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Weil es mein Blog ist

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Das beste an Blogs ist die Freiheit. Man kann damit machen was man will. Und wenn man meint, das beste ist immer wieder zu schreiben, dass man schreiben wird, dann ist das halt so.

Blogs werden aus unterschiedlichsten Gründen gelesen. In den meisten Fällen, glauben die Leser, dass der Autor wichtig ist. Stimmt auch. Der Autor wird vor allem dadurch wichtig, dass er Leser hat. Ein kleiner Kreislauf, der Blogs am Leben erhält. Eigentlich alle Medien. Selbst diese selbsverherrlichenden Branchenmagazine sind wichtig.

Am allerwichtigsten, und daran erkennt man schon, dass dieser Beitrag nicht besonders ernst zu nehmen ist und dass er vor allem als Folgepost an den ersten des Jahres gedacht ist, falls sich da noch jemand erinnern kann und diesem Satz folgen, der nun wieder an den Anfang anschließt, ist das schreiben selbst. Der Prozess des Schreibens. Weil sich dabei der Autor Gedanken über die Gedanken, die er hat, macht. Man zersticht sich seine eigene Blase, indem an den Leser denkt, ob das auch so nachvollziehbar ist, oder auch nicht.

Bloggen. Welch wunderbares Ding. Wussten Sie, dass ich noch letztes Jahr im Fernsehen war? Heuer reicht es nur noch zum Blogger. Nur noch. Welch eine abartige Einstellung. Wir müssen Wertetraining machen. Gedanken sind das höchste. Nur der Austausch von ihnen ist noch höher. Wenn man das möchte. Fernsehen ist irrelevant, weil es mich nicht mehr erreicht. The Voice schaue ich aber auch. Weil das meine Freundin schaut. Und Christian. Somit sind das beide wichtige Multiplikatoren, weil durch sie selbst mich das Fernsehen wieder erreichen kann. Deshalb sollten alle Sender sie mit Geld überhäufen. Dann würden wir schön essen gehen und darüber lachen, dass ihr uns Geld gebt. Denn sobald man an die Leute, die einen unterstützen Geld gibt, untergräbt man deren Glaubwürdigkeit. Etwas kompliziertes Thema, zugleich auch recht wunderbar. Ich nehme Geld. Meist für einzelne Beiträge, in denen ich irgendeinen Unsinn über irgendein komisches Thema schreibe, weil die Leute vor allem an dem Backlink interessiert sind. Ich erinnere mich hin und wieder über all die Diskussionen, ob man Geld nehmen kann und dabei glaubwürdig bleibt. Ja, kann man. Aber glaubwürdig bleibt man nur in allen anderen Themen. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass ich Nokia mag? Die Produkte sind meist mehr mittelmäßig. Ein Gigant der gegen die Bedeutungslosigkeit kämpft. Aber Nokia hatte tolle PR Leute in Österreich, die mich immer wieder über diverse Kanäle erreicht haben und sich mit mir austauschten. Somit gab ich ihnen immer wieder eine Chance. Ich habe nie Geld von ihnen bekommen. Nur Produkte. Hätte ich sie mir selbst kaufen müssen, hätte ich sie nicht einmal von der Seite angeblickt. So habe ich sie komplett durchgetestet und plötzlich hunderten Leuten sagen können, was ich davon halte, was gut ist und was schlecht ist und ihnen zusätzlich Tipps zur Nutzung gegeben. Mein Beitrag über das N900 ist immer noch einer der meistgelesenen. Und ich halte Maemo/MeeGo immer noch für ein tolles System. Aber es wurde ja in die Bedeutungslosigkeit geschupft. Windows Phone 7 fand ich auch gut. Das Lumia fände ich spannend. Aber selbst kaufen kommt nicht in Frage. Ich habe ein Startup. Da kann man nicht mal eben ein teures Gadget kaufen, nur weil man es interessant findet. Jetzt lebe ich in Deutschland und meine Kontakte zu PR Firmen sind gering. Dadurch hat mich auch noch niemand gefragt und ich bin momentan auch zu faul eine anzuschreiben. Hint. Hint. Aber ich bin ja auch schon wieder anders positioniert.

Worüber wollte ich schreiben? Blogs. Tolle Dinger. Am liebsten sind mir jene, zu denen ich eine gewisse Beziehung aufgebaut habe. Nicht weil sie mir besonders sympathisch sind, was zwar in den meisten Fällen dazukommt, aber nicht alleine wichtig ist, sondern weil sie mich schon lange begleiten. In den letzten Wochen mache ich mir immer mehr Gedanken über den Faktor Zeit. Ich sollte mich in solche Themen viel mehr reinlesen, aber dazu fehlt mir oft die Motivation. Jedenfalls glaube ich, dass Zeit und damit einhergehend Konsistenz eine der wichtigsten Faktoren ist, um Bindung herzustellen. Die unterschiedlichsten Strategien, die Menschen und Unternehmen, bewusst und unbewusst anwenden sind nur noch Nebenfaktoren. Die meisten Blogs habe ich abonniert, weil sie immer und immer wieder auf meinem Bildschirm waren. Manchmal weil ich über Google dort gelandet bin, oft weil sie irgendjemand verlinkt hat.

Wussten Sie schon, dass sich mein Twittervolumen in den letzten Monaten mehr als gezehntelt hat? Parallel dazu ist weder meine Facebook noch Google+ Nutzung angestiegen. Statt über 1000 Tweets gibt es jetzt noch ein paar hundert. Ich bin wieder in eine Phase der Rezeption zurückgegangen, habe viel nachgedacht und beginne nun wieder mehr zu kommunizieren. Ich glaube, dass es fast überall Wellenbewegungen gibt. Oder wie man das nennt. Ist auch ganz gut so. In diesem Fall, weil es wieder mehr Reflexion gibt. Eines der besten Dinge am bloggen ist die regelmäßige Selbstreflexion. Zumindest finde ich das. Bloggen erzwingt nicht nur das nachdenken über den Blog, sondern auch über das eigene Handeln und die eigene Person.

Es wäre Illusion zu denken, dass noch besonders viele Menschen diesem Blog folgen, weil sie erhoffen Beiträge mit Mehrwert (haha) zu einem bestimmten Thema zu bekommen. Dafür schreibe ich zu viel über mich. Zugleich erleichtert dieses Wissen. Bzw. der Plan. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, ob das hier jemanden interessiert, weil sich die Leser dafür interessieren, weil ich es schreibe. Und langsam werde ich auch arrogant genug, um dies zu akzeptieren. Euch ist sicherlich aufgefallen, dass da oben mein Name als Blogname steht.

Ich habe begonnen auf Quora zu bloggen. Und überhaupt habe ich mich neu in diese Plattform verliebt. Ebenso in Path. Zwei großartige Services. Bei beiden hat es etwa ein Jahr gedauert von der ersten Anmeldung bis zur intensiveren Nutzung. Aber dazu schreibe ich dann das nächste Mal. Vielleicht.

Veröffentlicht von

Ich studiere Medienwissenschaften an der Uni Paderborn, arbeite an meinen Projekten #Blognetz und Lummity, beschäftige mich mit Datenvisualisierung, blogge bei AmbassadorBase und bin Tutor an der Uni.

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