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1000€

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Heute schreib ich mal über die Kosten meines Führerscheins und erzähle ein bisschen von meiner theoretischen und praktischen Prüfung.

Die Fahrschule verlangte bei mir 690€
hinzu kommen:
Erste Hilfe Kurs: 30€
Wiederholungsgebühr theoretische Prüfung: 120€
amtsärtzrliches Gutachten: 29€ x2 (ja, sowas läuft nach einem Jahr ab)
102€ für die Behörde
macht insgesamt exakt 1000€

Natürlich kann es sein, dass ich noch etwas vergessen habe, aber mich hat der Führerschein insgesamt etwa 1000€ gekostet.

Natürlich wäre er billiger gewesen, wenn ich die theoretische Prüfung beim ersten Mal geschafft hätte und der amtsärztliche Nachweis nicht abgelaufen wäre.
Vergleicht man dies mit einer Beispielrechnung für den Führerschein in Deutschland, welche auf über 1700€ kommt, bin ich noch direkt billig weggekommen.

Dieser amtsärztlicher Nachweis ist einer der größten Witz, die es beim Führerscheinmachen gibt. Beim ersten mal haben sie nicht einmal meinen Blutdruck gemessen. Man geht dahin, die Größe wird geschätzt, das Gewicht gibt man selbst so ungefähr an, beim ersten Mal wurde der Blutdruck auch geschätzt (verdammt, dafür geh ich doch nicht zum Arzt), dann gibt man ein paar Sachen an, wie etwa ob man eine Sucht hat (wollte schon Spielsucht und/oder Internetsucht angeben, war mir aber doch zu umständlich) oder regelmässig Medikamente nimmt. Erst dann kommt man zum Amtsarzt, der einen nochmal nach Medikament usw. frägt, bevor man mit beiden(!) Augen mal eben die unterste Zeile auf der Sehtesttafel lesen muss, das macht man schief von der Seite im Stuhl sitzend. Nach etwa zwei Minuten ist man fertig und kann mit seinem amtsärtztlichem Nachweis wieder gehen. Dieser Witz kostet 29€ und läuft nach einem Jahr ab. Wenn man den Führerschein jedoch vor Ablauf macht braucht man das nie(!) wieder machen, es sei denn man bekommt eine Brille o.ä..

Zur theoretischen Prüfung:

„Kommen sie doch bitte um etwa acht, viertel nach acht.“ Hätte ich mich nicht vorgedrängt wäre ich auch um neun Uhr noch nicht drangekommen. Ich hab dann eine Diskette mit meinem Namen bekommen, welche in einen PC kam und auf der dann meine Antworten gespeichert wurden. Dies nervt dadurch, dass man nach jeder Frage etwa eine Sekunde oder etwas mehr warten muss, während der PC mit lautem Rattern die Diskette beschriebt.

Ich habe bei beiden Prüfungen drei Fragen falsch beantwortet, das Problem bei der ersten war jedoch, dass zwei davon Fünf-Punkte-Fragen mit je zwei Zusatfragen waren wodurch ich im B-Spezifischen Teil nur noch 46% oder so hatte. Bei einer Frage hätte man drei Antworten ankreuzen müssen, ich hab nur zwei angekreuzt. Bei der anderen wären es zwei gewesen und ich hab drei angekreuzt.
Alles nicht so schlimm, wenn die Wiederantrittsgebühr so hoch (120€) wäre.

Zur praktischen Prüfung:

„Ruf uns bitte um halb neun an.“
„Ruf uns bitte um halb elf noch einmal an.“

„Komm um ca. dreiviertel zwölf vorbei.“

Um zwölf hatte ich dann das Vergnügen.

Ich und ein weiterer Prüfling wurden vom Fahrlehrer zum Übungplatz gefahren, wo zuerst ich und dann die Andere den Parcours gefahren sind. Der Fahrlehre, der Prüfer und der andere Kandidat stehen am Parcoursanfang und quatschen. Während die Andere fuhr hab ich auch ein bisschen mit dem Prüfer gesprochen, er arbeitet nebem dem prüfen noch normal und wir sind die vorletzten an diesem Tag, er sei schon müde und müsse danach wieder arbeiten. Die Andere (ich nenn sie jetzt einfach immer Andere, weil mir nichts besseres einfällt) fuhr derweil eine Stange um, was normalerweise ein sofortiges Durchfallen war, aber heute war halt ein guter Tag. Während der Fahrleher der Anderen half den Parcours zu Ende zu fahren redete ich noch mit dem Prüfer.

Als nächstes stiegen wieder alle ein und der Fahrlehrer sagte der Anderen die Route an. Zur Autobahn und dann über die Landstraße in einen kleineren Ort, dort durfte dann ich ans Steuer und die selbe Strecke zurück. Ich fuhr sehr konsequent fünf bis zehn km/h zu schnell und der Fahrlehrer bremste mich öfters auf die höchst zulässige Geschwindigkeit herunter. Dann musste ich noch ein bisschen durch die Stadt fahren und fertig. Während der gesamten Fahrt redete der Fahrlehrer mit dem Prüfer über andere Prüflinge, die sie heute schon hatten, dass man eigentlich keinem anderem Verkehrsteilnehmer vertraune dürfer und der Fahrlehrer erklärte ein paar Verkehrsregeln. Es war eine richtig entspannte Atmosphere, trotzdem haben es heute zwei nicht geschafft.
Wir haben beide bestanden.

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Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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  1. Also ich muss sagen, dass ich 1500 Euro zahlen musste. Exklusive der drei Phasen des Mehrphasenführerscheins (also +270 €).

    Aber hier in der Umgebung gäbe es zwar billigere Angebote, aber der Preisunterschied ist nicht unbedingt groß.

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