werde ich zu gegebenem Zeitpunkt twittern sowie werden auch alle Links auf die Barcamp-Seite kommen.

    Wenn alles klappt, wie geplant, werde ich eine Session zu Livestreaming und eine zum iPhone machen. User, nicht Entwickler-Seite. Sollte sich da jemand finden, würde ich mich auf eine Doppelsession freuen.

    Notiz: Es wird gemunkelt, dass einige Barcamper die Internet Summit Austria 2008 als Warming Up verwenden. Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung.

  • Barcamp Bodensee 2008 Rückblick

    Barcamp Bodensee 2008Im Zug nach Hause.

    Das Barcamp Bodensee war super. Tolle Leute, interessante Sessions und fantastische Gespräche. Informationen oder Wissen habe ich nur zu einem geringen Teil mitnehmen können.

    Stattdessen etwas viel wichtigeres. Ideen und Gedanken.

    Für die nächsten Wochen und Monate habe ich sehr viel, was ich lesen will. Entstanden aus der Session „Books for Freaks (like me)“ von Jan. Bücher von Vor- und Nachdenkern. Menschen wie uns. Für viele mag das nun überheblich klingen. Das stimmt auch. Ich fühle mich in einigen Bereichen überlegen, aber zugleich weiß ich, dass mir Menschen in vielen anderen Gebieten überlegen sind. Zurück zu den Büchern. Es gibt natürlich eine Liste davon.

    Ich habe auch festgestellt, dass ich manchmal einfach mehr sprechen sollte. Oft fallen mir Dinge ein, ich habe eine Idee dazu, aber wenn ich nicht aggressiv damit reingehe und den anderen ins Wort falle, wird sich das Gespräch weiterentwickeln und später will ich nichts mehr dazu sagen, weil ich es nicht mehr passend finde.

    Die Sessions waren alle gut bis sehr gut. Von den Sessions, die ich besucht habe, gibt es auch eine Videoaufzeichnung. Ich finde es schade, wenn es bei Barcamps keine Aufzeichnungen gibt. Es kommen so viele spannende Dinge auf, die zwar von den teilnehmenden Leuten weitergetragen werden, aber eigentlich könnte man noch mehr erreichen. Daher habe ich den Livestream auch abgespeichert. Derzeit sind sie noch unter mogulus.com/htwo zu finden (unten auf Video on Demand klicken). Ob ich sie bearbeite und noch wo anders hochlade, weiß ich noch nicht.

    Als grandiosen Abschluss haben wir am letzten Abend noch das Papernet erfunden, zu welchem ich noch einen eigenen Artikel schreiben werde.

    Die Anzahl der Leute hat nichts mit der Qualität des Barcamps zu tun. Es müssen nur die richtigen sein.

    Kurz habe ich überlegt eine lineare Aufzählung der Ereignisse abzutippen, von der überteuerten Zugfahrt, den 1-Stunden-Hinweg, die Party, die Sessions, die Party, die Nacht, das Frühstück, das zweite Frühstück, die Sessions und den Abschied sowie die Heimreise, doch die wäre weder komplett, noch besonders spannend. Viel schreiben, wenig sagen. Stattdessen kommt es mir passender vor, die Gedanken, wie sie mir in den Kopf kommen, niederzuschreiben.

    Just do it. Ein werbeverseuchter Spruch, der mir dennoch gut gefällt. Ein paar Gedanken muss man sich immer machen, aber dennoch sollte man viel Dinge einfach machen. Für mich ist das gerade in Bloghinsicht wichtig. Wenn ich einen Gedanken habe, sollte ich ihn gleich schreiben. Es gibt Geschichten und Überlegungen, die sich erst langsam im Kopf entwickeln. Die anderen werden aber wieder verschwinden, wenn man sie nicht festhält.

    Ich brauche auch kein konkretes Thema für den Blog. Ich bin Deutschland. Äh. Ich bin der Blog. Ich will Qualität bieten, ich will stolz auf meinen Blog sein. Das kann ich nicht, wenn ich nicht schreibe, weil ich mir zu viele Gedanken darüber mache, ob ich es schreiben kann. Ich werde deshalb auch nicht Unsinn bloggen. Qualität ohne bereuen.

    Möglicherweise werde ich mir einmal pro Woche ein Thema aus den Medien oder sonstwo hernehem und darüber schreiben. Es geht nicht darum, dass es mich interessiert, sondern dass ich schreibe. Eine kleine Übung. Ein Thema, ein Zeitrahmen und los gehts.

    Wie ich schreibe ist wichtig. Was ich schreibe auch. Und wie ich es präsentiere. Die Welt ist komplex, ein Blog auch, aber deshalb muss man es sich nicht kompliziert machen.

    Manchmal oder auch immer und nie kommen Sätze, die sich schreiben, weil man nicht denkt, sondern tippt.

    Ich muss die Ideen, die entstanden sind, erst ordnen und sie dann in meinem Leben unterbringen. Dann gibt es auch wieder struktuiertere Posts.

    Bild: Thurgau